Mit drei Jahren las Shahab Gharib bereits die ersten Bücher

Mit nur 13 Jahren: Deutsches Wunderkind studiert an renommierter New Yorker Uni

Der 13-jährige Shahab aus dem badischen Bruchsal studiert bereits an der New Yorker Pace Universität.
Der 13-jährige Shahab aus dem badischen Bruchsal studiert bereits an der New Yorker Pace Universität.
© dpa, Christina Horsten, kde

04. Mai 2021 - 10:54 Uhr

Shahab aus dem schwäbischen Bruchsal ist ein wahres Wunderkind

Manchen ist es einfach in die Wiege gelegt: Der 13-jährige Shahab Gharib, im schwäbischen Bruchsal geboren, ist ein wahres Wunderkind – denn er hat ein enormes Lernvermögen. Mit drei Jahren liest er bereits die ersten Bücher – das Lesen hat er sich selbst beigebracht. In der ersten Klasse hat er bereits alle Bücher der Harry-Potter-Reihe gelesen. Von da an erobert er die Bibliotheken und liest so viele Bücher, wie er an einem Tag schafft - in der Regel drei bis vier. Seine Eltern ziehen mit ihm nach Florida, dort besucht er eine Begabtenschule. Jetzt ist er mit erst 13 Jahren bereits Student an der Pace University in New York.

Shahab zog als Kleinkind mit seinen Eltern nach Florida

Schon in der Grundschule ist Shahab Gharib mit allen Aufgaben immer vor seinen Mitschülern fertig. "Deswegen habe ich mich dann immer durch alle Bibliotheken gelesen", sagt der heute 13-Jährige, der im baden-württembergischen Bruchsal geboren ist und mit seinen Eltern als Kleinkind nach Florida umzog. "Jeden Tag bin ich nach Hause gekommen und habe gesagt: 'Heute habe ich drei Bücher gelesen, heute habe ich vier Bücher gelesen.'" Die "Harry Potter"-Bände hat er schon in der ersten Klasse alle durch.

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Das Lesen hat Shahab sich selbst beigebracht

"Als er gesagt hat, er will meine Bücher lesen, habe ich gesagt: 'Das kannst du nicht, du bist noch viel zu klein, das ist Geheimsprache'", sagt Shahabs Vater Bardia, der 1971 ebenfalls in Bruchsal geboren wurde, als Sohn einer Berliner Ballett-Lehrerin und eines Vaters aus Teheran. Als Box-Trainer macht Bardia sich in Baden und überregional einen Namen, arbeitete als Journalist, Autor und Heilpraktiker.

"Natürlich hat er sich dann das Lesen selbst beigebracht. Ich habe ihm ein paar Tricks gezeigt, wie man Buchstaben erkennt, und ein paar Wochen später hat er sich die ersten Bücher aus dem Regal gezogen. Da war er vielleicht drei. Aber ich hab weder trainiert, forciert, noch hätte ich jetzt das als besonders aufgeschrieben, weil wäre ich Fußballer und hätte ich früh mit ihm das Kicken angefangen, hätte er vielleicht mit dem Ball jongliert, deswegen war es für mich normal."

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In Florida wechselte Shahab Gharib auf Begabtenschule

Erst als Shahab in der vierten Klasse bei einem für doppelt so alte Kinder angelegten landesweiten Test im obersten Tausendstel landet, wird dem Vater klar: "Das war der Durchbruch für mich, da habe ich gedacht, irgendwas stimmt mit dem Typ nicht", sagt er. "Da waren wir echt ein bisschen stolz."

Gharib wechselt in Florida auf eine Begabtenschule, absolviert alle seine Fächer mit Bestnoten, macht zusätzliche Online-Kurse und schafft schließlich im vergangenen Jahr den Highschool-Abschluss - mit gerade einmal zwölf Jahren, einem Alter, in dem andere Kinder noch gar nicht auf der Highschool angefangen haben.

Danach bewarb er sich bei zahlreichen Universitäten, und seit diesem Frühjahr studiert der im Februar 13 Jahre alt gewordene Shahab nun an der renommierten New Yorker Pace University - als einer der jüngsten Studenten in der Geschichte der Bildungseinrichtung.

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Dank zahlreicher Stipendien kann Shahab sich das Studium in New York leisten

Das Alter seines Sohnes habe die Bewerbungen deutlich verkompliziert, sagt der Vater. Unter anderem, weil man mit weniger als 13 Jahren noch nicht einmal ein Internet-Profil für die nötigen Zulassungstests anlegen könne. Mehrere Universitäten lehnten Gharibs Bewerbung ab, aber von der Pace University kam am Tag vor Weihnachten die Zusage. "Da sind wir aus dem Grinsen nicht mehr rausgekommen und zum Feiern zusammen essen gegangen", sagt Bardia Gharib.

"Die zuständige Direktorin hat erzählt, sie hat meine Bewerbung durchgelesen und gesagt: 'Den will ich' - und da hatte sie noch nicht einmal mein Alter gesehen", erinnert sich Shahab Gharib. Sein Vater ergänzt: "Das fand ich gut, weil ich möchte, dass er eine Chance bekommt, nicht weil er goldig ist und weil er jünger ist, sondern weil er gut ist und weil er bereit ist für das College."

Dank zahlreicher Stipendien kostet das Studium für Shahab nur vergleichsweise günstige mehrere Tausend Dollar pro Semester. Mit der Universität ist vereinbart, dass der Vater den Sohn als eine Art Aufsicht begleitet und rechtliche Verantwortungen übernimmt.

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Stolz steht Bardia Gharib (l) mit seinem Sohn Shahab Gharib vor dem Eingang der Pace University.
Stolz steht Bardia Gharib (l) mit seinem Sohn Shahab Gharib vor dem Eingang der Pace University.
© picture alliance, dpa, Christina Horsten

In New York studiert Shahab Geschichte, Wirtschaft, Psychologie, Ägyptologie und Poesie

Geschichte ist nun das Hauptfach von Gharib, dazu belegt er - teilweise im Gebäude im Süden Manhattans, teilweise wegen der Pandemie noch zu Hause am Computer - unter anderem Kurse in Wirtschaft, Psychologie, Ägyptologie und Poesie. "Es macht mir sehr viel Spaß", sagt Gharib. Mit seinen teils deutlich älteren Kommilitonen sei alles "ganz normal". "Und meine Professoren sind alle witzig und sie wissen über alles Bescheid."

Lob kommt auch von der Uni: "Es ist eine Freude, Shahab zu unterrichten", sagt der Präsident der Pace University, Marvin Krislov, in dessen Kurs über öffentliche Bildung Gharib eingeschrieben ist. "Er ist aufmerksam, intelligent und engagiert. Er ist intellektuell neugierig und nimmt aktiv an den Diskussionen im Kurs teil. Er ist einfach ein wundervoller Student."

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"Er ist ein stinknormaler 13-Jähriger mit einer Begabung fürs Lernen", sagt Vater Bardia

Warum er akademisch so viel schneller sei als die meisten anderen Kinder, könne er sich auch nicht erklären, sagt Gharib. "Ich glaube vieles ist Genetik, ich habe einfach einen schlauen Vater und eine schlaue Mutter. Aber ich weiß es nicht, es ist mir einfach schon immer leicht gefallen." Ob es auch etwas gebe, was er nicht so gut könne? "Ich kann keinen Ton singen, und ich kann kein Instrument spielen."

Sein Sohn sei einfach ein "stinknormaler 13-Jähriger mit einer Begabung fürs Lernen", sagt Vater Bardia. "Er hat Lerntalent, er liest schneller und kann sich Dinge besser merken als andere. Ich weiß gar nicht, ob ich sagen kann, dass er ehrgeizig ist. Was aber definitiv ist: Wenn jemand ihm sagt, das geht nicht - da ist es vorbei."

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Eltern ziehen seinetwegen von Florida nach New York

Gedrillt worden sei Gharib nie, betonen Vater und Sohn. "Wenn ich das höre, lache ich", sagt der 13-Jährige. "Wenn ich einen Kurs angefangen habe, habe ich nicht aufgehört. Ich saß dann dran und habe immer gesagt, da mache ich noch ein bisschen weiter. Und dann kam er und hat gesagt: 'Geh raus, hab Spaß, hock nicht den ganzen Tag drin.' Also, es war genau andersrum." Aber die Eltern unterstützten ihn und zogen unter anderem seinetwegen von Florida nach New York, damit er auf eine gute Universität gehen und ein spannendes Umfeld haben kann. Gharibs Mutter fand in der Metropole einen Job als Krankenschwester.

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Wenn er gerade nicht studiert, spielt er gerne mit Lego oder Playmobil

Was er einmal werden will, das weiß Gharib noch nicht genau. "Ich kann mir alles vorstellen. Ich kann alles machen. Ich kann mir Jura vorstellen, aber ich glaube, wenn ich einen Professor kennenlerne, der Arzt ist und der bringt mich in eine gute Medizinschule, dann kann ich mir auch Medizin vorstellen, ich kann es jetzt wirklich noch nicht sagen." Zunächst einmal müsste er eigentlich Praktika machen, sagt der Vater. "Und da ist schon wieder sein Alter ein Problem. Viele Firmen werden einfach ablehnen vom Alter her, aber er muss ja in Berufe reinschnuppern."

Schon in etwa zwei Jahren wird Gharib wohl den Bachelor-Abschluss haben - mit 15. Wenn er gerade nicht studiert, spielt er gerne mit Lego oder Playmobil, telefoniert mit seinen Freunden aus Florida, schaut mit seinen Eltern Filme oder geht mit ihnen ins Metropolitan Museum. Die Jahreskarte hat er sich zum Highschool-Abschluss gewünscht. "Wir sind total stolz auf ihn", sagt Vater Bardia. "Aber wir sehen in ihm auch genauso den Lauselümmel, der er ist."

Quelle: DPA

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