Idar-Oberstein: Attacke an Aral-Tankstelle

Kassierer wegen Masken-Streit erschossen - Ermittler über Täter: "Waffen hat er nicht legal besessen"

Blumen und Kerzen sind vor der Aral-Tankstelle in Idar-Oberstein aufgestellt
Blumen und Kerzen sind vor der Aral-Tankstelle in Idar-Oberstein aufgestellt
© deutsche presse agentur

21. September 2021 - 11:23 Uhr

Woher die Tatwaffe stammt, ist unklar

Die Ermittlungen nach dem tödlichen Angriff auf einen Tankstellen-Kassierer im Streit um die Maskenpflicht werden laut Staatsanwaltschaft noch einige Wochen dauern. "Wir müssen uns jetzt erstmal selbst ein klares Bild machen", sagte Oberstaatsanwalt Kai Fuhrmann am Dienstag bei einer Pressekonferenz in Mainz. Einen aktuellen Ermittlungsstand wolle die Behörde zu diesem Zeitpunkt noch nicht geben. "Die Feinarbeit der Ermittlungen geht jetzt erst so richtig los", so Fuhrmann. Was man jedoch mittlerweile weiß, ist, dass der Täter die Waffen nicht legal besessen hat.

Mutmaßlicher Täter ist bisher polizeilich nicht in Erscheinung getreten

Vor allem durch die Auswertung der sichergestellten elektronischen Geräte des 49-Jährigen, erhoffen sich die Ermittler mehr Klarheit. Der Polizei ist der mutmaßliche Täter vorher den Angaben zufolge noch nicht aufgefallen, auch nicht als Teilnehmer einer Demonstration. Es sei auch noch unklar, woher die Waffen stammen. "Die Waffen hat er nicht legal besessen", betonte Fuhrmann. Über die aktuelle Lebenssituation des Mordverdächtigen wolle er während der laufenden Ermittlungen noch keine Angaben machen.

Ermittler: Er wollte ein Zeichen in Corona-Pandemie setzen

Das Polizeipräsidium Trier hatte Fotos des mutmaßlichen Täters veröffentlicht. Der Mann soll einen Tankstellen-Kassierer erschossen haben und befand sich zwischenzeitlich auf der Flucht. Nun wurde ein Verdächtiger festgenommen.
Das Polizeipräsidium Trier hatte Fotos des mutmaßlichen Täters veröffentlicht. Der Mann soll einen Tankstellen-Kassierer erschossen haben und befand sich zwischenzeitlich auf der Flucht. Nun wurde ein Verdächtiger festgenommen.
© Polizeipräsidium Trier

Am Samstagabend kam es an der Aral-Tankstelle in Idar-Oberstein zu der Blut-Tat: Der 20-jährige Verkäufer soll den 49-Jährigen beim Bierkauf zwei Mal auf die Maskenpflicht hingewiesen haben. Nach einem Wortgefecht verlässt der Mann die Tankstelle und kehrt etwa zwei Stunden bewaffnet zurück. Als der junge Student ihn erneut auf die Maskenpflicht aufmerksam macht, schießt der Mann ihm frontal in den Kopf.

Es gibt keine Hinweise darauf, dass sich Täter und Opfer kannte. Der Deutsche aus Idar-Oberstein hat die Tat gestanden und sitzt wegen Mordverdachts in Untersuchungshaft. Sein Motiv sei laut Fuhrmann: Die Corona-Pandemie habe ihn stark belastet. Er habe sich in die Ecke gedrängt gefühlt und "keinen anderen Ausweg gesehen", als ein Zeichen zu setzen. Das Opfer schien ihm dabei "verantwortlich für die Gesamtsituation, da es die Regeln durchgesetzt habe", so Fuhrmann. (dpa/fgo)