"Die Abholzung in Brasilien ist ganz klar außer Kontrolle"

Brasilien: Zerstörung des Amazonas-Regenwalds dramatisch gestiegen

Ein aktuelles Bild der Zerstörung aus dem Süden des Amazonas-Gebiets.
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10. August 2020 - 7:49 Uhr

Abholzung des Regenwalds um 35 Prozent gestiegen

Die grüne Lunge der Welt, der Amazonas-Regenwald, leidet unter dramatisch ansteigender Abholzung. Erste Zahlen zum Anstieg der Regenwald-Zerstörung in Brasilien seit Amtsantritt des rechtspopulistischen Präsidenten Jair Bolsonaro schockieren: Mehr als 9.000 Quadratkilometer Regenwald sind in den vergangenen zwölf Monaten abgeholzt worden. Das ist eine Steigerung um rund 35 Prozent, wie das Nationale Institut für Weltraumforschung (Inpe) berichtete.

Klimaschützer: „Die Abholzung in Brasilien ist ganz klar außer Kontrolle“

Die Daten beziehen sich auf den Zeitraum von August 2019 bis Juli 2020. Im selben Zeitraum 2018/19 wurden dem Inpe zufolge 6.844 Quadratkilometer Regenwald zerstört.

Das Inpe wertet Satellitenbilder aus. Mit einer schnellen Erhebung untersucht es die Veränderungen des Waldes in Echtzeit. "Die Abholzung in Brasilien ist ganz klar außer Kontrolle", zitierte das Portal "G1" Márcio Astrini, Exekutiv-Sekretär der brasilianischen Nichtregierungsorganisation "Observatório do Clima". Er schätzt, dass die Abholzung nach einer weiteren Auswertung in diesem Zeitraum (August 2019 bis Juli 2020) sogar 13.000 Quadratkilometer erreichen könnte.

Im Video: Dramatische Brände im Regenwald (2019)

2019 war das erste Jahr des rechten Jair Bolsonaro als brasilianischer Präsident. Er geriet wegen der verheerenden Brände im Amazonas-Gebiet in die Kritik. Umweltschützer werfen ihm vor, die Brände in Kauf zu nehmen, um neue Flächen für die Landwirtschaft zu erschließen.