RTL/ntv Frühstart

Kretschmer fordert Absage der Weihnachtsmärkte

12. November 2021 - 9:13 Uhr

Vierte Corona-Welle fegt durch Deutschland

Von Luisa Graf und Philip Scupin

Der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) fordert angesichts der schnell steigenden Corona-Zahlen die Absage von Weihnachtsmärkten. "Man kann sich doch nicht vorstellen, dass man auf dem Weihnachtsmarkt steht, Glühwein trinkt und in den Krankenhäusern ist alles am Ende und man kämpft um die letzten Ressourcen", so Kretschmer im RTL/ntv "Frühstart". Bund und Länder müssten Bürgermeistern, Landräten und Marktbetreibern diese schwere Entscheidung jetzt abnehmen. Erste Märkte waren bereits abgesagt worden.

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Scharfe Kritik an Corona-Gesetz der Ampel-Koalition

Kretschmer warf der künftigen Ampel-Koalition mit ungewöhnlich drastischen Worten vor, auf die vierte Corona-Welle nicht schnell genug zu reagieren. "Ich finde, das ist ein schuldhaftes Zögern, was dieser Situation in Deutschland in keiner Weise gerecht wird." Er forderte sofortige Entscheidungen von Bund und Ländern bereits vor dem 25.November. An dem Tag tritt das Corona-Gesetz der künftigen Koalition voraussichtlich in Kraft. "So wie die neue Regierung, die sich jetzt aufmacht, agiert, ist es viel zu langsam."

Sollte sich die Infektionsdynamik bis zum 25.November so fortsetzen wie in den vergangenen zwei Wochen, wäre das eine "furchtbare" Entwicklung, so der CDU-Politiker. "Das Kind ist bereits in den Brunnen gefallen. Jetzt geht es darum, es rauszuholen." Er kritisierte erneut, dass SPD, Grünen und FDP die epidemische Notlage auslaufen lassen wollen. "Wie kann jetzt eine Ampel-Koalition auf die Idee kommen, der Bevölkerung zu sagen, es ist zu Ende."

Forderung nach Impf-Auskunftspflicht

Der Ministerpräsident sprach sich zudem dafür aus, den Krankenhäusern wieder eine Leerbettenpauschale zu zahlen, wenn sie Betten für Corona-Patienten freihalten. Kur- und Reha-Kliniken müssten zügig als Hilfskrankenhäuser eingerichtet werden. Kretschmer befürwortet außerdem eine Auskunftspflicht gegenüber dem Arbeitgeber, ob ein Mitarbeiter geimpft oder genesen ist. Er kündigte an, dass Sachsen die Zahl der mobilen Impfteams nun mehr als verdoppeln werde, um schnell mehr Erst-, Zweit- und Dritt-Impfungen zu schaffen.

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Krankenhäuser könnten überlastet werden

Kretschmer führt die drastisch steigenden Infektionszahlen auf die deutlich ansteckendere Delta-Variante und die zu niedrige Impfquote zurück. "Die Weigerung eines großen Teils der Bevölkerung, sich impfen zu lassen, rächt sich jetzt massiv." Der CDU-Politiker warnte vor einer schnellen Überlastung der Krankenhäuser in Sachsen. Er habe am gestrigen Mittwoch bei einem Besuch in der Sächsischen Schweiz gesehen, dass Kliniken bereits an der Grenze angekommen seien. "Und wir haben bei Inzidenzen von 500, 600, bis zu 800 und 900 auch eine ganz klare Erkrankungslage zu erwarten. Die tritt jetzt ein."

Umso wichtiger sei es, dass die aktuelle und die künftige Bundesregierung schnell handelten. Etwa bei den kostenlosen Schnelltests habe es vom Bekenntnis zur Wiedereinführung bis zum Beschluss eine Woche gedauert. Bis sie bereitgestellt werden, würde eine weitere Woche vergehen. "Das ist in dieser pandemischen Lage alles viel zu langsam."

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