Angehörige eng beieinander – singen, beten und trösten sich – das ist alles, was ihnen gerade bleibt.
„Es fehlen einfach die Worte. Es ist eine Tragödie. Man weiß noch nicht, wer sind die Opfer? Kennt man sie eventuell?“ „Man kann das gar nicht beschreiben oder fassen. Das tut einfach weh.“
Es ist Dienstagabend, als in Kerzers dieser Linienbus meterhoch in Flammen steht.
Es geht um Sekunden. Nicht alle können fliehen, sechs Menschen gelingt das nicht. Für sie ist der Bus eine tödliche Falle.
Dieser Imbissbesitzer hat den Brand gesehen, war einer der ersten Helfer am Tatort:
„Eine Frau stand in Flammen, also löschte ich sie mit meiner Hand. Eine Frau lag auf dem Boden, hinter ihr war Feuer, und ich versuchte, sie wegzuziehen, aber die Flammen waren zu stark. Ich konnte nicht helfen.“
Pressekonferenz am Nachmittag. Die Polizei teilt mit: Es war vorsätzliche Brandstiftung. Der Täter: ein Schweizer Staatsbürger.
„Die Erkenntnisse, die wir bis jetzt haben, sind, dass es sich um eine Person handelt, etwa 60 Jahre, einen Mann, der wahrscheinlich am Rand der Gesellschaft lebte. Er war bekannt für gewisse psychische Probleme.“
Augenzeugen berichten, dass sich der Mann erst mit einer Flüssigkeit übergoss und sich dann anzündete.
„Zu seinem mutmaßlichen Motiv. Da halten sich und das ist wirklich bemerkenswert, die Ermittler noch weitestgehend zurück. Sie sagen nur ganz deutlich und das haben sie auch noch einmal betont, dass sie zum jetzigen Stand ein terroristisches Motiv ausschließen.“
Mittlerweile konnten alle Opfer identifiziert werden, melden die Behörden ganz aktuell. Das jüngste Opfer … gerade mal 16 Jahre alt.
Der kleine Ort Kerzers im Kanton Freiburg steht unter Schock: Hunderte versammeln sich schon am Nachmittag zu einer Trauerveranstaltung. Man kennt sich untereinander und steht füreinander ein – bis spät in den Abend.