Kolumbien: Acht „verdächtige Todesfälle“ Botschaft warnt: Urlauber mit Dating-Apps in Falle gelockt, ausgeraubt und umgebracht

Starben sie, weil sie sich über eine Dating-App verabreden wollten und an skrupellose Verbrecher gerieten?
Acht „verdächtige Todesfälle“ von US-Bürgern in kurzer Zeit versetzen die Botschaft des Landes in Kolumbien in Alarmbereitschaft. Bei „mehreren“ soll die Nutzung von Online-Dating-Portalen eine Rolle gespielt haben, so die Botschaft in der kolumbianischen Hauptstadt Bogota.
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US-Comedian entführt und ermordet

Kriminelle nutzen Dating-Apps, um sich mit ihren Opfern zu verabreden, um sie „später anzugreifen und auszurauben“, heißt es in einer Mitteilung. Die Behörden gehen von einer hohen Dunkelziffer aus. „Solche Straftaten werden regelmäßig nicht angezeigt, da die Opfer sich schämen.“ Weiter heißt es: „Zahlreiche US-Bürger in Kolumbien wurden von ihren kolumbianischen Dates unter Drogen gesetzt, ausgeraubt und sogar getötet.“ Allein in den letzten beiden Monaten des Jahres 2023 seien acht Fälle registriert worden.
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Eines der Opfer: der Comedian Tou Ger Xiong. Er hatte sich bei Tinder mit einer jungen Frau verabredet, vermutlich fungierte sie als Lockvogel, so der US-Sender CBS. Fotos auf seiner Facebook-Seite zeigen ihn mit der Frau. Bei einem Treffen mit ihr kamen plötzlich mehrere Männer hinzu, entführten ihn.
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29 Prozent mehr Ausländer in Kolumbien getötet
Anschließend zwangen sie ihn, bei einem Freund anzurufen, der Lösegeld für den Comedian bezahlen sollte. Nach einem Fluchtversuch sei er zusammengeschlagen und in eine Schlucht geworfen worden, wo er starb. Die Frau habe in seiner Unterkunft Wertgegenstände geklaut, heißt es weiter.
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Augenscheinlich liegt die zunehmende Gewalt im Trend. Laut offiziellen kolumbianischen Angaben stieg die Zahl gewaltsamer Todesfälle ausländischer Besucher im letzten Quartal 2023 um besorgniserregende 29 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Bei Diebstählen lag die Zahl ausländischer Opfer um schwindelerregende 200 Prozent höher.
Deutscher ausgeraubt: „Sie haben mir im Grunde alles gestohlen“

Vor kurzem meldete sich ein betroffener Deutscher bei Youtube. „Dr. Travel“, wie er sich nennt, berichtet darüber, dass er in Medellin von zwei jungen Frauen zum Essen in ihre Wohnung eingeladen wurde. Sie hätten ihm mit einem Drink unter Drogen gesetzt – er sei bewusstlos geworden.
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Als er am nächsten Morgen aufwachte, seien sein Handy und seine Bankkarte weg gewesen. Damit nicht genug: Zurück in seinem Hotel habe er festgestellt, dass sich die Verbrecher Zugang zu seinen sämtlichen Konten verschafft und diese leergeräumt hätten. „Das waren meine Ersparnisse, sie haben mir im Grunde alles gestohlen“, sagt er in dem Video.
Auswärtiges Amt warnt: „Selbst tagsüber muss in belebten Straßen mit Raubüberfällen und Trickdiebstahl gerechnet werden“

Das Auswärtige Amt in Berlin schreibt, Kriminalitätsrate und allgemeine Gewaltbereitschaft seien nicht nur in Großstädten hoch. „Selbst tagsüber muss in belebten Straßen mit Raubüberfällen und Trickdiebstahl gerechnet werden“, heißt es.
Kolumbien-Reisende sollte Viertel, die als soziale Brennpunkte gelten, meiden. Hier sei die Polizei „wenig präsent und es bestehen oft wenig Hemmungen, Gewalt anzuwenden bis hin zu Tötungsdelikten.“ (uvo)


