Was macht Plastik mit unserem Körper?

Das Jenke-Experiment: „Das Plastik in mir: Wie der Müll uns krank macht"

24. September 2019 - 11:31 Uhr

Das Experiment: So viel Plastik essen, wie möglich

Plastik gehört ganz selbstverständlich zu unserem Alltag: Wir trinken aus Plastikflaschen, essen Lebensmittel, die in Plastik verpackt sind, nutzen Plastikfolien zum Frischhalten von Lebensmitteln oder essen Fertiggerichte, die regelmäßig in Plastikverpackungen angeboten werden. Was aber bedeutet der unbewusste Konsum von Mikroplastik für unsere Gesundheit?

In seinem neuen Experiment will Jenke von Wilmsdorff genau das herausfinden - und nimmt vier Wochen lang gezielt besonders viele Produkte zu sich, die in Plastik verpackt sind.

Weichmacher können hormonellen Einfluss in unserem Körper haben

Begleitet wird Jenke von Wilmsdorff von einem Speziallabor. Wie wird sich das für sein Plastik-Experiment auf seinen Körper und seine Gesundheit auswirken? "Wir nehmen regelmäßig Mikroplastik und Weichmacher in unseren Körper auf, was Folgen für unsere Gesundheit haben kann", sagt Jenke. Aber ist das wirklich kritisch für unsere Gesundheit?

Biochemiker Stefan Georgius Moellhausen, Leiter des IGL-Labors in Wittbeck, warnt Jenke vorab vor den Risiken eines solchen Selbst-Experiments: "Wir wissen nicht, was das in Ihrem Körper jetzt anstellt. Ob es hormonelle Veränderungen oder entzündliche Prozesse auslösen kann. Sie gehen das Risiko jetzt ein, dass Sie unter Umständen gesundheitliche Probleme bekommen können."

Plastikverzicht muss nicht teurer sein

Die fünfköpfige Familie Öhler aus Lauterbach in Baden-Württemberg hat vor einem Jahr auf einen plastikfreien Lebensstil umgestellt. Früher verbrauchte die Familie zehn Plastikmülltüten pro Monat, heute nur noch eine halbe. Wie das mit drei Kindern im Alter zwischen acht und 15 Jahren im Alltag geht, zeigen sie Jenke.  

Wie stark ist Deutschland mit Plastik belastet?

Jeder Deutsche verbraucht laut dem Umweltbundesamt rund 37 Kilogramm Verpackungsmüll im Jahr. Das sind umgerechnet 1800 Plastiktüten, die jeweils rund 50 Jahre zur Zersetzung benötigen - um dann als Mikroplastik die Erde zu verseuchen.

Auf der Suche nach Mikroplastik im Meer begleitet Jenke von Wilmsdorff den Meeresbiologen Frank Schweikert von der Meeresstiftung in der Nordsee. Wie viel Mikroplastik findet er dort, wie gelangt es überhaupt ins Meer und welche Konsequenzen hat das für Mensch und Umwelt.

"Besonders beschämend für uns Verbraucher fand ich die Information, dass europaweit mit 22 Prozent tatsächlich Zigarettenstummel einen entscheiden Anteil des Plastikmülls im Meer ausmachen sollen", sagt Jenke.

Recycling – die Lösung gegen Plastikberge?

Viele Deutsche trennen engagiert ihren Müll. Aber ist das die Lösung? Laut "Plastik Atlas" des BUND werden in Deutschland nur 15,8 Prozent des verbrauchten Plastiks recycelt. Offiziell gibt das Umweltbundesamt jedoch eine Recyclingquote von rund 45 Prozent an. Diese bezieht sich allerdings nur auf die in den Recyclinghöfen angelieferte Müllmenge. "Ich habe mir das vor Ort auf einem Recyclinghof einmal erläutern lassen und fand erschreckend, dass viele Kombiprodukte, wie Joghurtbecher oder Chipstüten, die aus Plastik und Aluminium bestehen, von den Maschinen nicht sortiert werden können und daher verbrannt werden müssen", sagt Jenke. Und was nicht verbrannt wird, wird exportiert.

Aber wo landet der Export-Müll dann? Die Recherchen des Jenke-Teams führen bis nach Malaysia, wo Greenpeace-Mitarbeiter vor Ort gemeinsam mit Jenke in den Müllbergen deutschen Müll finden. Allein nach Malaysia gingen in 2018 über 114.000 Tonnen Müll aus Deutschland.

Jenkes Fazit:

"Umso wichtiger ist es, den Plastikmüll nach allen Möglichkeiten und Kräften zu reduzieren", lautet Jenkes Fazit. "Zum Beispiel durch Mehrweg statt Einweg. Hier hat es auch jeder Verbraucher selbst in der Hand, welche Produkte er einkauft."

Das ganze Jenke-Experiment können Sie in der TVNOW App schauen.

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