Emily Vater kämpft für Gerechtigkeit

13-Jährige stirbt auf Klassenfahrt in London: Neue Ermittlungen gegen die Lehrer

06. August 2021 - 8:48 Uhr

Staatsanwaltschaft nimmt Ermittlungen wieder auf

Bekommt Kay Schierwagen (47) für seine Tochter Emily endlich Gerechtigkeit? 2019 stirbt die 13-Jährige auf einer Klassenfahrt in London. Die Staatsanwaltschaft stellte im Februar das Verfahren gegen vier Lehrer wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung ein. Nach RTL-Informationen werden die Ermittlungen nun aber wieder aufgenommen.

Ermittlungen gegen Lehrer nach Tod auf Klassenfahrt

Die Staatsanwaltschaft Mönchengladbach ist jetzt dem Einwand des Vaters gefolgt und hat die Wiederaufnahme des Verfahrens angekündigt, wie uns sein Anwalt Wolfgang Steffen bestätigt. Schierwagen wollte sich nicht damit abfinden, dass niemand für den Tod seiner Tochter zur Rechenschaft gezogen wird. Er kämpfte darum weiter – mit Erfolg.

Aus seiner Sicht hätte Emilys Tod verhindert werden können, hätten sich ihre Lehrer vor der Klassenfahrt über gesundheitliche Besonderheiten der mehr als 70 Schüler informiert. Vielleicht hätten sie dann bei den ersten in London auftretenden Krankheitssymptomen seiner Tochter schneller gehandelt.

Diabetikerin Emily kommt zu spät ins Krankenhaus

Rückblick: Auf ihrer Klassenreise nach London vor zwei Jahren stirbt die 13-jährige Emily. Sie ist Typ-1-Diabetikerin, fühlt sich nach dem Essen nicht wohl. Obwohl die Mitschüler Lehrer informierten, soll niemand dem Mädchen geholfen haben.

"An Diabetes stirbt keiner, nur wenn man ihnen nicht hilft. Das ist ganz klar hier passiert." sagt Kai Schierwagen (47) kurz nach dem Tod seiner Tochter und beruft sich dabei auf die Aussagen von Emilys Mitschülern. Die haben den Lehrern vorgeworfen, sie hätten erst zwei Tage nach Auftreten der Symptome einen Krankenwagen gerufen. Die 13-Jährige hatte sich laut ihren Mitschülern zuvor an beiden Tagen ständig übergeben müssen und sei immer schwächer geworden.

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Emilys Vater ist enttäuscht von den Lehrern un der Schulleitung

Als Kay Schierwagen von dem Drama erfährt, eilt er mit Emilys Mutter sofort nach London. Wenige Stunden nach ihrer Ankunft ist die 13-jährige tot. Der Vater erhebt schwere Vorwürfe gegen die Schule, vor allem gegen die Lehrer. Aber auch gegen die Schulleitung. Ein persönliches Gespräch habe es nicht gegeben. Einzig auf der Website der Schule steht ein Statement: Der Tod der Schülerin Emily sei ein tragischer Verlust. Die Kollegen und Kolleginnen seien höchst gewissenhaft und zuverlässig, steht dort und weiter: "Ich habe als Schulleiterin das vollste Vertrauen in sie."

Kay Schierwagen stellt Strafanzeige, die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen fahrlässiger Tötung. Im Februar werden die Ermittlungen eingestellt, weil nicht nachgewiesen werden kann, dass die mitgereisten Lehrer Kenntnis von Emilys Erkrankung hatten. Jetzt aber die Wende: Die Ermittlungen gegen die Verantwortlichen Lehrer sollen nun wieder aufgenommen werden. (rra)