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Energie-Krise: Kommt der große Preisschock bei Gas und Strom erst 2024?

Steigende Strom- und Gaspreise

Energie-Krise: Kommt der große Preisschock erst 2024?

 Gas hob flames with Euro 2 coin, concept household bills and rising gas and energy prices in the European Union . Digital composition. Gasherdflammen mit 2-Euro-Münze, Konzepthaushaltsrechnungen und steigende Gas- und Energiepreise in der Europäisch
Durch den Krieg in der Ukraine versucht Deutschland unabhängiger von russischem Gas zu werden - steigende Energiepreise sind die Folge
www.imago-images.de, IMAGO/Richard Wareham

Der Wunstorfer Stadtwerke-Chef Henning Radant hat Warnungen vor Insolvenzen von Stadtwerken angesichts steigender Gas- und Strompreise zurückgewiesen. Aktuell kommuniziere die Politik viel und offen, was er grundsätzlich gut fände – jedoch sei vieles davon noch spekulativ und das würde die Menschen verunsichern. „Weniger im Konjunktiv reden und Fakten schaffen!“ betonte er im Gespräch mit RTL.

Stadtwerke gegen Panikmache

Täglich mache man sich bei den Stadtwerken Gedanken über die Lage. Die Stadtwerke Wunstorf würden ihre Gas-Mengen nicht kurzfristig einkaufen. Für das Jahr 2023 müsse man alle Verträge bereits am 1. Oktober 2022 fertig haben. Die Menge an Gas dürfe für drei Jahre im Voraus eingekauft werden. Da aber viele Gaskunden von insolventen Discount-Unternehmen in den letzten Monaten an den Grundversorger gefallen wären, müsse man dementsprechend Gas nachkaufen und das natürlich zu aktuellen Preisen, so Radant gegenüber der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung.

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Der Preisschock kommt - aber verzögert

Radant erklärt, dass sich die Verbraucher auf eine Erhöhung des Abschlages zum Herbst/Winter einrichten sollen. Diese könnte bis zu 80 Prozent betragen und damit durchschnittlich zwischen 250 und 300 Euro mehr pro Monat bedeuten . Der richtige Preisschock könnte dann aber im Frühjahr 2024 kommen. Denn die viel diskutierten Umlagen würden dann mit der Jahresendabrechnung für 2023 an die Verbraucher weitergegeben werden. Und das könnte bei schon wenigen Cent pro Kilowattstunde erneut zu hunderten Euro Mehrkosten führen. „Die Bürger müssen mit diesen Umlagen die Industrie retten. Die Gaskonzerne haben jahrelange Lobby-Arbeit betrieben, um ihre Verträge zu sichern. Das wird jetzt an die Verbraucher weitergegeben“, sagt Radant sehr deutlich. Viele Dinge wären aber aktuell noch zu unklar, um jetzt in Panik zu verfallen. (dpa/lsi)