Tests, Durchführung, Konsequenzen

Corona-Tests in Schulen: Die sechs wichtigsten Fragen

Selbst-Tests sollen Infektionsketten an Schulen unterbrechen.
Selbst-Tests sollen Infektionsketten an Schulen unterbrechen.
© dpa, Sven Hoppe, shp wst

13. April 2021 - 14:37 Uhr

Selbst-Tests gehören zum Hygienekonzept vieler Schulen

Kinder haben häufig einen asymptomatischen Verlauf bei einer Corona-Infektion. Um Infektionsketten dennoch aufzudecken und das Umfeld zu schützen, sollen zwei Selbst-Tests pro Woche an Schulen helfen. Wir klären die wichtigsten Fragen.

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Wie laufen die Tests ab?

Vor den Osterferien sollten Schüler in manchen Bundesländern den Selbsttest noch zuhause durchführen und das Ergebnis dann der Schule mitteilen. Mittlerweile machen die Schüler zweimal wöchentlich einen Selbsttest in der Schule, unter Aufsicht der Lehrer.

Sie werden ausgeteilt und dann selbst durchgeführt. Insbesondere ältere Schüler würden das routiniert machen, so eine Lehrerin aus NRW.

Um welche Corona-Tests handelt es sich?

An den Schulen werden Selbst-Tests ausgeteilt. Dabei müssen die Schüler einen dicken Tupfer vorne in die Nase einführen und dort drehen. Es handelt sich nicht um PCR-Test, die auf Basis eines Nasen-Rachen-Abstrichs funktionieren. Die Selbst-Tests sind also weit weniger unangenehm in der Durchführung und einfacher selbst anzuwenden.

Was passiert, wenn ein Selbst-Test positiv ist?

Ein positives Ergebnis müssen die Schulen an das Gesundheitsamt melden, damit die Infektionskette nachverfolgt werden kann. Der betroffene Schüler muss den Unterricht sofort verlassen und sich auf den Weg in die häusliche Quarantäne begeben.

Welche Schüler müssen einen Corona-Test machen?

Wenn ein Bundesland Selbst-Tests an Schulen durchführen will, muss entschieden werden, für welche Altersstufen das gilt. Die ausgelieferten Corona-Tests sind laut Angaben der Hersteller allerdings nur für Menschen ab 8 Jahren geeignet. Für kleinere Kinder gelte laut Beipackzettel eine größere Verletzungsgefahr, berichtet der MDR. Eine Lösung gäbe es dafür noch nicht.

Noch handhaben es viele Bundesländer, aber auch einzelne Schulen unterschiedlich. Manche Jahrgansstufen haben Präsenzunterricht, manche werden online unterrichtet. Somit lässt sich nicht verallgemeinern, welche Schüler einen Test machen müssen.

Warum sind die Schul-Tests so wichtig?

Schrittweise sollen Schüler bundesweit wieder häufiger am Präsenzunterricht teilnehmen. Um aber sowohl Lehrer als auch Schüler zu schützen, sollen diese in vielen Bundesländern jetzt zweimal wöchentlich getestet werden.

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach machte auch auf eine weitere Konsequenz von Virus-Ausbreitungen in Schulen aufmerksam. Geht eine Corona-Infektion häufig symptomfrei an Schülern vorüber, trifft sie die Eltern zuhause deutlich härter. In den USA sprechen Wissenschaftler jetzt schon von den sogenannten "Corona-Waisen" – Kindern, die einen Elternteil durch das Virus verloren haben. Damit das nicht auch in Deutschland passiert, sollen die regelmäßigen Tests an Schulen dabei helfen, infektionsketten möglichst früh offenzulegen.

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Dürfen Schüler den Test verweigern?

Die Antwort auf diese Frage ist simpel, zieht aber Konsequenzen nach sich. Schüler dürfen den Coronatest im Unterricht verweigern, dürfen dann aber nicht mehr am Unterricht teilnehmen. Da aktuell zwar die Schulpflicht, aber keine Präsenzpflicht herrscht, müssen sie das Schulgelände dann verlassen. Zuhause findet dann kein gesonderter Online-Unterricht statt, die betroffenen Schüler müssen daher Aufgaben erledigen.

Mehr Details und erste Einschätzungen von Lehrern, wie die Schul-Tests bisher funktionieren, lesen Sie hier.

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