Drogentod auf Hamburger Privatparty

Laila S. sah ihre Freundin Celina (†16) sterben: "Ich gebe mir selber die Schuld"

18. September 2020 - 21:09 Uhr

Laila S. erklärt Celinas Mutter, was auf der Party passiert ist

Die 16-jährige Celina kollabierte auf einer Privatparty in Hamburg und starb. Woran genau, muss die Obduktion des toten Mädchens klären - sie hatte aber wohl einen gefährlichen Mix aus Ecstasy und Alkohol intus. Ihre Freundin Laila S. war auf der Party dabei. Im Video zeigen wir, wie sie die Mutter ihrer toten Schulkameradin besucht, um ihr zu erklären, was in Celinas letzten Stunden passiert ist.

Laila S. nimmt keine Drogen und wusste auch nicht, dass Celina welche nimmt

Laila S. möchte nur verdeckt gefilmt werden. Sie war diejenige, die bis zum Schluss an Celinas Seite blieb und auch zusammen mit zwei anderen Partygästen schließlich entschied, einen Rettungswagen zu rufen. Trotzdem fühlt sie sich schuldig. Dass ihre Freundin auf der Party Drogen genommen hatte, sei ihr nicht klar gewesen, sagt Laila S. "Hätte ich gesehen, dass sie die nehmen wollte, wäre ich dazwischen gegangen", sagt die Jugendliche. Vor allem hätte sie vielleicht auch früher den Notruf gewählt, hätte sie gewusst, dass Celina nicht nur vom Alkohol berauscht war.

Die beiden Mädchen besuchten zusammen eine berufsbildende Schule. Laila S. erzählte, dass es das erste Mal war, dass Celina sie mit auf eine Party nahm. Sie trafen sich am späten Nachmittag, um sich zusammen fertig zu machen, gegen 19:30 Uhr seien sie losgefahren, hätten noch eine Freundin abgeholt und seien in die Wohnung gefahren, wo die Party steigen sollte. Dort hätten sie mit ein paar Mädchen "vorgetrunken", bevor die anderen Gäste gekommen seien.

ARCHIV - Ein Ermittler präsentiert am 26.08.2014 im Landeskriminalamt in Erfurt (Thüringen) sichergestellte Ecstasy-Tabletten. In Irland ist der Konsum von Drogen wie Ecstasy, sogenannten Zauberpilzen, Ketamin und anderen Drogen wegen einer Lücke in
Ecstasy
© dpa, Martin Schutt

Der Abend fing lustig an - am Ende kollabiert Celina

Celina habe alleine fast eine ganze Packung Klopfer getrunken, erinnert sich Laila. Sie habe versucht, die Freundin ein bisschen zu bremsen. Die Stimmung sei lustig gewesen. Im Laufe der Party begann die Situation aber zu kippen. Celina legte sich irgendwann auf den Boden und wollte nicht mehr aufstehen. "Da war sie noch witzig drauf", erinnert sich die Freundin. Sie habe dann angefangen, öfter nach Celina zu sehen, erklärt Laila, doch der Zustand des Mädchens verschlechterte sich.

"Sie war nicht mehr ansprechbar, sie war hibbelig, wollte nicht sitzen, nicht liegen, nicht stehen", erzählt die Jugendliche. Celina habe auch sehr stark geschwitzt. Die Mädchen brachten die 16-Jährige ins Nebenzimmer, in der Hoffnung, dass sie sich dort etwas beruhigen würde. Laila versuchte, ihr ein bisschen Wasser zu trinken zu geben. Irgendwann sei die 16-Jährige immer wieder bewusstlos geworden, da sei ihnen klar geworden, dass Celina einen Krankenwagen brauchte.

Laila war die einzige, die bei Celina blieb, bis der Krankenwagen kam

"Natürlich waren alle in Panik", erzählt Laila. Die Gäste hätten nach und nach die Wohnung verlassen. Als die Rettungssanitäter und der Notarzt eintrafen, war Laila die einzige, die noch bei Celina war. "Ich war die ganze Zeit da", sagt sie der trauernden Mutter. Die Rettungskräfte versuchen noch, Celina zu reanimieren, aber für die 16-Jährige kam jede Hilfe zu spät. "Man sollte einfach die Finger weglassen von Drogen", sagt Laila.

Wie Celinas Mutter mit dem Tod ihrer 16 Jahre alten Tochter umgeht, lesen Sie hier.