"Vorteile überwiegen Risiken"

EMA hält an AstraZeneca fest: Impfstoff hat eine "sichere und effiziente Wirkung"

18. März 2021 - 18:22 Uhr

Europäische Arzneimittelbehörde gibt grünes Licht für AstraZeneca

Tage der Ungewissheit hat der Impfstopp für AstraZeneca in Deutschland nach sich gezogen. Die Europäische Arzneimittelbehörde verkündete jetzt in einer Pressekonferenz: Der Impfstoff von AstraZeneca hat eine "sichere und effiziente Wirkung". Die Vorteile würden das Risiko überwiegen. Das Vakzin "verhindert schwere Krankheitsverläufe". Die EMA hält somit weiter an dem Impfstoff fest. Es werde aber eine Warnung vor möglichen Blutgerinnseln bei den Nebenwirkungen aufgenommen. Die ganze Erklärung von EMA-Chefin Emer Cooke sehen Sie oben im Video.

+++ Alle aktuellen Informationen zum Coronavirus finden Sie in unserem Live-Ticker auf RTL.de +++

"Die Vorteile sind größer als die Risiken"

"Die Impfung ist sicher und wirksam", sagte EMA-Chefin Emer Cooke bei der Pressekonferenz in Amsterdam. Die Europäische Arzneimittelbehörde habe den Impfstoff ausgiebig geprüft. Die Empfehlung der EMA sei eine "klare, wissenschaftliche Entscheidung". Es gebe keine Hinweise darauf, dass von dem Impfstoff ein erhöhtes Risiko für Blutgerinnsel ausgehe. Gleichzeitig habe aber auch eine Verbindung mit bestimmten Fällen nicht definitiv ausgeschlossen werden können.

Es sei wichtig, ein höheres Bewusstsein für die Risiken zu schaffen. Deswegen werde eine Warnung vor möglichen Blutgerinnseln (Thrombosen) in Hirnvenen bei den möglichen Nebenwirkungen aufgenommen. Ärzte und Patienten müssten genau darüber informiert werden. Die EU-Behörde ist aber weiterhin der Ansicht, dass die Vorteile des AstraZeneca-Vakzins die Risiken überwögen.

Deutschland hatte die Impfungen gestoppt

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hatte die Impfungen am Montag auf Empfehlung des Paul-Ehrlich-Instituts wegen sieben seltener Fälle von Hirnvenenthrombosen gestoppt, die bei Personen auftraten, die mit dem Mittel von AstraZeneca geimpft wurden. Auch zahlreiche andere EU-Staaten taten diesen Schritt.

Mittlerweile sind in Deutschland weitere Fälle hinzugekommen. Betroffen sind vor allem Frauen im Alter zwischen 20 und 50 Jahren. Laut Paul-Ehrlich-Institut gibt es drei Todesfälle. Eine Umfrage ergab am Mittwoch, dass die Entwicklung die Impfbereitschaft in Deutschland kaum beeinträchtigt hat.

RTL NEWS empfiehlt

Anzeigen:

TVNOW-Doku zum Impf-Desaster in Deutschland

Das Corona-Virus hält die Welt seit einem Jahr in Atem. Impfen soll den Weg aus der Pandemie ebnen. Doch die Impf-Kampagne in Deutschland lief mehr als nur schleppend an. In der 60-minütigen Dokumentation "Zwischen Hoffnung und Tod - Wer hat Schuld am deutschen Impf-Desaster?" gehen unsere Reporter auf Ursachensuche. Die Doku ist hier auf TVNOW zu sehen.

Auch interessant