Pandemie hält die Welt in Atem

Chronologie Coronavirus - Die Entwicklungen vom 10. Mai

11. Mai 2020 - 6:09 Uhr

Deutschland macht wieder auf

Nach Gottesdiensten, Zoos und Friseuren sollen in den kommenden Wochen viele weitere Bereiche des Alltags gelockert werden. Welche genau, das entscheidet künftig jedes Bundesland selbst. Denn Kanzlerin Angela Merkel hat die Entscheidung über Lockerungen weitgehend des Ministerpräsidenten überlassen. "Die ganze Bundesrepublik ist aufgebaut auf Vertrauen", sagte sie. Den Bürgern wird also wieder mehr Eigenverantwortung im Umgang mit der Pandemie zugetraut. Lesen Sie hier, was nun in ihrem Bundesland gilt.

Alle Infos zum Coronavirus können sie hier nachlesen.​

TVNOW-Doku: Was wir aus der Krise lernen

Welche Lehren können wir aus der bisher größten Krise der Nachkriegszeit ziehen? Wir haben mit Experten gesprochen. War der Staat zu inkonsequent? Wurden die Schulen zu schnell geschlossen? Was tun gegen das Hamsterchaos? Und was ist der tatsächliche Grund, dass tausende Urlauber auf der ganzen Welt gestrandet sind? Sehen Sie hierzu die TVNOW-Doku: "Was wir aus der Krise lernen".

+++ LIVE-TICKER +++

21:42 Uhr - Kardinal Müller weist Kritik an Unterschrift zurück

Der deutsche Kardinal Gerhard Ludwig Müller hat seine Unterschrift unter einem Schreiben kirchlicher Würdenträger verteidigt, in dem die staatlichen Auflagen im Kampf gegen das Coronavirus scharf verurteilt werden. "Natürlich haben interessierte kirchliche Kreise diesen Vigano-Text benutzt, um daraus Empörungskapital gegen ihre vermeintlichen Gegner zu schlagen", sagte Müller am Sonntag der katholischen Zeitung "Tagespost" (Würzburg). "Jeder nennt jetzt jeden Andersdenkenden Verschwörungstheoretiker."

Das Schreiben hatte der frühere Vatikan-Botschafter in den USA und erklärte Gegner von Papst Franziskus, Erzbischof Carlo Maria Vigano initiiert. In dem Text heißt es unter anderem: "Es sind Tatsachen, dass unter dem Vorwand der Covid-19-Epidemie in vielen Fällen unveräußerliche Rechte der Bürger verletzt und ihre Grundfreiheiten unverhältnismäßig und ungerechtfertigt eingeschränkt wurden, einschließlich des Rechts auf Religionsfreiheit, freie Meinungsäußerung und Freizügigkeit."

21:02 Uhr - Männer wollen keine Masken tragen und attackieren Polizisten

Zwei Männer haben sich in einem Supermarkt im Rhein-Sieg-Kreis geweigert, Schutzmasken zu tragen und eingreifende Polizisten attackiert. Die zwei Beamten wurden schwer verletzt, wie die Polizei am Sonntag mitteilte. Ein 35-Jähriger und ein 38-Jähriger waren in Troisdorf mit den Mitarbeitern eines Supermarktes in Streit geraten, weil sie sich geweigert haben sollen, die nach der Corona-Schutzverordnung erforderliche Mund-Nasen-Abdeckung zu tragen. Der 35-Jährige habe sich schließlich eine Maske angelegt. Allerdings soll er anschließend angefangen haben, die hinzugerufene Polizei zu provozieren. Er erhielt einen Platzverweis, dem er nicht nachkam.

Schließlich habe er sich vor einem der Polizisten aufgebaut, es sei zu einem Handgemenge gekommen. Sein Begleiter schlug dem anderen Beamten mit der Faust ins Gesicht - dieser erlitt eine Gesichtsfraktur. Der andere Polizist musste wegen schwerer Gesichtsprellungen behandelt werden. Beide Beamte seien aktuell dienstunfähig. Ermittlungen wegen vorsätzlicher Körperverletzung und tätlichem Angriff auf Polizeibeamte wurden eingeleitet.

20:33 Uhr - New Yorks Corona-Todeszahlen fallen weiter langsam

Nach Wochen der Ausgangssperren gehen die coronabedingten Todeszahlen im besonders hart getroffen US-Bundesstaat New York weiterhin langsam zurück. 207 Menschen seien innerhalb von 24 Stunden an Covid-19 gestorben, teilte Gouverneur Andrew Cuomo am Sonntag bei seiner täglichen Pressekonferenz mit. Damit fällt die Tages-Zahl der Opfer weiter, jedoch langsamer als sie im März und April angestiegen war, als bis zu 800 Menschen pro Tag an dem Virus starben. In dem Bundesstaat mit rund 19 Millionen Einwohnern, von denen knapp die Hälfte in der Metropole New York leben, haben sich bislang fast 330.000 Menschen mit dem Virus infiziert. Mehr als 26.000 starben.

20:12 Uhr - Johnson kündigt leichte Lockerungen ab Montag an

Der britische Regierungschef Boris Johnson kündigt leichte Lockerungen der Beschränkungen an. Ab Montag sollten jene, die nicht von zu Hause aus arbeiten könnten, wieder an ihren Arbeitsplatz zurückkehren. Ab Mittwoch dürften Menschen mit Angehörigen aus ihrem Hausstand so oft sie wollten im Freien sein, wenn sie sich an die Abstandsregeln hielten. Bislang durften sie nur einmal am Tag ihre Wohnungen verlassen, um Sport zu treiben.

19:46 Uhr – Aktuelle Ansteckungsrate bei 1,13

Die Virus-Ansteckungsrate in Deutschland ist nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) den zweiten Tag in Folge wieder über den kritischen Wert von "1" angestiegen. Das RKI teilte am Sonntagabend in seinem aktuellen Lagebericht mit, die Reproduktionsrate (R) werde aktuell auf 1,13 geschätzt, nach 1,1 am Samstag. Jeder Infizierte steckt damit statistisch mehr als eine weitere Person an, die Fallzahlen würden damit wieder steigen.

19:31 Uhr – Altmaier: Staat muss sich nach ersten Hilfen wieder zurückziehen

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier verteidigt die milliardenschweren Hilfen der öffentlichen Hand für die von der Corona-Krise betroffene Wirtschaft als vorübergehend. Es sei kurzfristig wichtig, Unternehmen und damit viele Arbeitsplätze zu retten, sagte der CDU-Politiker am Sonntagabend in der ARD-Sendung "Bericht aus Berlin". Aber auf mittlere und lange Sicht sei klar: "Der Staat muss sich raushalten und wird sich raushalten." Der Staat dürfe in der laufenden Krise seinen Staatsanteil nicht erhöhen - "jedenfalls nicht langfristig", sagte Altmaier. "Ich plädiere dafür, dass wir uns aus unternehmerischen Entscheidungen raushalten." Allerdings sei klar, dass Unternehmen, die vom Staat Hilfen bekämen, keine Dividenden zahlen dürften.

18:44 Uhr - Köln-Trio nun negativ auf Corona - Quarantäne geht weiter

Die am vergangenen Freitag positiv auf Corona getesteten Profis des Fußball-Bundesligisten 1. FC Köln sind einem Medienbericht zufolge inzwischen negativ auf das Virus getestet worden. Sie müssen aber bis zum Ablauf der vorgeschriebenen zwei Wochen bis zum kommenden Donnerstag in Quarantäne bleiben, wie der "Kölner Stadt-Anzeiger" am Sonntag berichtete.

Demnach habe es sowohl bei den beiden Spielern als auch bei dem betroffenen Betreuer bereits am Mittwoch - und damit sechs Tage nach den positiven Tests - negative Ergebnisse gegeben. Die Quarantäne kann jedoch nicht verkürzt werden, weil nach einem positiven Ergebnis 14 Tage zwingend vorgeschrieben sind. Der Rest des Teams der Rheinländer musste nicht in Quarantäne.

18:05 Uhr - Aktuelle Zahlen aus Deutschland und der Welt

Land Infizierte Tote Genesene
USA 1.311.923 78.862 212.534
Spanien 223.578 26.478 133.952
Italien 218.268 30.395 103.031
Großbritannien 216.526 31.662 1.002
Russland 209.688 1.915 34.306
Frankreich  176.782 26.313 56.148
Deutschland 171.324 7.549 144.400
Weltweit 4.055.863 279.892 1.386.631

Die Zahl der weltweiten Covid-19-Fälle steigt nach Angaben der Johns Hopkins Universität auf 4,05 Millionen. Die Zahl der mit dem Virus in Verbindung gebrachten Todesfälle steigt auf 279.892.

In Deutschland sind bis Sonntagabend laut Universität über 171.500 Infektionen mit dem Coronavirus registriert worden. Mindestens 7.549 mit dem Erreger Sars-CoV-2 Infizierte sind den Angaben zufolge bislang bundesweit gestorben. Rund 144.400 Menschen haben die Infektion überstanden. Wie für andere Länder rechnen Experten aber auch in Deutschland mit einer hohen Dunkelziffer nicht erfasster Fälle.

Die Reproduktionszahl lag nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) von Samstag bei 1,10 (Datenstand 9.5. 0 Uhr). Das bedeutet, dass zehn Infizierte gut 11 weitere Personen anstecken. Damit ist der Wert deutlich höher als noch vor einigen Tagen. Das RKI schreibt dazu: Wegen statistischer Schwankungen könne noch nicht bewertet werden, ob es zu einem Wiederanstieg der Fallzahlen kommt.

17:56 Uhr - Kölner Mediziner: Remdesivir-Studie kommt voran

Eine Studie zum Medikament Remdesivir zur Bekämpfung der Corona-Erkankung kommt nach Angaben des Kölner Studienleiters voran. Die Studie sei "in einem sehr weit fortgeschrittenen Stadium", sagte der Leiter der Infektiologie am Universitätsklinikum Köln, Gerd Fätkenheuer, dem "Kölner Stadt-Anzeiger" (Montag). Er leitet den deutschen Teil der Studie eines internationalen Konsortiums zur Erforschung von Remdesivir.

Das Medikament gilt als ein mögliches Mittel zur Behandlung schwerer Coronavirus-Infektionen. Die USA haben eine Ausnahmegenehmigung für den begrenzten Einsatz des Wirkstoffes in Krankenhäusern erteilt. Eine klinische Studie hatte zuvor gezeigt, dass er bei Covid-Patienten die Zeit bis zu einer Genesung um mehrere Tage verkürzen kann. In Deutschland ist das Mittel innerhalb eines vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) bestätigten Arzneimittel-Härtefallprogrammes zugänglich und wird in klinischen Studien getestet.

Remdesivir wurde ursprünglich zur Behandlung von Ebola entwickelt. Bislang gibt es keine Impfung gegen das neuartige Coronavirus und auch keine zuverlässige zugelassene medikamentöse Therapie.

17:41 Uhr - Kirchgänger darf nicht in Gottesdienst und würgt Mitarbeiter

Weil ihm der Zutritt in den Wormser Dom verwehrt wurde, hat ein Mann einen Kirchenmitarbeiter gewürgt. Aufgrund der Corona-Pandemie ist eine Teilnahme an Gottesdiensten im Dom derzeit nur mit vorheriger Anmeldung möglich. Wie die Polizei am Sonntag mitteilte, wurde daher am Samstagmorgen einem nicht registrierten Paar der Zugang zum Gottesdienst im Dom verwehrt. Der Mann wollte diese Auflage nicht einsehen und würgte der Polizei zufolge den Mitarbeiter. Das Opfer konnte sich aus dem Griff befreien und flüchtete ins Innere der Kirche. Die Polizei sucht nach Zeugen.

17:12 Uhr - US-Finanzminister: Arbeitslosigkeit wird wohl noch mehr steigen

Die im Zuge der Corona-Krise auf den höchsten Stand seit dem Zweiten Weltkrieg geschnellte US-Arbeitslosenquote dürfte nach Einschätzung von Finanzminister Steven Mnuchin noch steigen. "Die gemeldeten Zahlen werden wahrscheinlich schlimmer bevor sie besser werden", sagte Mnuchin dem Sender Fox News am Sonntag. Er deutete an, dass im Weißen Haus Gespräche über weitere Fiskalmaßnahmen zur Abfederung der wirtschaftlichen Belastungen infolge der Pandemie liefen. Allerdings wolle die Bundesregierung nicht Bundesstaaten "mit schwachem Management" aus der Klemme helfen. Das Präsidialamt dringe auf eine Senkung der Lohnsteuern.

17:00 Uhr - Rosenheim wieder über Grenzwert von 50 Corona-Neuinfektionen

In der bayerischen Stadt Rosenheim ist erneut die Marke von 50 Coronavirus-Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner binnen einer Woche überschritten worden. Der Wert habe am Sonntag bei 50,5 gelegen, teilte das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) am Sonntag in Erlangen mit.

Die Stadt Rosenheim hatte bereits am 7. Mai den Grenzwert gerissen, den Bund und Länder am vergangenen Mittwoch festgelegt hatten. Die aktuell erneut gestiegenen Fallzahlen seien durch eine Reihentestung in einer Asylbewerberunterkunft zu erklären, teilte das Landesamt mit.

Damit sind jetzt fünf Orte in Deutschland bekannt, in denen die vereinbarte Obergrenze überschritten wird: neben der Stadt Rosenheim die Landkreise Greiz und Sonneburg in Thüringen, Coesfeld in Nordrhein-Westfalen und Steinburg in Schleswig-Holstein.

16:49 Uhr – Anti-Corona-Demo: Angriff auf WDR-Journalisten in Dortmund

In mehreren Städten in Nordrhein-Westfalen sind am Wochenende Hunderte Menschen auf die Straße gegangen, um gegen die Corona-Einschränkungen zu demonstrieren. Bei einer untersagten Veranstaltung am Samstag in Dortmund griff ein mutmaßlich Rechtsextremer zwei Journalisten des "Westdeutschen Rundfunks" an und verletzte einen der beiden, wie ein WDR-Sprecher der Deutschen Presse-Agentur am Sonntag bestätigte.

Nach Angaben des Senders hatte der Angreifer versucht, einem der beiden WDR-Journalisten eine Kamera aus der Hand zu schlagen. Wie die Polizei mitteilte, kam der 23 Jahre alte Angreifer in Gewahrsam. Zuvor soll er zudem auf einer untersagten Versammlung auf dem Alten Markt einen Medienvertreter beleidigt haben.

16:30 Uhr - 5 positive Fälle in den spanischen Topligen

In den beiden spanischen Fußball-Topligen sind fünf Spieler positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das teilte der Ligaverband am Sonntag mit. Am Freitag hatte bereits der öffentlich-rechtliche katalanische Radiosender RAC1 darüber berichtet.

Die Betroffenen seien symptomfrei und in der letzten Phase der Erkrankung, hieß es in einer Mitteilung. Die Identität der Spieler wurde nicht bekannt gegeben. Laut Protokoll müssen diese sich nun in eine häusliche Quarantäne begeben und werden in den kommenden Tagen erneut getestet. Nach zwei negativen Tests können die Spieler wieder am Training in den Vereinseinrichtungen teilnehmen.

16:02 Uhr - Neue Proteste in Hongkong

 May 10, 2020, Hong Kong, CHINA: Protesters displaying HONG KONG INDEPENDENCE banner inside popular shopping arcade for Chinese Mainlanders in the urban centre.May-10,2020 Hong Kong.ZUMA/ Hong Kong CHINA - ZUMAl137 20200510zapl137006 Copyright: xLiau
Die Demonstranten werfen den Behörden vor, die Maßnahmen gegen die Pandemie auszunutzen, um bürgerliche Freiheiten zu beschneiden.
© imago images/ZUMA Wire, Liau Chung-ren via www.imago-images.de, www.imago-images.de

In Hongkong haben erneut Hunderte Menschen in mehreren Einkaufszentren gegen die chinafreundliche Regierung protestiert. Die Polizei habe mindestens elf Menschen festgesetzt, darunter ein zwölfjähriges Mädchen, hieß es am Sonntag in Medienberichten. Zudem seien gegen Dutzende Menschen Geldbußen verhängt worden, weil sie die Abstandsregeln zur Eindämmung des Coronavirus nicht eingehalten hätten. Danach gilt für Gruppen von mehr als acht Personen ein öffentliches Versammlungsverbot.

Die Demonstranten warfen den Behörden vor, die Maßnahmen gegen die Pandemie auszunutzen, um bürgerliche Freiheiten in der chinesischen Sonderverwaltungsregion zu beschneiden. In einem Einkaufszentrum habe ein Polizist Pfefferspray gegen Demonstranten und Journalisten eingesetzt, nachdem eine Wasserflasche auf die Beamten geworfen worden sei.

15:09 Uhr - Hunderte Polizisten in Indien positiv auf Corona getestet

Im westindischen Bundesstaat Maharashtra sind annähernd 800 Polizisten positiv auf das Coronavirus getestet worden. Von den insgesamt 786 Beamten seien sieben an den Folgen der Lungenkrankheit Covid-19 gestorben, teilte ein Sprecher mit. Alle Polizisten über 55 Jahre wurden angewiesen, zu Hause zu bleiben.

Maharashtra, dessen Hauptstadt die Finanzmetropole Mumbai ist, ist einer der am stärksten vom Virus getroffenen Bundesstaaten in dem 1,3 Milliarden Einwohner zählenden Land. Rund 30 Prozent der bislang rund 63.000 registrierten Fälle wurden dort gemeldet. Mehr als 1.700 Menschen sind bisher landesweit in Verbindung mit dem Virus gestorben.

13:43 Uhr - Sonneberg liegt über Obergrenze bei Neuinfektionen

Im Landkreis Sonneberg in Südthüringen sind in den vergangenen sieben Tagen mehr als 50 Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner registriert worden. Der Wert lag mit Stand Sonntagvormittag (10.00 Uhr) bei 66,7 Neuinfektionen, so ein Sprecher des Landratsamts.

13:19 Uhr - Gericht lehnt Eilantrag gegen Westfleisch-Schließung in Coesfeld ab

Das Verwaltungsgericht Münster hat einen Eilantrag der Firma Westfleisch gegen die befristete Schließung ihres von einem Corona-Ausbruch betroffenen Betriebes in Coesfeld abgelehnt. Der Kreis hatte die Schließung des Schlacht- und Zerlegebetriebes von Samstag bis 18. Mai verfügt. Diese auf dem Infektionsschutzgesetz beruhende Verfügung sei "nach Aktenlage aller Voraussicht nach rechtmäßig", teilte das Gericht am Sonntag mit.

Inzwischen seien mehr als 200 Beschäftigte des Betriebes positiv auf das Coronavirus getestet worden. Es sei davon auszugehen, dass es noch eine unbestimmte Anzahl von Corona-Verdachtsfällen oder Ansteckungen dort gebe. 

13:13 Uhr - USA lässt Antigentest auf Coronavirus zu

Die US-Arzneimittelbehörde FDA hat erstmals einem Antigentest auf das Coronavirus eine Notfallgenehmigung erteilt. Es handele sich dabei um eine neue Kategorie von Test, die innerhalb von Minuten Ergebnisse liefern könne, schreibt die FDA.

Bei dem Antigentest werden Proteinfragmente von Sars-CoV-2 aus Nasenabstrichen nachgewiesen. Damit unterscheidet sich die Untersuchung von Gentests, bei denen Viren-Erbgut in Abstrichen nachgewiesen wird, und von Antikörpertests, bei denen vom Immunsystem gebildete Antikörper im Blut nachgewiesen werden.

Ein Vorteil der Antigentests ist laut FDA, dass sie sehr schnell Ergebnisse liefern. Allerdings seien sie weniger sensitiv als Gentests, ihnen rutschen also mehr Infektionen durch. 

11:53 Uhr - TUI-Chef wirbt für Sommeurlaub, schnelle Grenzöffnung und Malle

02.05.2020, Spanien, Valencia (comunidad Valenciana): Eine Frau sitzt in ihrem Bikini am Strand von Malvarrosa. Ab diesem Wochenende dürfen die Bürger im von der Corona-Pandemie schwer betroffenen Spanien erstmals nach sieben Wochen wieder im Freien
Coronavirus - Spanien
© dpa, Rober Solsona, europa press lix

TUI-Chef Friedrich Joussen will so bald wie möglich wieder Urlaubsreisen in den Mittelmeerraum anbieten. "Wir haben einen Gesundheitscheck für alle Urlaubsziele ausgearbeitet und werden Urlaub nur dort anbieten, wo er auch sicher ist. An erster Stelle steht dann sicherlich Mallorca. Die Hotels dort haben einen Probelauf gemacht, können sofort starten und Gäste aufnehmen", sagte er der 'Bild am Sonntag'.

Auch Griechenland, Zypern, Kroatien, Bulgarien, Österreich und Dänemark seien gut auf den Sommertourismus vorbereitet. Allerdings: "Zunächst muss Deutschland die Grenzen öffnen", sagte Joussen. Die generelle und weltweite Reisewarnung bis zum 14. Juni halte er nicht für richtig. Man solle vielmehr für jedes Land oder jede Region eine individuelle Bewertung vornehmen.

Auf Mallorca dürfen ab Montag Hotels erstmals seit zwei Monaten wieder öffnen und Restaurants und Bars im Außenbereich wieder Gäste bewirten. Vor Ort gehen die Menschen aber davon aus, dass fast alle Häuser geschlossen bleiben.

11:33 Uhr - Neuinfektionen im Kreis Coesfeld reißen weiter Obergrenze

Coronavirus - Infektionen bei Westfleisch 09.05.2020, Nordrhein-Westfalen, Coesfeld: Der Schlachtbetrieb von Westfleisch in Coesfeld wird vorübergehend geschlossen. In dem Schlachtbetrieb wurden bisher 191 Mitarbeiter positiv getestet. Nach dem Coron
Coronavirus - Infektionen bei Westfleisch 09.05.2020, Nordrhein-Westfalen, Coesfeld: Der Schlachtbetrieb von Westfleisch
© imago images/Revierfoto, Revierfoto via www.imago-images.de, www.imago-images.de

Nach dem Corona-Ausbruch in einer Fleischfabrik in Coesfeld liegt die Zahl der Neuinfektionen in dem Kreis weiterhin deutlich über der vereinbarten Obergrenze. Laut einer Übersicht des Robert Koch-Instituts (RKI) lag der Wert bei rund 85 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche (Stand 10.5. 00.00 Uhr).

Außer dem Kreis Coesfeld lagen alle anderen Kreise und kreisfreien Städte in Nordrhein-Westfalen deutlich unter dem Grenzwert von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen. Diese Schwelle, ab der neue konsequente Beschränkungen in der Corona-Krise greifen sollen, hatten Bund und Länder am vergangenen Mittwoch vereinbart.

Der Kreis Coesfeld hat in Abstimmung mit der NRW-Landesregierung als Konsequenz bereits einen Großteil der eigentlich von Montag an landesweit geplanten Lockerungen der Corona-Auflagen um eine Woche verschoben. Von 1.200 Beschäftigten des betroffenen Fleischbetriebes waren bis Samstagabend 930 getestet worden. Die Zahl der festgestellten positiven Corona-Fälle stieg auf mehr als 190.

11:00 Uhr - Aktuelle Zahlen aus Deutschland und der Welt

Land Infizierte Tote Genesene
USA 1.309.541 78.794 212.534
Spanien 223.578 26.478 133.952
Italien 218,268 30.395 103.031
Großbritannien 216.526 31.662 1.002
Russland 209.688 1.915 34.306
Frankreich 176.728 26.313 56.148
Deutschland 171.324 7.549 144.400
weltweit 4.038.747 279.468 1.380376

10:09 Uhr: Muttertagsbesuche sind wichtiger Einreisegrund

ARCHIV - 07.05.2017, Bayern, Kaufbeuren: An einem Strauß Blumen auf einem gedeckten Frühstückstisch lehnt ein Papier mit der Aufschrift «Alles Liebe zum Muttertag». (Zu dpa "Rollentausch und Erschöpfung: Mütter in der Corona-Krise") Foto: Karl-Josef
Zum Muttertag
© dpa, Karl-Josef Hildenbrand, kjh kde dak wst

Um Besuche am Muttertag zu ermöglichen, sind die wegen der Corona-Pandemie verhängten strengen Regeln an den Grenzen für einen Tag etwas gelockert worden. Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) stimmt einer entsprechenden Entscheidung der Bundespolizei zu. Der Besuch der eigenen, in Deutschland lebenden Mutter, werde an diesem Sonntag als "triftiger Einreisegrund anerkannt", teilte die Bundespolizei mit. Lesen Sie hierzu auch "Grenzenlose Liebe: Bundespolizei erlaubt Einreise für Besuch an Muttertag."

09:45 Uhr - FDP will Untersuchungsausschuss zu Corona-Maßnahmen

Die FDP besteht auf einer politischen Aufarbeitung der staatlichen Corona-Strategie und bringt dafür erstmals auch einen parlamentarischen Untersuchungsausschuss ins Spiel. "Schon jetzt zeichnen sich erhebliche Versäumnisse von Bundes- und Landesregierungen insbesondere in der Frühphase der Pandemie ab, die intensiv analysiert und bewertet werden müssen", sagte FDP-Bundestagsfraktions-Mitglied Michael Theurer. "Ein Untersuchungsausschuss mit den erheblichen Befugnissen ist sicherlich am ehesten geeignet, das Handeln und Nicht-Handeln der Bundesregierung einer kritischen Überprüfung zu unterziehen."

Theurer erläuterte, noch stehe der unmittelbare Kampf gegen und die erste Anpassung an die Pandemie im Vordergrund. Es gehe um die Verfügbarkeit von Corona-Apps, die Wirtschaftskrise und eine drohende Insolvenzwelle im Mittelstand. Aber die Diskussion, ob hierfür ein Untersuchungsausschuss eingesetzt oder eine Enquête-Kommission gebildet werden solle, werde unter den Bundestagsabgeordneten bereits intensiv geführt.

08:45 Uhr - Schausteller fordern Rettungsschirm

ARCHIV - 15.01.2019, Nordrhein-Westfalen, Essen: Ein Schild "Junger Mann zum mitreisen gesucht" steht im Schaustellermuseum auf einem Kinderkarussell von 1903 im Schaustellermuseum. (zu dpa "400 Jahre Karussell - Doch Schausteller haben nichts zu fei
400 Jahre Karussell
© dpa, Roland Weihrauch, rw kde

Die Schausteller fordern wegen der Corona-Krise einen staatlichen Rettungsschirm für ihre Branche. "Wir sind schon seit Monaten ohne Einnahmen und ein Ende ist nicht abzusehen", sagte der Präsident des Deutschen Schaustellerbunds, Albert Ritter. Großveranstaltungen wie Volksfeste sind bis mindestens 31. August verboten. Das Münchner Oktoberfest und eine Reihe weiterer Jahrmärkte, die im Herbst geplant waren, wurden bereits abgesagt. "Kredite helfen uns nicht weiter, denn unsere ausgefallenen Umsätze sind nicht nachholbar", sagte er.

Ohne Hilfen würde eine Reihe von Betrieben nicht überleben, meinte der DSB-Präsident. Ihre letzten Einnahmen hätten viele Schausteller bei den Weihnachtsmärkten erzielt, dann folgte die übliche Winterpause - danach fiel der Saisonstart wegen Corona plötzlich ins Wasser. "Wir sind auch systemrelevant, denn Spaß und Freude sind für die Menschen wichtig", findet Ritter. Er appellierte an Veranstalter, nicht jetzt schon alle Volksfeste für den Herbst abzusagen, sondern abzuwarten.

08:29 Uhr - Stechmücken übertragen Virus nicht

ARCHIV - 13.03.2018, Brandenburg, Müncheberg: Eine präparierte, heimische Stechmücke der Art Aedes cantans ist unter einem Mikroskop im Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) zu sehen. (Zu dpa "Experten: Stechmücken übertragen das Coron
Stechmücke
© dpa, Patrick Pleul, ppl tba fux rho wst

Von Stechmücken geht in der Corona-Pandemie nach bisherigen Erkenntnissen keine Gefahr aus. Das neuartige Coronavirus Sars-CoV-2 werde durch Tröpfcheninfektion übertragen - mit dem Stich einer Mücke könne das Virus nach dem derzeitigen Kenntnisstand nicht in den Körper gelangen, sagte Mücken-Expertin Doreen Werner vom Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung.

Das bestätigt auch Peter Ben Embarek, WHO-Experte für Infektionen, die von Tier zu Mensch oder umgekehrt übertragen werden können. Studien hätten sich mit verschiedenen Parasiten - auch Mücken - beschäftigt und keine Übertragung festgestellt. "Diese Viren haben spezifische Affinitäten zu bestimmten Arten, und sie können nur an bestimmte Zellen andocken - sie können nicht jede Art infizieren, mit der sie in Berührung kommen", sagte er.

7:59 Uhr - Südkorea: Höchster Anstieg der Zahlen seit vier Wochen

200506 -- SEOUL, May 6, 2020 -- People walk at Ikseon-dong in Seoul, South Korea, May 6, 2020. South Korea on Wednesday began a so-called distancing-in-daily-life campaign to bring people closer to a normal life. The campaign allows people to resume
(200506) -- SEOUL, May 6, 2020 -- People walk at Ikseon-dong in Seoul, South Korea, May 6, 2020. South Korea on Wednesda
© imago images/Xinhua, Wang Jingqiang via www.imago-images.de, www.imago-images.de

Nach einem Anstieg der Zahl lokal übertragener Corona-Infektionen in Südkorea wächst die Furcht vor einer möglichen Destabilisierung der Lage. Die Gesundheitsbehörden teilten jetzt mit, am Samstag seien 34 zusätzliche Fälle festgestellt worden. Das war der höchste Anstieg seit vier Wochen in dem Land, das wegen seiner entschlossenen Test- und Quarantänemaßnahmen als Vorbild gilt.

Sorgen bereitet den Behörden eine Häufung von Infektionen, die zuletzt im Zusammenhang mit dem Besuch eines infizierten männlichen Besuchers von Bars und Nachtclubs in einem Vergnügungsviertel in der Millionenmetropole Seoul aufgetreten waren. Der Betroffene wurde erst nach dem Besuch der Clubs positiv auf das Virus getestet. Seouls Bürgermeister Park Won Soon ordnete an, den Betrieb sämtlicher Clubs, Bars und anderer nächtlicher Unterhaltungseinrichtungen der Hauptstadt vorläufig einzustellen.

Alle Meldungen vom 9. Mai 2020

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