Alltagstipps für uns alle

Leben fast ohne Plastik: RTL-Moderator Maik Meuser zeigt, wie's geht!

16. September 2019 - 15:12 Uhr

von Lauren Ramoser und Laura Waßermann

Unser Plastikverbrauch ist zum riesigen Umweltproblem geworden. Die Weltmeere, Strände und immer mehr Meeresbewohner ersticken wortwörtlich an Plastiktüten, Verpackungen und Flaschen. Es ist also höchste Zeit, unseren Verbrauch an Kunststoff einzuschränken. Einer, der das schon ganz bewusst macht, ist RTL-Aktuell Moderator Maik Meuser. Seine Frau und er haben beschlossen: Unsere Familie verzichtet so weit es geht auf Plastik. In einem Blog berichten sie über die Erfahrungen, die sie und ihre drei Kinder so machen. Wir haben Maik Meuser getroffen und mit ihm über seinen weitestgehend fast Alltag gesprochen. Im Video erzählt er auch, welche Hürden man da so meistern muss.

Die deutsche Recycling-Lüge

Wir Deutschen sehen uns gerne als Recycling-Weltmeister. Wir trennen was das Zeug hält und trotzdem verkleinern wir das Plastikmüll-Problem damit nur ein bißchen. Denn ein Teil unseres  Verpackungsmülls wird ins Ausland verschifft. Das verschönert unsere Müll-Statistik, löst aber nicht das eigentliche Problem.

Mittlerweile besteht die Hälfte des weltweiten Plastikmülls aus Verpackungen und geht somit auf das Müllkonto der Verbraucher. Wirklich etwas an dieser Zahl verbessern können wir also nur, wenn wir weniger Plastik verwenden. Und da kann jeder mit kleinen Tricks im Alltag Plastik-Sparen.

220 Kilogramm Verpackungsmüll verbraucht jeder von uns pro Jahr.
Durch Einkäufe und den generellen Konsum sammelt sich diese sehr hohe Zahl an Müll pro Jahr an.
© RTLi
Mit jedem Einkauf produzieren wir jede Menge neuen Müll.
Wie viel Müll 220 Kilogramm sind, ist vielleicht schwer vorstellbar.
© RTLi

Jeder muss bei sich selbst anfangen!

Ein Gang durch die Wohnung und ein Blick in den Einkaufskorb entlarven schnell die größten Plastik-Verursacher. Lebensmittel und Kosmetik haben eine kurze Lebensdauer, weil sie schnell aufgebraucht sind und sind dafür umso langlebiger verpackt – oftmals doppelt und dreifach.

Im Badezimmer sind fast alle Produkte aus Plastik oder in Plastik verpackt. Ohrstäbchen, Shampoos, Kosmetika und Zahnpflege – all diese Produkte lassen sich mit kleinem Aufwand ersetzen. Anstatt tubenweise leere Zahnpasta zu hinterlassen, eigenen sich Zahnputz-Tabletten, um die Zähne sauber und die Umwelt plastikfrei zu halten. Die Fluorid-haltigen Kautabletten gibt es mittlerweile sogar für weniger als fünf Euro im Drogeriemarkt, eine Packung reicht etwa zwei Monate.

Kleine Tricks im Alltag haben eine große Wirkung

Beutel und Gläser anstatt Plastik: Das hilft der Umwelt sehr.
Für Kunden sieht der Einkauf fast gleich aus, aber er zeigt: Die Plastiktüten aus dem Supermarkt sind leicht durch mitgebrachte Beutel zu ersetzen.
© istock/Arturs Budkevics, Arturs Budkevics

Insbesondere frische Lebensmittel lassen sich in vielen Supermärkten schon ohne Plastik einkaufen. In speziellen Unverpackt-Läden, die es mittlerweile in jeder größeren Stadt gibt, lassen sich auch Produkte wie Nudeln, Reis, Haferflocken und sogar Öle oder Putzmittel in selbst mitgebrachte Behälter füllen. Dabei handelt es sich meistens um Bio-Produkte, wodurch der Preis über das Discounter-Level steigt.

Auf dem Wochenmarkt ist es hingegen sehr einfach plastikfrei einzukaufen, da die Produkte fast immer unverpackt sind. In mitgebrachten Jutebeuteln, Dosen oder Einmachgläsern lässt sich alles direkt und vor allem ohne Plastik verpacken.

Supermärkte denken um: Ist das ein gutes System für die Zukunft?

Auch die großen Supermärkte stellen sich langsam um. Auf Anfrage von RTL.de bestätigen Globus, Kaufland und Edeka den Einsatz von Mehrwegdosen an der Frischetheke. Rewe setzt das System bisher nur in einem Teil seiner Filialen ein.

Um Fleisch, frischen Aufschnitt und Käse unverpackt zu kaufen, können Kunden Behälter von Zuhause mitbringen und dem Personal vor der Bestellung Bescheid geben. Dann wird ein Tablett über die Theke gereicht, auf dem Kunden ihren Behälter abstellen können. Das Personal legt die gewünschten Produkte hinein und reicht das gefüllte Behältnis samt Tablett zurück. Der Kunde verschließt seine Box und kann die Ware dann mitnehmen.

Durch dieses System werden keine Hygienevorschriften verletzt und dennoch keine unnötige Plastikverpackung verwendet. Auch in der Obst- und Gemüseabteilung bieten wiederverwendbare Netze eine Alternative zu Einmal-Tütchen, denn die werden immer häufiger verwendet, obwohl sie schon kurz nach der Verwendung weggeworfen werden.

Wiederverwendbare Plastikdosen, die von Edeka an der Frischetheke für Wurst und Käse getestet werden.
In Zusammenarbeit mit dem WWF hat Edeka ein System für Mehrwegdosen an der Wurst- und Käsetheke entwickelt.
© EDEKA ZENTRALE AG & Co. KG

Weniger Plastik ist Meer!

Den eigenen Plastikverbrauch zu verringern kostet etwas mehr Vorbereitung, als wahllos zu eingeschweißten Artikeln zu greifen. Seitdem Plastiktüten in den Geschäften bezahlt werden müssen, haben sich die meisten Kunden binnen kurzer Zeit umgestellt und eigene Tragetaschen mitgebracht.

Auch die Vorbereitung für einen plastikfreien Einkauf ist einfach umzusetzen und der Einzelne zahlt nur einen geringen Preis dafür, dass stark verringerter Plastikverbrauch unsere Ökosysteme in den Weltmeeren und damit letztlich auch uns retten kann.