Vater: "An Diabetes stirbt keiner, nur wenn man ihnen nicht hilft"

Emily (13) starb auf Klassenfahrt: Ermittlungen gegen Lehrer eingeleitet

22. Oktober 2019 - 11:13 Uhr

Im Video: Das sagt Kay Schierwagen zum Diabetes-Tod seiner Tochter auf der Klassenfahrt

Klassenfahrt nach London, das war Emilys letzter Schulausflug. Nach einem Restaurant-Besuch ging es der 13-Jährigen immer schlechter. Sie war Typ-1-Diabetikerin und starb an Überzuckerung. Die Staatsanwaltschaft konzentriert ihre Ermittlungen wegen fahrlässiger Tötung rund zwei Monate nach Emilys Tod auf vier Aufsichtspersonen. Vater Kay Schierwagen wirft den Lehrern vor, "dass sie meiner Emily nicht geholfen haben. An Diabetes stirbt keiner, nur wenn man ihnen nicht hilft. Das ist ganz klar hier passiert." Die emotionalen Aussagen des Vaters - und die Vorwürfe einer Mitschülerin gegen die Lehrer - sehen Sie im Video.

Bei Diabetikern mit diesen Symptomen sofort an Über- und Unterzucker denken

Die Staatsanwaltschaft vernahm den Angaben zufolge Schüler und Lehrer. Die Vorwürfe gegen die Lehrer machte Kay Schierwagens Anwalt zuerst öffentlich. Er sagt, dass Emily einen Zuckerwert von 1.400 Milligramm gehabt habe. Normal sei ein Wert von 140 Milligramm.

Eine solche Überzuckerung bei Diabetes-Patienten dauere länger an, erklärt Dr. Specht. Der Arzt kennt die Symptome: Übelkeit, Schwindel, Unwohlsein. "Und wenn man weiß, das ist ein Diabetiker, dann muss man immer an Über- und Unterzucker denken." Dann ist schnelles Handeln wichtig.

Emilys Mitschüler werfen den Lehrern vor, sie hätten erst zwei Tage nach Auftreten der Symptome einen Krankenwagen gerufen. Als die Schüler Alarm schlugen, weil sie Emily nicht wach bekommen hätten. Die 13-Jährige hat sich laut ihren Mitschülern zuvor an beiden Tagen ständig übergeben müssen und sei immer schwächer geworden. Als Kay Schierwagen von dem Drama erfährt, eilt er sofort nach London. Wenige Stunden später ist seine Tochter tot.

Schulleitung: Vollstes Vertrauen in Kolleginnen und Kollegen

Die Schulleiterin habe sich bisher nicht bei ihm gemeldet, sagt der Vater. Sie gibt kein Interview, aber auf der Website der Schule steht ein Statement: Der Tod der Schülerin Emily sei ein tragischer Verlust. Die Kollegen und Kolleginnen seien höchst gewissenhaft und zuverlässig, schrieb sie dort: "Ich habe als Schulleiterin das vollste Vertrauen in sie."