Wundermittel gegen Rückenschmerzen und Schlafstörungen?

CBD-Produkte: Patienten schwärmen, Experten warnen

Cannabidiol-Öl
Cannabidiol-Öl
© RTL Hessen

20. Oktober 2020 - 13:33 Uhr

Angebliches Wundermittel in der Kritik

Legale Cannabis-Produkte sollen angeblich das Zaubermittel gegen fast alles sein: Menstruationsbeschwerden, Kopfschmerzen, Schlafstörungen oder sogar Depressionen. Doch Kritiker wie die Verbraucherzentrale warnen: Harmlos und unbedenklich sind die Mittel nicht! 

Entzündungshemmer mit Nebenwirkungen

CBD-Öl, oder Cannabidiol, wird aus der Cannabispflanze gewonnen. Anders als THC (Delta-9-Tetrahydrocannabinol), dem weiteren Hauptbestandteil von Cannabis, macht es aber nicht "high". Vielmehr soll CBD entkrampfend, schmerzstillend und entzündungshemmend wirken. Außerdem wird ihm eine beruhigende und angstlösende Wirkung nachgesagt. Der THC-Gehalt darf in CBD-Produkten nicht höher als 0,2 Prozent sein.

Wiebke Franz von der Verbraucherzentrale Hessen warnt jedoch: "CBD kann Nebenwirkungen haben wie z.B. Benommenheit, Müdigkeit oder Schlafstörungen."

Frankfurter Store schwört auf CBD-Food

Genau diese Schlafstörungen bekämpft Petra, Kundin des Frankfurter CBD-Stores Marry Jane, jedoch mit CBD-Produkten. Auch seien die "riesenhafte Schmerzen" aufgrund ihres Bandscheibenvorfalls durch das vieldiskutierte Öl verschwunden. Ihr Heilpraktiker habe ihr das Produkt empfohlen, sagt sie uns bei einem Einkauf in dem Frankfurter Laden. 

Neben dem Cannabidiol-Öl erhalten Kunden hier den Wirkstoff auch in Form von Nudeln, Schokolade oder Mehl. Der Frankfurter Marry Jane-Filialleiter Ron Rohe bestätigt die Zufriedenheit seiner Kunden – und nicht nur die jungen Leute erfreuen sich an dem Wirkstoff: "Auch ältere Menschen haben die Produkte als Mittel z.B. gegen Arthrose für sich entdeckt."

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Verbraucherzentrale: "Produkte müssen vom Markt genommen werden"

Wiebke Franz, Interview., Verbraucherzentrale Hessen
Wiebke Franz, Verbraucherzentrale Hessen
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Doch vor allem die von Rohe vertriebenen Food-Produkte sind das Problem in der Diskussion um CBD: Der Handel mit CBD ist nicht reguliert. Da es sich auch in Lebensmitteln befindet, fällt es eigentlich unter die sogenannte Novelfood-Verordnung, die die Zulassung neuartiger Lebensmittel regelt. "Die Produkte sind unzulässig und müssten vom Markt genommen werden", sagt uns Wiebke Franz von der Verbraucherzentrale.

Gleichen Weg wie bei Cannabis gehen

Der Frankfurter Radiologe Dr. Julian Wichmann – ein Fürsprecher von CBD und Gründer des Netzwerks Algea Care mit Spezialisierung auf die Therapie mit medizinischem Cannabis – sieht die fehlende Regulierung als einziges Manko: "Ärzte, die CBD verschreiben, haben keine Sicherheit der Qualität." Seiner Meinung nach sollten Produkte mit isoliertem CBD den gleichen Weg gehen wie medizinische Cannabis-Produkte: Qualitätsstandard festsetzen, Abgabe regulieren – damit hätten Ärzte und Patienten eine klare und legale Richtlinie.

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