Unerwarteter Spitzenreiter!

Müll-Ranking: Dieses Plastik landet am häufigsten im Wasser

16. September 2019 - 11:08 Uhr

von Lauren Ramoser

Plastik im Alltag zu vermeiden, ist die größte Chance auf weniger Umweltverschmutzung. Forscher gehen davon aus, dass bereits 2030 mehr Plastik als Fische in unseren Weltmeeren schwimmen. Schon jetzt werden Plastikteile für viele Meeresbewohner zur tödlichen Falle. Forscher haben jetzt verschiedene Untersuchungen kombiniert – und Plastiktüten sind erstaunlicherweise nicht das größte Problem.

Im Video zeigen wir, wie unsere Urlaubsfotos aussehen könnten, wenn wir unseren Plastikverbrauch nicht schnell in den Griff kriegen. 

Plastiktüten sind nicht das größte Problem

Knapp 70 Prozent des Mülls in Gewässern geht auf Plastikteile zurück. Auf diese Zahl bezieht sich die Untersuchung des Earth Watch Institute. Ziel der verdeutlichten Zahlen soll sein, im Alltag genau diese Teile zu vermeiden. Denn unser Müll gelangt über kleine Bäche in Flüsse und von da in die Meere. Dann haben wir kaum noch eine Chance, um unseren Müll wieder einzusammeln.

Das sind die häufigsten Plastikteile im Wasser

  1. Plastikflaschen (14 Prozent)
  2. ​Lebensmittel-Verpackungen (12 Prozent)
  3. Zigarettenkippen (9 Prozent)
  4. To-Go-Boxen (6 Prozent)
  5. Ohrstäbchen (5 Prozent)
  6. To-Go-Becher (4 Prozent)
  7. Hygieneartikel wie Binden und Tampons (3 Prozent)
  8. Zigarettenschachteln und Tabakverpackungen (2 Prozent)
  9. Strohhalme und Plastikbesteck (1 Prozent)
  10. Plastiktüten (1 Prozent)

Die größten Probleme und wie sie sich vermeiden lassen

Zu Plastikflaschen zählen die Forscher alle Arten von Flaschen: Getränke, Putzmittel, Kosmetikverpackungen, usw. In jedem Haushalt fallen davon Dutzende an, dabei sind sie leicht vermeidbar. Indem man eine wiederverwendbare Flasche dabei hat, spart man täglich mehrere Plastikflaschen. Zuhause sollte man auf Leitungswasser umsteigen – das spart Plastik und ist zudem laut Stiftung Warentest die beste Option.

Die meisten Lebensmittel sind mittlerweile in Plastik eingepackt. Wer frisch kocht, kann viele Verpackungen leicht vermeiden. Auch die meisten Supermärkte haben sich umgestellt und ermöglichen Kunden, frische Waren wie Aufschnitt, Käse und Fleisch in selbst mitgebrachte Container oder vorbereitete Boxen zu verpacken, die sich wiederverwenden lassen. Auch preislich ist das nicht teurer als viele in Plastik verpackte Lebensmittel.

Zigarettenkippen sind ein großes Problem für Wasser, denn die in dem Filter aus Celluloseacetat enthaltenen Giftstoffe verunreinigen pro Kippe etwa 40 Liter Wasser. Dabei gibt es Alternativen, um Kippen nachhaltig zu verstauen und zu entsorgen. Sie sollten auf keinen Fall einfach achtlos auf die Straße oder in die Umwelt geworfen werden.

Drei Fragen für weniger Plastik

Selbst wenn Plastik recycelt wird, sind die Prozesse aufwändig. Das Wichtigste sollte also sein, weniger Plastik zu verwenden. Wichtige Fragen sind also:

  • Gibt es das Produkt auch unverpackt?
  • Brauche ich das Teil wirklich oder kann ich auf die Verpackung verzichten?
  • Gibt es eine bessere Alternative: etwa Mehrweg anstatt Einweg?