Geklagt und gescheitert

Bundesverfassungsgericht: Beschluss steht fest - die Masern-Impfpflicht bleibt

Bundesverfassungsgericht: Die Masern-Impfpflicht bleibt! Klage abgelehnt
02:29 min
Klage abgelehnt
Bundesverfassungsgericht: Die Masern-Impfpflicht bleibt!

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Alle Kinder müssen vom Kita-Alter an gegen Masern geimpft sein - und das bleibt auch so! Das bestätigte am Donnerstag Vormittag, den 18.08., das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe. Geklagt hatten vier Elternpaare, deren Kinder nicht geimpft sind, weil sie darin einen unverhältnismäßigen Eingriff in das Grundrecht und ihr Erziehungsrecht sehen – mehr dazu im Video.

Klage abgewiesen

Das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe weist die Klagen dagegen zurück. Der Eingriff gegen die körperliche Unversehrtheit, der Pieks mit einer Spritze, sei zumutbar, um besonders gefährdete Menschen vor einer Infektion zu schützen. Seit März 2020 dürfen Kitas nur noch Kinder ab einem Jahr mit einem Nachweis aufnehmen, wenn diese vollständig gegen Masern geimpft sind oder die Krankheit bereits durchgemacht haben. Nur bei medizinischer Unverträglichkeit kann die Impfpflicht entfallen.

Lese-Tipp: Impfstatus vieler Kinder noch immer unvollständig

Auch Kinderarzt Professor Arno Fuchshuber aus Bad Nauheim findet die Entscheidung richtig: „Ich bin absolut der Meinung, dass wir dafür sorgen müssen, dass die Kinder, die in Gemeinschaftseinrichtungen gehen, geimpft sind. Nicht nur um sich selber zu schützen, sondern auch um die zu schützen, die sich aus irgendwelchen Gründen nicht impfen lassen können und dürfen. Es geht auch um die, die irgendwelche chronischen Erkrankungen haben, wo eine Impfung mit Lebendimpfstoff nicht ratsam ist.“

Kinderarzt Professor Arno Fuchshuber
Kinderarzt Professor Arno Fuchshuber ist für eine Impfpflicht gegen Masern.
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Das sagen die Menschen auf Hessens Straßen:

Auch bei unserer RTL Hessen-Straßenumfrage zeichnet sich ein eindeutiges Bild ab – die Masern-Impfpflicht ist gut: „Damit können wir in der Gesamtbevölkerung viel Gutes tun, denke ich“ oder „Ja, weil es ja sozusagen dagegen hilft, dass die Masern sich weiterverbreiten und ich habe meine beiden Kinder ja auch impfen lassen, nicht weil ich musste, sondern ich hätte es ohnehin gemacht und ja, dann werden sie weniger krank. Ist doch gut“, so einige Stimmen aus der Bevölkerung.

Zwei Mütter mit Kinderwägen auf der Straße.
Mütter diskutieren auf der Straße über die Masern-Impfpflicht.
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"Es gibt eben auch Komplikationen, wie zum Beispiel Lungenentzündung"

Experten warnen vor dem Trugschluss, die Masern seien nur eine harmlose Kinderkrankheit. Es kann zu Komplikationen kommen und das Immunsystem bleibt für längere Zeit geschwächt. Eine seltene Spätfolge ist eine Gehirnentzündung, die fast immer tödlich endet. (apo/naw)