Frauen hierzulande aber insgesamt häufiger betroffen

Depressionen: Deutsche Männer in Europa traurige Spitzenreiter

Die Häufigkeit von Depressionen unterscheidet sich innerhalb der einzelnen europäischen Länder deutlich.
Die Häufigkeit von Depressionen unterscheidet sich innerhalb der einzelnen europäischen Länder deutlich.
NATHANAEL KIEFER, iStockphoto, iStock

Volksleiden Depression

Traurigkeit, geringes Selbstwertgefühl, Schuldgefühle, fehlendes Interesse, Appetitlosigkeit und Schlafprobleme: Depression gehört schlechthin zu den Volkskrankheiten weltweit – und wird immer noch häufig unterschätzt. Forscher haben jetzt untersucht, in welchen Ländern Depressionen besonders häufig vorkommen. Dabei kam unter anderem heraus, dass es in Deutschland die meisten depressiven Männer in Europa gibt. Trotzdem leiden hierzulande mehr Frauen an Depressionen als Männer.

Island hat insgesamt die meisten Fälle

Die Häufigkeit von Depressionen unterscheidet sich innerhalb der einzelnen europäischen Länder deutlich. Das hat eine Studie von Forschern aus London, die in Lancet Public Health veröffentlicht wurde, herausgefunden. In Island leiden demnach mehr als 10 Prozent der erwachsenen Bevölkerung unter Symptomen einer schweren depressiven Episode, in Tschechien sind es 4 mal weniger. In Deutschland sind Depressionen im europäischen Vergleich bei Männern besonders häufig.

LESE-TIPP: Depressionen und Angststörungen bei Kindern und Teenagern – „Ich hatte schon Angst vor der Angst“

So erkennen Sie eine echte Depression.
So erkennen Sie eine Depression.
Stiftung Deutsche Depressionshilfe

Mehr Frauen als Männer in Deutschland betroffen

Ein Team um Jorge Arias-de la Torre vom Institute of Psychiatry am King’s College London hat für die Studie die Antworten von 258.888 Erwachsenen aus 27 Ländern analysiert. Insgesamt litten in allen Ländern zusammengenommen mehr als 6 Prozent der Erwachsenen unter einer depressiven Störung. Bei Männern betrug die Häufigkeit 4,89 Prozent und bei Frauen 7,74 Prozent. Den höchsten Anteil an depressiven Männer gab es in Deutschland mit 7,69 Prozent und Irland mit 6,5 Prozent. Am niedrigsten war diese Rate in Tschechien und der Slowakei. Bei den Frauen ist Island Spitzenreiter - vor Portugal, Luxemburg, Schweden und Deutschland mit 10,73 Prozent.

LESE-TIPP: Depression – bei diesen Sätzen sollten Sie hellhörig werden

Anzeige:

Empfehlungen unserer Partner

Diese Faktoren geben den Ausschlag

Mögliche Erklärungen könnten sich laut den Forschern aus den typischen Risikofaktoren für eine Depression ergeben: Überdurchschnittlich häufig betroffen waren unter anderem Personen im Alter über 75 Jahre, Bewohner von dicht besiedelten Gebieten, Menschen mit langjährigen Krankheiten, Behinderte, adipöse und untergewichtige Menschen, tägliche Raucher und bewegungsarme Menschen. Auch das Einkommen, das Bildungsniveau und die Ernährung hatten einen Einfluss auf die Häufigkeit von Depressionen.

GUT Z WISSEN: Sind bei Ihnen Anzeichen einer Depression vorhanden?

Depressionen gehören zu den verbreitetsten Volkskrankheiten weltweit – und werden doch häufig unterschätzt. Es ist aber wichtig, die psychische Störung frühzeitig zu erkennen, da die Heilungschancen dann in der Regel am größten sind. Doch die Erscheinungsformen einer Depression können sehr unterschiedlich sein. Erfahren Sie hier, welche körperlichen uns seelischen Symptome für eine Depression sprechen können und was Sie tun können, wenn Sie vermuten, selbst betroffen zu sein.

Hilfe finden Betroffene und Angehörige hier:

• Erster Ansprechpartner ist der Hausarzt
• deutschlandweites Info-Telefon Depression 0800 33 44 5 33 (kostenfrei)
• Wissen, Selbsttest und Adressen rund um das Thema Depression unter www.deutsche-depressionshilfe.de
• fachlich moderiertes Online-Forum zum Erfahrungsaustausch www.diskussionsforum-depression.de
• Hilfe und Beratung bei den sozialpsychiatrischen Diensten der Gesundheitsämter
• Für Angehörige: www.bapk.de und www.familiencoach-depression.de