Paradies mit Müll-Makel

So räumt eine Deutsche in Miami Beach auf

23. September 2019 - 17:30 Uhr

Von Katharina Seiwert

Sophie Ringel hat viele Jahre in München gearbeitet, bevor sie den Schritt wagte und dahin auswanderte, wo andere Urlaub machen.

An ihrer neuen Heimat Miami Beach liebt sie vor allem das schöne Wetter und die weitläufigen Strände direkt vor ihrer Haustür. Doch schnell merkt sie, dass nicht alles Gold ist, was glänzt. Denn auch im wunderschönen Miami trübt die Umweltverschmutzung das Landschaftsbild. "Wenn man genau hinsieht, findet man an jeder Ecke Pappbecher, Strohhalme und Plastikteile", erzählt Sophie. Was für eine erschreckende Menge Müll da in wenigen Stunden zusammenkommen kann, sehen Sie im Video.

„Ich konnte einfach nicht wegsehen“

Um dem Plastikmüll den Kampf anzusagen, gründete Sophie im März dieses Jahres ihr Herzensprojekt "Clean Miami Beach". Einmal die Woche veranstaltet sie jetzt sogenannte "Clean ups", bei denen sich freiwillige Helfer treffen, um die Strände und Parks in Miami Beach sauber zu halten und den Müll aufzusammeln.

"Am Anfang waren wir nur zu zweit, eine Freundin und ich. Aber dann kamen Woche für Woche immer mehr Menschen dazu", sagt die Auswanderin. Mittlerweile treffen sich jeden Dienstag um die 30 bis 40 Helfer, um bei der Aktion mitzuwirken. "Bei einem Treffen waren wir sogar über 70 Leute, das war unglaublich!"

Viele Hände können vieles bewirken, da ist Sophie sich sicher. Umso schöner ist es zu sehen, dass ihr Projekt Wellen schlägt: "Es ist toll, wie viele Leute sich für das Projekt interessieren. Ich bekomme inzwischen fast jeden Tag Nachrichten, von Menschen, die mich unterstützen wollen, oder die mir einfach nur danke sagen möchten", erzählt sie.

Hotels, Unternehmen, Bürgermeister: Alle stehen hinter Sophie

Und Sophies Engagement zahlt sich aus. Hotels, Unternehmen und sogar der Bürgermeister von Miami Beach stehen voll und ganz hinter ihrem Projekt. "Es ist wichtig, sich Personen mit großer Reichweite ins Boot zu holen. So bekommen wir mehr Aufmerksamkeit und können unsere Ziele für die Zukunft verwirklichen", so die Deutsche.

Und Ziele hat Sophie noch so einige. Gerade arbeitet sie an einer Kampagne, um auf die Verschmutzung der Umwelt aufmerksam zu machen. "Wir müssen wirklich was tun und jeder kann dabei helfen. Statt Plastikflaschen kann man zum Beispiel eine wiederverwendbare Flasche benutzen und wenn man einen Pappbecher beim Spazieren findet, dann sollte man ihn aufheben, auch wenn er nicht von einem selbst ist", erklärt sie.

Ihr Wunsch ist es, dass ihre Clean ups nicht nur in Miami Beach stattfinden, sondern überall. Und dass durch ihr Projekt Umweltthemen und Nachhaltigkeit noch mehr Aufmerksamkeit bekommen.