Sogar schon Weihnachtsgeschenke in Gefahr

Einzelhandel klagt über Lieferprobleme: Hier wird es überall teurer

12. Oktober 2021 - 12:23 Uhr

Umfrage unter Händlern

Die halbe Welt blickt wegen des Treibstoff-Mangels durch Lieferschwierigkeiten nach Großbritannien. Doch auch hierzulande sind viele Branchen aktuell von Lieferengpässen betroffen, teilte jetzt das Ifo-Institut in München mit. Dadurch müssten Kunden einer Umfrage unter den Händlern zufolge auch mit höheren Preisen rechnen. Besonders betroffen sind Fahrräder. Aber auch bei Möbeln, Elektronikgeräten und im Kfz-Handel werden Auswirkungen zu spüren sein.

Manches Weihnachtsgeschenk wird vielleicht nicht lieferbar sein

Im Einzelhandel kann gegenwärtig nicht jede Bestellung erfüllt werden. 74 Prozent der Einzelhändler klagten im September über entsprechende Probleme. Das geht aus einer Umfrage des ifo Instituts hervor. "Die Beschaffungsprobleme aus der Industrie sind nun auch hier angekommen", sagt der Leiter der ifo-Umfragen, Klaus Wohlrabe. "Manches Weihnachtsgeschenk wird vielleicht nicht lieferbar sein oder teuer werden."

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Fahrradeinzelhandel besonders betroffen

Im Fahrradeinzelhandel berichteten 100 Prozent aller befragten Unternehmen von Problemen bei ihren Bestellungen. "Gegenwärtig ist Sand im Getriebe der weltweiten Logistik. Zudem sind Frachtraten in der Schifffahrt deutlich erhöht worden", sagt Wohlrabe. Bei 99 Prozent der Baumärkte und Möbelhäuser zeigen sich die Nachwirkungen der Holzpreisrally im ersten Halbjahr.

Durch die Knappheit bei Chips und Halbleitern führt bei Händlern mit elektronischen Produkten aller Art dazu, dass nicht jedes Produkt sofort verfügbar ist. Das melden 97 Prozent der Einzelhändler von Unterhaltungselektronik. Bei 88 Prozent der befragten Kfz-Händler zeigen sich Lieferprobleme insbesondere bei Elektroautos.

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Als Konsequenz nehmen jetzt auch die Einzelhändler Preiserhöhungen ins Visier. "Die Industrie hat Preiserhöhungen angekündigt und diese kommt jetzt zwangsläufig im Einzelhandel an", sagt Wohlrabe.

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