Boxweltmeister zieht ins Camp

Wem Sven Ottke mit seiner Dschungelcamp-Gage helfen möchte

07. Januar 2020 - 13:33 Uhr

Um anderen zu helfen, kämpft Sven Ottke sich durch das Dschungelcamp

Als Boxer hat Sven Ottke (52) so ziemlich alles erreicht, was man erreichen kann. Der gebürtige Berliner blieb in 34 Profi-Kämpfen ungeschlagen und war Mittelgewichts-Weltmeister in zwei Verbänden (IBF, WBA). Doch sein härtester Kampf steht ihm möglicherweise noch bevor. Denn im Dschungelcamp warten auf Ottke neben den Prüfungen auch Schlangen, Spinnen, Kakerlaken und elf Mitcamper, die ebenfalls nach der Dschungelkrone greifen wollen. "Der Dschungel ist für mich ein nettes Experiment, wo ich Grenzerfahrungen sammeln kann", sagt Ottke, der neben Erfahrungen aber auch Geld sammeln möchte: "Ich habe meine Gage schon verplant. Ich spende sie an meinen Verein 'Sven hilft' und möchte mit dem Geld daraus eine Stiftung machen." Der Dreifach-Vater möchte Jugendliche aus einem Kinderheim in Berlin unterstützen, die Anpassungsprobleme haben. Und das hat einen persönlichen Grund. Wie er seine Chancen im Camp einschätzt, verrät er im Video.

Sven Ottke: "Ich war sehr aggressiv"

"Ich war selber ein schwieriges Kind, weil ich die Scheidung meiner Eltern nicht verkraftet habe", gesteht Ottke im Interview mit RTL. "Ich habe viel Mist gebaut und wäre auf die schiefe Bahn geraten, wenn meine Lehrerin nicht zu mir gehalten hätte. Ich war sehr aggressiv und hatte ab und zu auch eine Keilerei mit einem Klassenkameraden. Ich war sehr unruhig, heute sagt man ADHS dazu." Mit der Dschungelgage könne er viel für Kids machen, denen es ähnlich geht: "Zum Beispiel helfen, dass sie Sport treiben. Wenn ich auch noch gewinnen sollte, wird die Kohle auch komplett gespendet."

Sven Ottkes Zeiten als Profi-Boxer liegen mittlerweile 15 Jahre zurück. Sportlich ist er aber auch heute noch. In seiner Freizeit spielt er am liebsten Golf, geht joggen und macht Krafttraining: "Ich versuche immer noch jeden Tag Sport zu treiben und muss mich auch im Camp viel bewegen", kündigt er an. "Den ganzen Tag auf dem Arsch rumsitzen wird eng, ich brauche etwas, wo ich mich abreagieren kann." Damit meint er aber nicht seine Mitcamper: "Im Dschungel kann man schon aneinander geraten, aber es wird mit Sicherheit nicht zur Schlägerei kommen. Wenn überhaupt bin ich eher der Schlichter." Ottke meint: "Bei Konflikten ist es schlauer, darüber zu reden. Totschweigen macht keinen Sinn. Und dann schafft man es stressfrei aus der Welt."

Der Dschungelcamp-Podcast bei AUDIONOW

Sven Ottkes schwerster Kampf steht ihm womöglich jetzt erst bevor. Im Podcast verrät er, um welches Familienmitglied er sich am meisten Sorgen macht.

"Mit fehlendem Essen kann ich gut umgehen"

Zum Stressthema wird im Dschungel auch gerne das Essen. Wenn die Kalorienzufuhr runter geht, liegen bei einigen Kandidaten schnell mal blank. Und bei Ottke? "Fehlendes Essen ist ein Thema, womit ich gut umgehen kann, da ich ja als Sportler zwanzig Jahre kaum etwas gegessen habe", sagt er. "Ich musste in der Wettkampfvorbereitung in acht Wochen acht Kilo abnehmen. Mein damaliges Gewicht waren 76 Kilo, jetzt sind es zehn mehr." Aber im Dschungel werden die Kilos sicherlich schnell wieder purzeln...