US-Studie belegt

Höheres Risiko für Schwangere in der Corona-Pandemie

Welches Risiko besteht, dass eine Corona-Infektion bei Schwangeren zu Komplikationen führt?
Welches Risiko besteht, dass eine Corona-Infektion bei Schwangeren zu Komplikationen führt?
© -Sasa-Delic-SD, iStock

17. Oktober 2021 - 20:41 Uhr

Vergleich von Schwangerschaftsverläufen 2019 und 2020

Welches Risiko besteht, dass eine Corona-Infektion zu Schwangerschaftskomplikationen führt? Dieser Frage sind nun US-amerikanische Forscher in einer Datenstudie nachgegangen. Sie verglichen dazu den Verlauf von Schwangerschaften im Jahr 2019 mit denen aus dem Jahr 2020. Die Resultate belegen, dass eine Impfung für Schwangere empfohlen ist. Auch die Ständige Impfkommission (Stiko) hatte die Mitte September empfohlen.

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Vor- und frühzeitige Blasensprünge am häufigsten

Das Risiko für Komplikationen wie Schwangerschaftsdiabetes, Schwangerschaftshochdruck, fetale Wachstumsprobleme und Präeklampsie ist während der Corona-Pandemie gestiegen. Das ist das Resultat einer Studie von Forschern der Boston University School of Public Health und der Brown University School of Public Health, die am 15. Oktober im Journal of the American Medical Association veröffentlicht wurde. Das berichtet die US-amerikanische Nachrichtenagentur UPI.

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Im Vergleich zu 2019 war in den USA die Wahrscheinlichkeit, während der Schwangerschaft an Diabetes zu erkranken, im Jahr 2020 um 12 % und die Wahrscheinlichkeit, während der Schwangerschaft an Bluthochdruck zu erkranken, um 7 % erhöht, so die Daten. Ebenso hatten Schwangere ein um 7 % höheres Risiko für fetale Wachstumsprobleme und ein um 4 % höheres Risiko für Präeklampsie, eine Erkrankung, die Bluthochdruck und Leber- oder Nierenprobleme verursacht, so die Forscher. Die häufigste dokumentierte unerwünschte Folge aller in die Studie einbezogenen Schwangerschaften war ein vorzeitiger Blasensprung oder ein frühzeitiger Blasensprung, der bei 10 % der Entbindungen auftrat, wie die Daten zeigten.

Tot- und Frühgeburten auf gleichem Niveau

Die gute Nachricht: Die Raten für Tot- und Frühgeburten waren jedoch im Jahr 2020 etwa gleich hoch wie vor der Pandemie. "Unsere Feststellung, dass die Pandemiezeit nicht mit einem veränderten Risiko für Totgeburten verbunden war und nur bescheidene Hinweise auf ein geringeres Risiko für Frühgeburten lieferte, stimmt weitgehend mit der vorhandenen Literatur überein", schreiben die Forscher. Aber: "Unsere Studie liefert neue Beweise für den Zusammenhang zwischen der Pandemie und dem Risiko von Komplikationen, die bisher kaum dokumentiert wurden", so die Wissenschaftler.

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Stiko: Ungeimpfte Schwangeren mit mRNA-Impfstoff impfen

Bereits im August dieses Jahres ermutigte die US-amerikanische Gesundheitsbehörde CDC alle Schwangeren oder Frauen, die eine Schwangerschaft anstreben, und alle Stillenden, sich impfen zu lassen. In Deutschland zog die Ständige Impfkommission (Stiko) am 17. September mit einer Impfempfehlung nach. Ungeimpften Schwangeren legte sie eine Impfung mit einem mRNA-Impfstoff ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel ans Herz gelegt. Vor diesem Zeitpunkt war die Immunisierung nur für werdende Mütter mit besonderem Risiko empfohlen. (ija)

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