Hygiene-Experte Dr. Zinn ist skeptisch

Was kann der Wunderimpfstoff der US-Armee?

In den USA ist ein neuer Impfstoff in der ersten klinischen Testphase. Er soll gegen verschiedene Mutationen des Coronavirus gleichzeitig wirken. (Symbolbild)
In den USA ist ein neuer Impfstoff in der ersten klinischen Testphase. Er soll gegen verschiedene Mutationen des Coronavirus gleichzeitig wirken. (Symbolbild)
© imago images/Jochen Eckel, Jochen Eckel via www.imago-images.de, www.imago-images.de

12. Januar 2022 - 17:20 Uhr

Ein neuer Proteinimpfstoff aus den USA hat es in die erste klinische Testphase geschafft. Der sogenannte Spike-Ferritin-Nanopartikel-Impfstoff, kurz SpFN, wurde von der US-Armee entwickelt und hat eine Besonderheit: Er soll gegen verschiedene Corona-Virusmutationen gleichzeitig wirken. Wir haben mit Dr. Georg-Christian Zinn, Direktor Hygienezentrum Bioscientia, über den Impfstoff gesprochen.

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Impfstoff soll gegen 24 Mutationen wirken

Zunächst hatte im Dezember 2021 das amerikanische Online-Magazin "Defense One" von dem Impfstoff berichtet, nun teilt der "Spiegel" erste Erfolge in der Testphase am Menschen mit.

"Der Impfstoff soll ein Schweizer Taschenmesser gegen Coronaviren sein", erklärt Dr. Georg-Christian Zinn im RTL-Gespräch. Der Trick bei SpFN sei, dass auf der Oberfläche der Impfpartikel verschiedene Spikes säßen, die gegen verschiedene Mutationen wirken sollen.

Bisher wurden laut Zinn nur Impfstoffe hergestellt, die einzelne Spikes enthalten. Das im Impfstoff verbaute Protein Ferritin hat jedoch insgesamt 24 Spikes. Das würde heißen, der Impfstoff wäre gegen 24 Mutationen gleichzeitig wirksam. "Ein ganz spannender Ansatz", so Zinn.

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Tests an Mäusen und Primaten lassen hoffen

Wie der "Spiegel" nun berichtet, ist die erste Testphase nun abgeschlossen. Zwar liegen die Ergebnisse der Studie noch nicht vor, doch frühere Tests an Mäusen und Affen lassen hoffen. Bei den Mäusen wurden zum Beispiel die Zellen aktiviert, die eine Vermehrung des Virus im Körper verhindern. Und bei den Affen waren schon nach zwei Tagen keine Coronaviren mehr in den unteren Atemwegen zu finden.

Dennoch kann die Zulassung laut Zinn noch dauern. Momentan gebe es zwar die ersten Versuche, richtig spannend werde aber erst die praktischen Erprobung gegen Virusvarianten, die wir noch gar nicht kennen. "Wenn wir einen so universalen Impfstoff haben, ist das eine sehr positive Nachricht", sagt Zinn. Er weist aber auch darauf hin, dass es selbst bei der Grippe nie geschafft wurde, einen universalen Impfstoff herzustellen. "Ich bin ein bisschen skeptisch", so der Experte weiter. (jbü)

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