Corona-Demo in Dortmund

Polizei erwischt Maskenverweigerer mit gefälschten Attesten

Querdenken Demonstranten auf dem Dortmunder Friedensplatz
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19. Oktober 2020 - 12:16 Uhr

Rund 200 Demonstranten hatten ein Attest, das sie vom Tragen einer Maske befreit

Rund 1.100 Menschen haben am Sonntag nach Polizeiangaben mitten im Risikogebiet in der Dortmunder Innenstadt gegen die Corona-Auflagen demonstriert. Viele Teilnehmer der Initiative "Querdenken" trugen keinen Mund-Nasen-Schutz oder nahmen die Maske ab, berichtete die Polizei. Der Veranstalter habe sich darauf berufen, dass sehr viele durch ärztliches Attest von der Maskenpflicht befreit seien, sagte eine Sprecherin. Als die Polizei die Atteste überprüfte, flog jedoch auf, dass einzelne Teilnehmer die Atteste gefälscht hatten. Sie haben nun eine Strafanzeige am Hals.

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 Demonstranten bei der Einlasskontrolle in Dortmund
Die Dortmunder Polizei Kontrollierte, ob alle Demonstranten ohne Maske ein Attest vorweisen konnten.
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In Dortmund liegen die Corona-Zahlen über dem kritischen Grenzwert

​Mit großem Aufgebot hatte sich die Polizei in Dortmund auf die ursprünglich angemeldeten rund 3.000 Protestierenden vorbereitet. Dortmund zählt zu den Städten, die die höchste Corona-Warnschwelle überschritten haben - mit über 50 Neuinfektionen gerechnet auf 100.000 Einwohner in sieben Tagen. Am Sonntag wies das Robert Koch-Institut die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz hier mit 66,5 aus. Das heißt, es gelten verschärfte Schutzmaßnahmen wie Maskenpflicht auch in Fußgängerzonen und auf vollen Plätzen.

Auf den Transparenten der "Querdenker" standen Sprüche wie "Corona Diktatur Union" oder "Grundgesetz leben - gegen die Impf-Mafia". Auf einer - unterhalb der Nase getragenen - Maske stand: "Maulkorb". Ein einsamer Gegendemonstrant hielt in der Menge sein Schild hoch mit der Aufschrift "Corona tötet. Tragt Masken!"

Corona-Demo in Dortmund
Ein Mann in Dortmund demonstriert gegen die Maskenpflicht.
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Polizei schreibt auch Anzeigen gegen Volksverhetzung

Laut Polizei wurden außerdem zwei Strafanzeigen wegen Volksverhetzung erstattet. Die Demonstranten hätten in beiden Fällen Davidsterne gezeigt oder getragen, deren Inschrift den Holocaust geleugnet bzw. verharmlost hätte.

Die Behörden hatten im Vorfeld angekündigt, konsequent gegen gesundheitsgefährdendes Verhalten einzuschreiten. Dazu setzte die Polizei auch eine Drohne ein. Vorgeschrieben waren eine Aufteilung in Kleingruppen mit maximal fünf Personen, Mindestabstände und Mund-Nasen-Bedeckung. Für die rund 200 Demonstranten, die ein ärztliches Attest gegen das Tragen einer Maske vorweisen konnten, richtete die Polizei einen abgetrennten Beriech ein, wo besonders streng auf die Einhaltung von Mindestabständen geachtet wurde. Zu Ausschreitungen kam es nach Angaben der Polizei vom Sonntagnachmittag nicht.

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