Corona-Risiko in Fitnessstudio, Restaurant & Co.

Deshalb ist Lüften jetzt so wichtig

26. Mai 2020 - 9:46 Uhr

Der Test: Wie hoch ist das Risiko im Fitnessstudio oder Restaurant?

Das Coronavirus wird hauptsächlich über Tröpfchen übertragen, also etwa beim Sprechen, Husten und Niesen. Soweit der aktuelle Kenntnisstand. Doch auch Aerosole – winzig kleine Partikel, die mit der Atemluft ausgestoßen werden – beinhalten das Virus und könnten zu einer Infektion führen, wie Studien jetzt zeigen. Denn nach dem Ausatmen schweben Aerosole in geschlossenen Räumen oft noch minutenlang in der Luft. Wird diese also nicht regelmäßig ausgetauscht, könnte es riskant werden. Wie sehr, testet unsere Reporterin Louisa Noack mit einem Gerät, das selbst Aerosole erzeugt – einer E-Zigarette. Die Ergebnisse sehen Sie im Video.

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Virologen sehen Risiko bei mangelnder Belüftung

Während größere Tröpfchen relativ schnell zu Boden fallen, können sich die Aerosol-Partikel offenbar bis zu 14 Minuten in der Luft halten, wie eine US-Studie des National Institute of Diabetes and Digestive and Kidney Diseases (NIDDK) zeigt. Aus diesem Grund sieht Virologe Christian Drosten die aktuellen Abstandsregelungen in geschlossenen Räumen wie Restaurants kritisch. Er befürchtet, dass die Übertragung über die Luft unterschätzt wird.

Auch Andreas Podbielski, Direktor des Instituts für Medizinische Mikrobiologie, Virologie und Hygiene an der Universitätsmedizin Rostock, sagt: "Das Coronavirus wird ganz maßgeblich über die Luft übertragen." Beim Restaurantbesuch solle man sich deshalb möglichst nach draußen setzen. In Innenräumen sei es nämlich problematischer: Da die Gäste beim Essen keine Masken tragen, könnten sie sich theoretisch gegenseitig infizieren. "Es geht dann darum, wie das Lokal belüftet wird", erklärt Podbielski der Deutschen Presse-Agentur.. Selbst bei ausreichendem Luftaustausch alle sechs bis zehn Minuten gebe es jedoch keine hundertprozentige Garantie.

Wie hoch die Ansteckungsgefahr durch Aerosole tatsächlich ist, muss letztendlich noch genauer untersucht werden. Umweltmedizinerin Claudia Traidl-Hoffmann vom Helmholtz Zentrum München erklärt: "Wie viele von diesen Viren-Partikeln notwendig sind, um sich zu infizieren, ist unklar und auch ganz entscheidend vom Empfänger und seiner Empfänglichkeit abhängig."

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