Reaktion auf steigende Infektionszahlen

Heißt die neue Corona-Regel 2G-plus-minus?

Als Reaktion auf steigende Infektionszahlen führt Bremen eine neue Warnstufe ein.
Als Reaktion auf steigende Infektionszahlen führt Bremen eine neue Warnstufe ein.
© dpa, Mohssen Assanimoghaddam, ass axs

07. Januar 2022 - 9:31 Uhr

Regel-Wirrwarr in Bremen

Das Prinzip von 2G-plus ist mittlerweile klar: Geimpfte oder Genese benötigen einen zusätzlichen negativen Test, um beispielsweise in eine Kneipe gehen zu können. In Bremen soll nun mit einer neuen Warnstufe 4 diese Regel in Gastronomie und Kultureinrichtungen eingeführt werden und das macht die Bremer Gastronomen sauer. Aber es gelten auch Ausnahmen bei den neuen Regeln und die sorgen dafür, dass aus der 2G-plus-Regelung eher eine 2G-plus-minus-Regelung wird.

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Wer braucht den Test, wer braucht ihn nicht?

Der Bremer Senat führt die vierte Warnstufe mit Blick auf die sich rasch verbreitende Corona-Variante Omikron ein. Wenn die neue Warnstufe greift, gilt ein erweitertes 2G-plus-Konzept. Bei Warnstufe vier dürfen grundsätzlich nur noch Geimpfte und Genesene mit einem zusätzlichen Nachweis über ein negatives Testergebnis (2G-plus) Gastronomie- oder Kultureinrichtungen nutzen. "Davon ausgenommen sind Personen in den drei Monaten nach ihrer zweiten Impfung und alle mit Auffrischungsimpfung", sagte Gesundheitssenatorin Claudia Bernhard (Linke) am Dienstag nach einer Senatssitzung. Das bedeutet: Ähnlich wie in Niedersachsen brauchen frisch Zweitgeimpfte und Geboosterte keinen Test. Für sie gilt also sozusagen 2G-plus-minus.

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Hohe Hospitalisierungsinzidenz

Warnstufe vier greift, wenn an fünf aufeinanderfolgenden Tagen eine Hospitalisierungsinzidenz von 9 überschritten wird. Dieser Wert steht für die Zahl der Menschen, die binnen sieben Tagen je 100.000 Einwohner im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion in ein Krankenhaus eingewiesen werden. Derzeit liegt dieser Inzidenzwert in Bremen bei 11,47 (Stand Dienstag). Es gilt Warnstufe drei. Bremerhaven kündigte für Donnerstag die Rückkehr zu Warnstufe zwei an.

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Kritik: Boosteranreize schaffen durch Sanktionierung der Gastronomiebetriebe

Als die Leidtragenden der neuen Warnstufe verstehen sich die Bremer Gastronomen. "Die Gastronomie hat alles getan, was möglich ist. Wir haben Konzepte entwickelt und uns an Sicherheitsmaßnahmen (Bremen-Bändchen, Pandemiechecks etc.) beteiligt", schreibt die Bremer-Gastro-Gemeinschaft als Reaktion auf die neuen Pläne. Die Rückmeldungen der Mitglieder des Vereins seien fast durchweg negativ, viele befürchten, dass es sich dann nicht mehr lohnt, den Betrieb für Gäste zu öffnen. "Nun werden Gastronomiebetriebe also sanktioniert, um "Boosteranreize" zu schaffen", heißt es weiter.

Die Änderung soll am Donnerstag bei einer Senatssitzung beschlossen werden und danach "zeitnah", wie es aus dem Gesundheitsressort heißt, in Kraft treten. (dpa/mba)