Cannabis aus der Drogerie

CBD-Öl: Wie Cannabidiol wirkt und wozu man es einsetzt

CBD wird als das neue Wundermittel gefeiert. Es soll zahlreiche Krankheiten heilen und Beschwerden lindern können. Doch was steckt eigentlich dahinter?
CBD wird als das neue Wundermittel gefeiert. Es soll zahlreiche Krankheiten heilen und Beschwerden lindern können. Doch was steckt eigentlich dahinter?
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12. August 2021 - 13:36 Uhr

Was steckt hinter dem Mega-Hype um CBD-Öl?

Sanfte Wirkung gegen Schmerzen, Entzündungen, bei Schlaf- und Hautproblemen – all das sollen Produkte mit Cannabidiol, einem Bestandteil der Cannabispflanze, bewirken. Viele Menschen verbinden Cannabis in erster Linie mit Drogenkonsum – aber das soll sich ändern. Wir erklären, wie Cannabidiol (CBD) wirkt und wie es angewendet werden kann.

CBD-Öl: Was ist Cannabidiol?

Hauptwirkstoffe der Cannabispflanze sind CBD (Cannabidiol) und THC (Delta-9-Tetrahydrocannabinol). Im Gegensatz zum THC – das beispielsweise als Marihuana einen psychedelischen Effekt entfaltet und somit "high" macht – wirkt CBD nicht berauschend. Das sieht auch der Europäische Gerichtshof so und stellt fest: Im Vergleich zu THC seien "offenbar keine psychotropen Wirkungen oder schädlichen Auswirkung" zu erkennen. Damit ist klar: CBD ist keine Droge. Vielmehr soll CBD entkrampfende, schmerzstillende und entzündungshemmende Eigenschaften haben. Außerdem wird Cannabidiol eine beruhigende und angstlösende Wirkung nachgesagt.

In Deutschland darf CBD rezeptfrei als Nahrungsergänzungsmittel oder Kosmetik verkauft werden – nicht aber als Arzneimittel. In der Schweiz sind auch Zigaretten mit CBD-Füllung im Handel erhältlich, hier hat Deutschland vorerst aber noch einen Riegel vorgeschoben. Die häufigste Darreichungsform bleibt CBD-Öl. CBD kann aber auch als Tablette eingenommen oder in Kosmetik verarbeitet werden. CBD-Öl ist nicht toxisch, sodass es auch über einen langen Zeitraum angewendet werden kann. Wichtig: Anders als das streng verschreibungspflichtige THC-Öl (etwa zur Behandlung von starken Schmerzen und verschiedenen Nervenleiden) enthält CBD-Öl keine oder nur sehr geringe Mengen THC (maximal 0,2 Prozent) – und ist deshalb rezeptfrei erhältlich.

CBD und seine entzündungshemmende Wirkung

CBD hat zahlreiche verschiedene Einsatzmöglichkeiten und erfreut sich momentan in immer mehr Ländern der Welt wachsender Beliebtheit: Beispielsweise bieten Cafés in den USA inzwischen CBD-Kaffees an, in Hollywood sind Cocktails mit CBD der letzte Schrei. Es gibt den Stoff als Cremes, Eis, Gummibärchen und Massageöl.

Welche medizinischen Wirkungsmechanismen bei CBD langfristig aktiviert werden, ist noch nicht vollständig erforscht. "Es fehlen gute Studien zur Wirksamkeit von CBD", erklärt Neurologin Dr. Ilonka Eisensehr. "Aber CBD wird nachgesagt, dass es eine entzündungshemmende Wirkung hat, dass es in die Gefäßweite und den Serotonin-Stoffwechsel eingreift." Das Wirkungsspektrum von CBD ist breit gefächert. Unterschiedliche Untersuchungen zeigen jedoch, dass CBD antibakteriell wirkt, die Zellen vor oxidativem Stress schützt und Entzündungen bremst.

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Wogegen hilft CBD?

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CBD-Öl soll bei Schmerzen wie Kopfschmerzen und Menstruationsbeschwerden helfen.
© Getty Images, artpipi
  • Epilepsie: CBD kann ersten Ergebnissen zufolge vor allem bei Kindern bei der Behandlung von Epilepsie unterstützend wirken und epileptische Anfälle seltener machen.
  • Schmerzen: Cannabinoide haben eine schmerzstillende Wirkung. Damit kann CBD bei Gelenkschmerzen, aber auch Kopfschmerzen (Migräne) und Menstruationsschmerzen eine positive Wirkung haben. Auch bei Fibromyalgie und Arthritis wurde CBD bereits wirksam eingesetzt.
  • Hautprobleme: Bei Neurodermitis, Akne und anderen Hautproblemen kann CBD ebenfalls eine lindernde Wirkung haben, wie eine im Journal of Clinical Investigation veröffentlichte Untersuchung zeigt.
  • Angst: Wie Studien belegen, kann Cannabidiol die Produktion von Angsthormonen bremsen. Dabei wirkt sich CBD nicht nur positiv bei alltäglichen Ängsten aus, sondern es hilft offenbar auch bei Angststörungen und posttraumatischen Belastungsstörungen.
  • Stress und Schlafstörungen: CBD hat eine entspannende Wirkung, wodurch sich die Schlafqualität verbessert. Auch stressbedingte Probleme wie Nervosität oder Gereiztheit sollen durch CBD vermindert werden.
  • Krebstherapie: Ebenfalls wurde erforscht, dass CBD-Öl für ein schnelleres Absterben von Krebszellen sorge, das Tumorwachstum verlangsame und die Metastasen hemme. Auch bei Chemotherapien kann CBD-Öl die Nebenwirkungen lindern.

Lese-Tipp:

Gegen ihre Migräne: RTL-Moderatorin Eva Imhof setzt auf CBD-Öl

Nebenwirkungen von CBD

Neben positiven Wirkungen stellten Forscher in Studien allerdings auch unerwünschte Effekte des medizinischen Marihuanas fest – etwa Schläfrigkeit. Auch Mundtrockenheit, Benommenheit und Schwindel sind möglich. Denn CBD senkt den Blutdruck etwas. 

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