"Ich weiß nicht, wie ich überlebt habe"

Segler überlebt dank Luftblase 16 Stunden im eiskalten Meer

Segler überlebt nach 16 Stunden in kleiner Luftblase Boot vor Spanien gekentert
01:12 min
Boot vor Spanien gekentert
Segler überlebt nach 16 Stunden in kleiner Luftblase

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"Ich weiß nicht, wie ich das überlebt habe." Das sagt ein Segler, der einen echten Alptraum auf dem Atlantik erlebt hat: Nachdem Laurent Camprubis Boot gekentert ist, hat der Franzose 16 Stunden lang unter dem Rumpf im Wasser festgesteckt. Gerettet hat den 62-Jährigen eine kleine Luftblase, in der er weiter atmen konnte.

Seine Luftblase schrumpfte von Stunde zu Stunde

Das Unglück ereignete sich am vergangenen Montag. Die zwölf Meter lange „Jeanne Solo Sailor“ kenterte rund 15 Seemeilen vor der Küste der spanischen Region Galicien. Während der Mann auf seine Rettung wartete, wurde die Luftblase stündlich kleiner. Der spanische Seerettungsdienst sprach von einer „wundersamen Aktion“, die wegen der Dunkelheit und stürmischer See „am Rande des Unmöglichen“ war.

Die Luftblase habe sich allein zwischen dem späten Montagabend und Dienstagmorgen „von 70 auf 30 bis 40 Zentimeter“ halbiert, erzählte Camprubi. „Es war ein Rennen gegen die Zeit“, sagte er der Zeitung „La Voz de Galicia“.

Ohne Neoprenanzug hätte er wohl nicht überlebt

Im eisigen Wasser konnte er nach Angaben von Experten nur deshalb überleben, weil er zum Zeitpunkt des Unfalls einen Neoprenanzug trug. Die Zeit bis zur Rettung am Dienstagmittag durch Taucher und einen Hubschrauber des Seerettungsdienstes habe er aber auch nur deshalb überstehen können, weil er ständig an seine Frau und seine fünf Kinder im Alter zwischen drei Monaten und 37 Jahren gedacht habe, versichert der Mann aus Marseille.

Er habe an einer Regatta zwischen St. Malo und den Antillen in der Karibik teilgenommen, als der Unfall rund 15 Seemeilen vor der Küste der spanischen Region Galicien passiert und ein automatischer Notruf abgesetzt worden sei, erzählt er.

Nach der Rettung ein Tränen-Telefonat mit der Ehefrau

Wie auf einem Video des Seerettungsdienstes zu sehen ist, schlug der Franzose während der Rettungsaktion mehrfach gegen die Innenseite seines Schiffes, um den Einsatzkräften mitzuteilen, dass er am Leben war. Nach der Rettung habe er umgehend mit seiner Ehefrau telefoniert: „Ich konnte nicht sprechen, wir konnten beide nur weinen. Es war ein unglaubliches Gefühl.“

Künftig wolle er sein Leben „nicht mehr riskieren“ und seiner Familie mehr Zeit widmen. Er werde nicht mehr an gefährlichen Einhandregatten auf den Ozeanen teilnehmen und künftig allenfalls im Mittelmeer segeln. (dpa; uvo)