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Darmstadt: Mobbingchat bei der Polizei sollte "ungeeignete" Kollegen aus dem Dienst ekeln

Hessens Beamte wieder im Schussfeld

Polizei Darmstadt: Mobbingchat sollte "ungeeignete" Kollegen aus dem Dienst ekeln

Mobbingchat sollte "ungeeignete" Kollegen aus Dienst ekeln Hessens Beamte wieder im Schussfeld

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Hessens Polizei sorgt mal wieder für Negativschlagzeilen. Erst am Montag erhob die Frankfurter Staatsanwaltschaft Anklage gegen fünf Frankfurter Polizisten, weil sie rassistische und volksverhetzende Inhalte auf Whatsapp geteilt haben sollen.

Nun veröffentlicht das südhessische Polizeipräsidium eine Pressemitteilung, in der ebenfalls von einer problematischen Chatgruppe die Rede ist, die von Polizisten in Darmstadt betrieben worden sein soll. Hier soll gezielt Mobbing gegen Kollegen stattgefunden haben, die aus Sicht der Gruppenbetreiber „ungeeignet“ für den Polizeidienst seien.

Polizei bestätigt die Existenz der Mobbinggruppe

Das Polizeipräsidium Südhessen reagierte mit seiner veröffentlichten Pressemitteilung auf einen Bericht der Frankfurter Rundschau, in dem schwere Vorwürfe gegen die Polizei erhoben wurden. Demnach sollen in der Mobbing-Chatgruppe auch Nazianspielungen gemacht worden sein. Konkret ging es um die Einladung eines Polizeibeamten zur Weihnachtsfeier. Nachdem er die Adresse schickt, fragt ein anderer Polizeibeamter zurück: „Ist quasi links an der Wolfsschanze vorbei.“ – besagter Polizist soll daraufhin mit „Es ist die Wolfsschanze“ geantwortet haben. Dabei handelt es sich um das frühere Hauptquartier die Machtzentrale von Adolf Hitler.

Das Polizeipräsidium gibt nun zu, dass in dem Chat tatsächlich der Begriff „Wolfsschanze“ als Ortsbezeichnung verwendet worden sein soll. Darüber hinaus teilt die Polizei mit: „Im Kern soll die Chatgruppe das Ziel gehabt haben, einzelne Mitglieder der Dienststelle, die in den Augen der beschuldigten Mitglieder ungeeignet erschienen, aus der Dienststelle zu mobben.“ Gegen die sechs Teilnehmer der Chatgruppe werde nun wegen des Verdachts der Beleidigung und üblen Nachrede ermittelt.

Whatsapp-Störung: Es dürfen auch zwei Messenger sein
In einer gemeinsamen Whatsapp-Gruppe sollen Polizeibeamte rassistische Sprache benutzt und Kollegen gemobbt haben. Foto: Zacharie Scheurer/dpa-tmn
deutsche presse agentur

Berichterstattung aus Sicht der Polizei „undifferenziert“

Tatsächlich gebe es aus Sicht der Polizei aber auch Unstimmigkeiten zwischen dem Bericht der Frankfurter Rundschau und den tatsächlichen Gegebenheiten. So berichtet die Zeitung von einem Beamten, der sich mit angeklebtem Hitler-Bart in den Diensträumen fotografiert und jenes Bild verbreitet haben soll.

Nach Polizeiangaben soll besagtes Foto aber nicht in der Mobbing-Gruppe geteilt, sondern im Rahmen einer Vernehmung eines Beamten schon 2016 an das Landeskriminalamt übergeben worden sein. Außerdem sei besagter Bart nicht angeklebt, sondern mit Kaffeepulver nachgebildet worden. Das stellte die Polizei nun klar. Gegen den Beamten solle bereits ein Disziplinarverfahren eingeleitet worden sein. (kmü)