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Die Kraft der Selbstheilung: Wie wir unseren Körper richtig animieren

Experte verrät

Die Kraft der Selbstheilung: Wie wir unseren Körper richtig animieren

Die Kraft der Selbstheilung: Bewegung ist ein Zaubermittel Gesundheit
03:14 min
Gesundheit
Die Kraft der Selbstheilung: Bewegung ist ein Zaubermittel

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Selbstheilung klingt für viele Menschen esoterisch, ist es aber gar nicht. Eine Wunde zum Beispiel schließt sich ja auch wieder von alleine - und das lediglich durch Selbstheilungskräfte. Aber sich alleine darauf zu verlassen, ist die falsche Vorstellung von Heilung. Wie die Selbstheilung genau in unserem Körper funktioniert und was wir gezielt tun können, damit sie noch besser wirkt, erfahren Sie im Video.

Das Denkverhalten verändern

Cornelia Gehrken leidet an Diabetes Typ 2 und hatte vor einigen Jahren eine Krebserkrankung. Doch alleine auf die Schuldmedizin will sie sich nicht verlassen. Sie glaubt auch an ihren „inneren Arzt“ und setzt damit auf die Selbstheilungskraft ihres Körpers. Damit sich diese bestmöglich entfalten kann, rät Gesundheitsforscher Prof. Dr. Tobias Esch im RTL-Interview zu Folgendem: „Es gibt ganz konkrete Übungen. Es geht zum Beispiel darum, mein Denkverhalten zu verändern, indem ich auch mal das Positive zulasse. Gerade in der jetzigen Zeit, die wir gerade erleben, ist das wahnsinnig schwer und umso wichtiger, dass ich bei all dem Negativen auch mal schaue: Wofür bin ich dankbar? Was ist heute gut gelaufen? Oder: Was ist mir heute Positives widerfahren? Wenn man immer wieder auch versucht, das Positive zuzulassen, dann verändert sich unser Körper, unser Organismus.“

Aber nicht nur die Gedanken spielen eine große Rolle, vor allem eine Sache sollten sich viele zu Herzen nehmen: „Dass ich im Alltag schaue, dass ich mich 30 Minuten bewege. Bewegung ist ein Zaubermittel, kein Wundermittel, weil es eigentlich total normal ist, aber es hat wirklich enorme Effekte auf unsere Selbstheilung“, so der Experte.

Lese-Tipp: Homöopathie oder Eigenbluttherapie gehören zu den alternativen Heilmethoden. Alternativmedizin wird bei Krankheiten immer häufiger genutzt.

Auf das Maß kommt es an

Dabei sollte man es jedoch nicht übertreiben. Es gehe nicht darum, einen Sprint zu absolvieren. Einfache Gartenarbeit sei schon völlig ausreichend. „Das Maß ist schon wichtig, und dazu gehört auch, dass ich in mich hinein horche, sozusagen den „inneren Arzt“ auch zulasse, also dass ich mich auch nicht überfordere“, so Prof. Dr. Esch.

Aber es gibt auch Kritiker, die nicht an die Kraft der Selbstheilung glauben wollen. Dazu sagt der Gesundheitsforscher: „Das Erstaunliche ist, dass Selbstheilung auch funktioniert, wenn ich davon erstmal gar nicht überzeugt bin.“ Studien hätten in den letzten Jahren auch deutlich gemacht, dass Scheinmedikamente auch dann helfen, wenn man wisse, dass die Selbstheilung angeregt werde.

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Öfter mal auf den "inneren Arzt" hören

Sich aber ausschließlich auf die Kraft und Heilung des Körpers zu verlassen, ist für Prof. Dr. Esch keine Option, da jeder Fall einzeln zu betrachten sei. „Ich bin ein großer Fan von dem, was wir die integrative Medizin nenne. Das heißt, das eine tun und das andere nicht lassen. Nicht Selbstheilung gegen die konventionelle Medizin ausspielen, sondern es mit innerer Achtsamkeit, Bewegung, Entspannung, Ernährung und positiven Gedanken probieren, auch bei schweren Erkrankungen? Wenn das aber nicht ausreicht, auch mitunter Medikamente dazu zu nehmen.“

Cornelia Gehrken versucht nun, so gut es geht auf ihren „inneren Arzt“ zu hören und ihn zu unterstützen, auch wenn das öfter mal Selbstdisziplin erfordert. Bevor Sie bei der nächsten Erkältung gleich zu Medikamenten greifen, horchen Sie doch auch mal in sich hinein, denn: „Bei saisonalen grippalen Infekten - wir reden jetzt nicht über Corona - reicht in der Regel die Selbstheilung völlig aus“, so der Gesundheitsforscher. (kko)