Praxen am Limit

Ende der Impf-Priorisierung: Ansturm auf Hessens Hausärzte

07. Juni 2021 - 16:50 Uhr

Arztpraxen in Hessen stoßen an ihre Grenzen

Seit Montag können sich alle Hessinnen und Hessen für einen Impftermin registrieren, die Priorisierung der Impfgruppen entfällt. Bereits über 70.000 Impfwillige haben das bereits online oder telefonisch über die Terminplattform des Landes getan. Das sorgt für einen großen Ansturm auf Hausarztpraxen, in denen das Telefon nicht mehr still steht. Die Antwort: Ernüchternd, denn die Nachfrage ist schlichtweg zu groß – und es gibt zu wenig Impfstoff für die Hausärzte.

​+++ Alle aktuellen Informationen zum Coronavirus finden Sie in unserem Live-Ticker auf RTL.de +++

Ungeduldige Impfwillige: "Beleidigt, wütend, fordernd"

Die Belastung für die hessischen Hausärzte ist enorm. Neben den Corona-Impfungen müssen noch andere Patienten betreut werden, die ärztlichen Rat brauchen. Wenn Impfwillige dann am Telefon ausfallend reagieren, hilft das keinem: "Beleidigt, wütend, fordernd; dass sie auch nicht drankommen, dass sie auch schon im Impfzentrum 4 oder 5 Wochen registriert sind und es jetzt auf diesem Wege bei uns es versuchen", erzählt uns Daliah Stein, medizinische Fachangestellte in einer Arztpraxis in Marburg.

LESE-TIPP: Virologe Martin Stürmer kritisiert Aufhebung der Impf-Priorisierung

Bis genügend Impfstoff da ist, kann es noch dauern

Impfwillige können sich ab heute unabhängig von der bisher gültigen Prioritätenliste in Deutschland gegen Corona impfen lassen. Mit dem Ende der Priorisierung ist die Vergabe des Impfstoffs generell an die gesamte Bevölkerung möglich. In Deutschland können nun alle ab 12 Jahren geimpft werden. Neben den Hausärzten und den Impfzentren dürfen auch Betriebsärzte und Fachärzte impfen. Allerdings soll es den Sommer über dauern, bis für alle genug Impfstoff da ist. (fge)