Nach Ostern geht es los

Für die Corona-Impfung einfach zum Hausarzt – was muss ich jetzt wissen?

Ab April kann man sich bei seinem Hausarzt gegen Corona impfen lassen.
Ab April kann man sich bei seinem Hausarzt gegen Corona impfen lassen.
© dpa, Ennio Leanza, el lix lop

17. Mai 2021 - 13:27 Uhr

Corona-Impfungen bei Hausärzten starten

Ab April kann man sich bei seinem Hausarzt gegen Corona impfen lassen. Das klingt nach weniger bürokratischem Aufwand, aber was genau müssen Sie beachten? Wir beantworten die wichtigsten Fragen zum Impfstart.

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Wie viele Menschen können jetzt geimpft werden?

In den ersten April-Wochen sind jeweils rund eine Million Dosen für Praxen vorgesehen. In der Woche vom 26. April soll es dann aber auf mehr als drei Millionen hoch gehen. Daneben bekommen die Impfzentren der Länder 2,25 Millionen Dosen pro Woche. Auch das Netz kann noch wachsen, nicht nur unter den 50.000 Hausarztpraxen. Bei generell bis zu 87.000 impfenden Praxen zeige sich das riesige Potenzial, Größenordnungen von mehreren Millionen Dosen pro Woche zu erreichen, heißt es bei der KBV. Später sollen Fachärzte, Privatärzte und Betriebsärzte dazukommen. "Wir müssen impfen, impfen, impfen", sagt Dr. Andreas Gassen – Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Bundesvereinigung. "Jeder Tag zählt, damit die Gesellschaft wieder in ihr normales Leben zurückkehren kann."

Biontech, Astrazeneca oder Johnson & Johnson? Diese Impfstoffe werden in der Arztpraxis verwendet

In den ersten beiden Aprilwochen soll in den Praxen nur der Impfstoff von Biontech/Pfizer eingesetzt werden, wie Spahn erläuterte - denn der sei jetzt in ausreichender Menge verfügbar. Ab der Woche vom 19. April sollen dann Biontech und Astrazeneca an die Praxen gehen, danach die Impfstoffe von Biontech, Astrazeneca und Johnson & Johnson. Sich beim Arzt auszusuchen, welches Präparat man bekommen will, sei wegen des knappen Impfstoffes auch in den Praxen vorerst nicht möglich, erläutert das Gesundheitsministerium.

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Wie laufen die Corona-Impfungen beim Hausarzt ab?

Immer dienstags bis 12.00 Uhr können die Praxen bei den Apotheken Impfdosen für die Woche drauf ordern. Anlieferung ist dann Montagnachmittag, wie die KBV erläutert - wegen Ostermontag nun am Dienstag, spätestens Mittwochmittag. Wegen knappen Impfstoffes ist die Bestellmenge zunächst auf 18 bis 50 Dosen pro Woche begrenzt. Zu Beginn sei auch damit zu rechnen, dass weniger als bestellt zu haben ist. Die Praxen sollen aber bis Donnerstag Bescheid erhalten, was in der Folgewoche kommt, um Impftermine möglicherweise noch verlegen zu können. Dieses Logistiksystem sei "ein strenges Regime", sagte die Präsidentin der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände, Gabriele Regina Overwiening: "Es wird verlässlich sein."

Die Impfdosen bundesweit verteilen sollen 110 Großhandels-Niederlassungen, die die 19 000 Apotheken ohnehin mehrmals am Tag beliefern. Das Präparat von Biontech/Pfizer werde "ultratiefgekühlt" bei minus 75 Grad angeliefert, erläuterte Marcus Freitag, Vize-Vorsitzender des Bundesverbands des pharmazeutischen Großhandels. Aufgetaut und umverpackt gehe der Impfstoff dann gekühlt bei 2 bis 8 Grad an die Apotheken. Da folge die "Endkonfektionierung" für die Praxen. Mitgeliefert werde immer auch Zubehör wie Spritzen, Kanülen und Kochsalzlösung zum Verdünnen. Für die Verteilung gibt es einen Schlüssel unter anderem je nach Bevölkerungsanteil der Länder.

So ist der aktuelle Impf-Status in Deutschland

Um den genauen Fortschritt zu sehen, fahren Sie mit der Maus über die verschieden farbigen Balken. Detaillierte Erklärungen zu dieser Grafik finden Sie hier.

Wie komme ich an einen Termin?

Eine zentrale Einladung gibt es nicht, erläutert das Bundesgesundheitsministerium. Wie sie Impftermine vergeben, können die Hausarztpraxen selbst regeln - zum Beispiel per Telefon oder mit Online-Buchungen. "Sie kennen ihre Patientinnen und Patienten am besten und werden diese gezielt ansprechen und mit ihnen einen Impftermin vereinbaren oder zu nicht mobilen Menschen nach Hause kommen", sagt KBV-Vize Stephan Hofmeister mit Blick auf den Start. Dies dient auch dazu, dass Corona-Risikogruppen zuerst an die Reihe kommen. Denn die generelle Priorisierung gilt auch in den Praxen, wie das Ministerium betont. Ärzte könnten jedoch vor Ort flexibler entscheiden, wer wann geimpft wird, auch um effizienter vorzugehen.

Wer bezahlt die Impfung?

Pro Corona-Impfung inklusive Aufklärung und Beratung bekommen die Ärzte 20 Euro Vergütung. Die Praxen können das über die Kassenärztlichen Vereinigungen abrechnen - egal, ob für gesetzlich oder privat Versicherte. Die Kosten übernimmt der Bund und hat dafür vorerst bis zu 1,5 Milliarden Euro einkalkuliert: parallel zu steigenden Impfstofflieferungen voraussichtlich 100 Millionen Euro im April, dann 650 Millionen Euro im Mai und 730 Millionen Euro im Juni, wie aus einer Vorlage des Finanzministeriums hervorgeht.

Quelle: dpa/RTL.de

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