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Digitaler Impfpass: Sieben wichtige Fragen und Antworten

14. Juni 2021 - 15:34 Uhr

Impfausweis soll Urlaub und Alltag erleichtern

Künftig sollen Corona-Impfungen ganz einfach nachgewiesen werden können: Schnell einen QR-Code auslesen und schon können Geimpfte in ein Flugzeug steigen oder sind von einer Quarantäne befreit. Das digitale Impfzertifikat stellen in Zukunft Ärzte oder Impfzentren aus, aber auch in Apotheken kann man sich nachträglich ein digitales Impfzertifikat ausstellen lassen. Wir klären die wichtigsten Fragen zum digitalen Impfpass.

Im Video erklärt ein Apotheker unserem Reporter, wie die Daten aus dem gelben Impfbuch in ein digitales Impfzertifikat umgewandelt werden.

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Welche Daten sollen gespeichert werden?

Das Zertifikat soll Aufschluss darüber geben, welchen Impfstoff der Inhaber beziehungsweise die Inhaberin erhalten hat. Zudem sollen auch Informationen zu frischen Tests und durchgestandenen Corona-Infektionen hinterlegt werden sowie der Name, das Geburtsdatum, das Impfdatum und der Aussteller des Zertifikats ausgelesen werden können.

Papier oder digital - ein Zertifikat zum Anfassen?

Der digitale Impfpass kann ab sofort in der neuen App "CovPass", in der offiziellen Corona-Warn-App und ab Mittwoch in der Luca-App angezeigt werden. Weitere Apps dürften folgen. Mit Hilfe eines QR-Codes in der "CovPass"-App können die Informationen in der ganzen EU fälschungssicher ausgelesen werden. Wer kein Smartphone besitzt oder das Zertifikat nicht digital speichern möchte, kann es auch in Papierform bekommen. Und natürlich ist auch das gelbe Impfbuch weiter gültig.

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Wer stellt den Nachweis aus?

In Deutschland werden die Dokumente laut Gesundheitsministerium nur von autorisierten Impfzentren, Arztpraxen und Krankenhäusern ausgestellt. Bereits Geimpfte können sich nachträglich ein digitales Impfzertifikat in einer Apotheke ausstellen lassen. Viele niedergelassenen Haus- und Fachärzte brauchen übrigens noch etwas Zeit, um digitale Impfnachweise ausstellen zu können. So erhalten in Bremen die ersten Arztpraxen erst ab Mittwoch die technische Möglichkeit. Auch ist noch unklar, inwieweit die Impfzentren digitale Impfzertifikate nachträglich ausstellen. Denn das ist je nach Bundesland unterschiedlich.

So erhalten in Nordrhein-Westfalen alle Bürger, die in einem Impfzentrum geimpft wurden, einen QR-Code automatisch bis Ende Juni per Post zugeschickt. In Thüringen werden Impfpässe nach Angaben der Kassenärztlichen Vereinigung nachträglich nicht in Impfzentren und Impfstellen ausgestellt, weil der Aufwand nicht zu bewältigen sei. Impfnachweise können stattdessen online angefordert werden.

Wird das Impfzertifikat zur Pflicht?

Nein. "Der digitale Impfnachweis ist lediglich ein freiwilliges und ergänzendes Angebot", hat Bundesgesundheitsminister Jens Spahn bei der Vorstellung des digitalen Impfpasses noch einmal deutlich gemacht. Wer keinen digitalen Impfnachweis besitze, könne eine Impfung weiterhin über den gelben Impfausweis nachweisen.

Wofür wird das Zertifikat dann benötigt?

Das entscheiden die EU-Länder selbst. Beliebte Reiseländer wie Griechenland und Spanien sind schon länger an dem Zertifikat interessiert. Für was es dort aber konkret genutzt werden soll, steht aber noch nicht abschließend fest. Klar ist aber, dass der Nachweis von Tests, Impfungen und Genesungen deutlich vereinfacht werden dürfte.

Wie sieht es mit dem Datenschutz aus?

Alle Beteiligten versichern, dass der Datenschutz gewährleistet sei. Es werden den Angaben zufolge keine persönlichen Daten auf Servern gespeichert, sondern nur auf dem eigenen Handy. Das Zertifikat stellt lediglich sicher, dass die auf dem Smartphone hinterlegten Daten authentisch sind und tatsächlich zu der auf dem Zertifikat angegebenen Person gehören.

Kommen die digitalen Impfausweise noch vor dem Sommerurlaub?

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat letzte Woche Donnerstag den offiziellen Startschuss zum digitalen Impfpass gegeben: In der aktuellsten Version der Corona-Warn-App ist der digitale Impfpass eingebunden. (dpa/lra/aze)

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