Diese Regeln gelten in den Bundesländern

Familie besuchen und Freude treffen - was ist erlaubt?

26. Mai 2020 - 15:58 Uhr

Kontaktregel falsch verstanden: 1000 Euro Strafe für Familie

Endlich mal wieder Freunde treffen und die Familie besuchen - und vielleicht auch einen gemeinsamen Ausflug starten - das wollen viele von uns zur Zeit. Und es scheint ja auch endlich wieder möglich: Zwar gelten die Kontaktbeschränkungen wegen der Corona-Pandemie noch bis zum 5. Juni  - doch es gibt Lockerungen. Während bis vor Kurzem noch galt, dass im Freien nur zwei Personen oder die Mitglieder eines Haushalts zusammen unterwegs sein dürfen, gibt es nun eine große Änderung: Es dürfen sich Menschen aus zwei Haushalten miteinander treffen. Das heißt, ein Hausstand kann sich mit einem anderen Hausstand treffen - gleichgültig ob WG oder Familie. Doch die Regelung sorgt bei vielen in der Umsetzung für Fragezeichen, wie dieses Beispiel aus Baden-Württemberg zeigt: Die Familie musste insgesamt 1.000 Euro Strafe zahlen, weil sie gemeinsam einen Friedhof besuchte.

Damit Ihnen das nicht passiert, haben wir Ihnen aufgelistet, was Sie in Ihrem Bundesland bei Besuchen von Familie, Freunden oder Bekannten beachten müssen. Im Video erklärt Dr. Georg-Christian Zinn, Direktor Hygienezentrum Bioscientia, was der Sinn hinter der etwas verwirrenden Hausstand-Regel ist.

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Zwei Haushalte - was bedeutet das genau?

In allen Bundesländern dürfen sich Angehörige von zwei Haushalten treffen - also etwa zwei Familien, zwei Paare oder die Mitglieder aus zwei Wohngemeinschaften, die beispielsweise gemeinsam in den Park gehen, im Garten grillen oder miteinander essen gehen. Dabei gibt es keine Obergrenze für die Personenzahl eines Hausstandes. Für die Einhaltung und Umsetzung der Regeln sind die Bundesländer zuständig. 

Reisen in andere Bundesländer wieder möglich

Besuche bei der Familie sind ab sofort überall in Deutschland und ohne Einschränkungen erlaubt. Es gibt keine Kontrollen an den Landesgrenzen mehr. Aber Achtung: Wer in ein anderes Bundesland reist, muss sich an die dortigen Corona-Maßnahmen und Hygieneregeln halten. ​

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Kontaktbeschränkung in den einzelnen Bundesländern

  • Baden-Württemberg: Es ist grundsätzlich erlaubt, die Familie und andere Personen zu besuchen. Dabei gilt die die Fünf-Personen-Grenze. Ausgenomen von dieser Beschränkung ist die Kernfamilie, d.h. "Eltern, Großeltern, Kinder und Enkelkinder, Geschwister und deren Nachkommen sowie deren Ehegatten, Lebenspartnerinnen oder Lebenspartner oder Partnerinnen oder Partner", wie die Landesregierung mitteilt. 

    Anders sieht es draußen aus: im öffentlichen Raum dürfen sich lediglich die Personen zweier Hausstände treffen. Die Kernfamilienregel gilt nicht. 

  • Bayern: Familienbesuche sind wieder erlaubt, auch Personen zweier Haushalte dürfen sich treffen oder gegenseitig besuchen.  

  • Berlin: In den eigenen vier Wänden sind private Zusammenkünfte von Angehörigen zweier Haushalte erlaubt - wenn 1,50 Meter Mindestabstand gewahrt werden. Dasselbe gilt auch für den öffentlichen Raum. Auf Wiesen und in Grünanlagen gilt zudem ein erweitertes Abstandsgebot: "Wer sich auf Freiflächen abseits fest installierter Sitzgelegenheiten niederlässt, muss den erhöhten Mindestabstand von 5 Metern zu allen Personen einhalten, die nicht zu dem eigenen oder dem erlaubten zusätzlichen Haushalt gehören", teilte das Land in einer offiziellen Mitteilung mit. Bei Nichteinhaltung des 5 Meter-Abstandes drohen bis zu 500 EUR Strafe.

  • Brandenburg: Auch hier gilt die Zwei Haushalte-Regel

  • Bremen: Angehörige von zwei Haushalten dürfen sich treffen.

  • Hamburg: Bis zu zehn Mitglieder zweier unterschiedlicher Haushalte dürfen sich im öffentlichen Raum treffen, ohne dabei einen Mindestabstand von 1,50 Meter einzuhalten. 

  • Hessen: Personen zweier Haushalte dürfen sich in der Öffentlichkeit treffen und auch zu Hause besuchen. 

  • Mecklenburg-Vorpommern: Private Besuche in der eigenen Wohnung sollen auf das unbedingt notwendige Minimum reduziert werden. Familienbesuche innerhalb der Kernfamilie seien aber möglich. Auch Angehörige von zwei Haushalten können sich zu Hause treffen. Auch der Aufent­halt im öffent­lichen Raum ist bis zum 05.06.2020 nur allein, in Beglei­tung von im selben Haus­halt und in einem weiteren Haus­halt lebenden Personen gestattet.

  • Niedersachsen: Personen aus zwei Haushalten dürfen sich treffen und besuchen, es wird allerdings empfohlen, Kontakte auf ein Minimum zu reduzieren.

  • Nordrhein-Westfalen: Ein Treffen zweier Hausstände ist im öffentlichen Raum erlaubt. Dabei ist ein Mindestabstand von 1,5 Metern einzuhalten. Regeln und Beschränkungen für die eigenen vier Wände gibt es in NRW nicht. Die Treffen im privaten Raum sind nicht grundsätzlich verboten, sollten aber reduziert werden.

  • Rheinland-Pfalz: Treffen zweier Haushalte sind möglich.

  • Saarland: Das Treffen mehrerer Menschen – privat sowie im öffentlichen Raum – ist erlaubt. Auch hier gilt die Zwei-Haushalte-Regel.

  • Sachsen: Personen zweier Hausstände dürfen sich treffen.

  • Sachsen-Anhalt: Maximal fünf Personen dürfen im öffentlichen und nicht-öffentlichen Raum zusammenkommen. Ab dem 28. Mai darf diese Begrenzung überschritten werden, sofern es sich um Angehörige von "maximal zwei verschiedenen Hausständen" handelt oder um in "gerader Linie verwandte Personen".

  • Schleswig-Holstein: Zwei Familien aus zwei Hausständen dürfen sich im privaten Raum mit bis zu 10 Personen (im Falle von nahen Familienangehörigen) bzw. mit nur zwei Hausständen treffen. Bei öffentlichen Zusammenkünften gilt zudem: es dürfen sich zwei Haushalte treffen, es gilt aber grundsätzlich die Abstandsregel von mindestens 1,5 Metern.

  • Thüringen: Seit dem 13. Mai können sich die Mitglieder von zwei Haushalten in Wohnungen oder im Freien treffen.

Darf ich meine Großeltern im Altenheim wieder besuchen?

Menschen in Pflegeheimen haben in der Coronavirus-Krise einen Anspruch darauf, dass eine feste Kontaktperson diese wieder regelmäßig besuchen darf, so Bundeskanzlerin Angela Merkel. Wie Besuche konkret aussehen, unterscheidet sich je nach Bundesland:

Baden-Württemberg: Seit dem 18. Mai sind in Baden-Württemberg wieder regelmäßige Besuche in Krankenhäusern und Einrichtungen für Menschen mit Pflege- und Unterstützungsbedarf möglich.

Bayern: Seit Anfang Mai sind wieder Besuche von einer festen Kontaktperson oder einem Familienmitglied erlaubt.

Berlin: Patienten in Krankenhäusern und Bewohner von Alten- und Pflegeheimen dürfen von maximal einer Person am Tag besucht werden. 

Brandenburg: Bewohner von Pflegeheimen oder Patienten in Krankenhäusern dürfen Besuch von einer Person bekommen.

Bremen: Einzelpersonen ab 16 Jahren dürfen ab Mitte Mai ihre Angehörigen für maximal zwei Stunden am Tag und nach Terminabsprache besuchen.

Hamburg: Für maximal zwei Stunden und nach vorheriger Terminabsprache dürfen Pflegebedürftige von einer Person an mindestens einem Tag pro Woche besucht werden.

Hessen: Bewohner in Altenheimen dürfen besucht werden. Erlaubt ist lediglich ein einziger Besucher pro Woche. Dauer: maximal eine Stunde. 

Mecklenburg-Vorpommern: Seit dem 15. Mai darf eine feste Kontaktperson Bewohner von Pflegeeinrichtungen besuchen.

Niedersachsen: Besuche von Angehörigen in Alten- und Pflegeheimen bleiben weiterhin verboten. Ausgenommen sind Besuche von Bewohnern, die im Sterben liegen.

Nordrhein-Westfalen: Maximal ein Besuch pro Tag und Bewohner von maximal zwei Personen ist gestattet.

Rheinland-Pfalz: Bewohner von Altenheimen dürfen eine Stunde am Tag Besuch von einer Person empfangen.

Saarland: Besuche in Pflegeeinrichtungen sind grundsätzlich untersagt. Ausnahmen für Angehörige sind aber möglich. Maximal ein registrierter Besucher pro Bewohner und Tag ist dann für eine Stunde zugelassen. Unter freiem Himmel sind Besuche flexibler möglich.

Sachsen: Ein Besuch in Alten- und Pflegeheimen ist nur in Ausnahmefällen möglich. Voraussetzung sind Hygiene-Konzepte.

Sachsen-Anhalt: Pro Tag ist eine Stunde Besuch von einer Person erlaubt. 

Schleswig-Holstein: Eine Person darf pro Tag für maximal zwei Stunden zu Besuch kommen.

Thüringen: Besuche in Pflegeeinrichtungen grundsätzlich untersagt. Ein zu registrierender Besucher pro Patient oder Bewohner ist aber pro Tag für bis zu zwei Stunden zu Besuch gestattet.