So sehen es die Experten

Booster nach 3, 4, 5 Monaten bei Kindern – was denn jetzt?

 DEU , DEUTSCHLAND : Hinweisschild zur Impfkabine mit BionTech fuer Kinder in einer Impfstelle / Impfzentrum in Bonn , 14.12.2021 DEU , GERMANY : Sign to the vaccination room with BionTech for children in a vaccination point / vaccination centre in B
Kinder boostern: Aber ab wann?
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Auffrischungsimpfungen gegen Corona-Variante Omikron

Die Omikron-Infektionen steigen jetzt auch in Deutschland rasant in die Höhe – wie von fast allen Experten vorausgesagt. Schnell wurde klar: Eine Auffrischungsimpfung hilft, die hochansteckende Variante unter Kontrolle zu halten. Seitdem wird geboostert, was das Zeug hält. Nicht nur bei Erwachsenen: Denn viele Kinder zwischen 12 und 17 Jahren sind schon lange doppelt geimpft – wann ist für sie der beste Zeitpunkt für die dritte Impfung?

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Zweite Impfung bei 12- bis 17-Jährigen liegt schon zurück

Seit Ende November ist der Impfstoff von Biontech/Pfizer für Kinder zwischen fünf und elf Jahren zugelassen. Im Dezember 2021 hat die Ständige Impfkommission (Stiko) ihre Corona-Impfempfehlung entsprechend aktualisiert, empfiehlt seitdem die Impfung für Kinder mit Vorerkrankungen im Alter von fünf bis elf Jahren. Aber auch Kinder ohne Vorerkrankungen können die Impfung bei auf eigenen Wunsch beziehungsweise von Eltern oder Sorgeberechtigten nach ärztlicher Aufklärung erhalten. Bereits seit August 2021 sind die 12- bis 17-Jährigen Teil der Empfehlung und damit der Impfkampagne. In dieser Gruppe stellt sich bereits die Frage nach der Booster-Impfung.

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US-Arzneimittelbehörde FDA erlaubt Booster offiziell

Die US-Arzneimittelbehörde FDA hat Auffrischungen mit Biontech am 3. Januar ab einem Alter von zwölf Jahren erlaubt. Hintergrund für diese Entscheidung dürfte die Sorge vor der hochansteckenden Omikron-Variante sein. In Deutschland haben 6,9 Prozent der Kinder und Jugendlichen im Alter von 12 bis 17 Jahren haben die laut Impf-Statistik bereits erhalten. Für die anderen stellt sich jetzt die Frage nach dem richtigen Zeitpunkt. Die FDA teilte mit, sie könne bereits fünf Monate nach der letzten Immunisierung durchgeführt werden.

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IM VIDEO: Boosterimpfungen müssen intensiver vorangetrieben werden

Boosterimpfungen müssen intensiver vorangetrieben werden RTL Corona-Talk
02:19 min
RTL Corona-Talk
Boosterimpfungen müssen intensiver vorangetrieben werden

Bundesgesundheitsminister gibt Quasi-Empfehlung ab

 Bundespressekonferenz in Berlin - Aktuelle Corona-Lage und -Maßnahmen und Booster-Impfung - Prof. Dr. Karl Lauterbach, Bundesminister für GesundheitBundespressekonferenz in Berlin - Aktuelle Corona-Lage und -Maßnahmen und Booster-Impfung - Prof. Dr.
Bundespressekonferenz in Berlin - Aktuelle Corona-Lage und -Maßnahmen und Booster-Impfung - Prof. Dr. Karl Lauterbach
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Hierzulande hält sich die Stiko beim Thema Booster-Impfung noch zurück. Aber Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) hat Ende Dezember klargestellt, dass im Fall eines Impfschadens ein Versorgungsanspruch bestehe, soweit mit einem für diese Personengruppe „grundsätzlich zugelassenen mRNA-Impfstoff“ geimpft werde. Eine Stiko-Empfehlung, die es derzeit ebenso nicht gibt wie einen für die Auffrischung Minderjähriger zugelassenen Impfstoff, sei keine Voraussetzung, so Lauterbach.

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Booster-Angebote bereits ab 3 Monaten

Dr. Georg-Christian Zinn, Direktor Hygienezentrum Bioscientia, hält die Booster-Impfung für richtig und wichtig: „Mittlerweile haben wir ja sogar eine Booster-Empfehlung von Herrn Lauterbach bekommen, wo klar gesagt wird, wir sollen und können die Kinder, wenn die zweite Impfung ausreichend lange zurückliegt, boostern“, so Zinn in Gespräch mit RTL. „Es ist ein ganz wichtiger Punkt für die Kinder, ein Stück Freiheit wiederzuerlangen.“ Booster-Angebote für Kinder ab 12 Jahren gibt es dementsprechend schon – und das bereits ab drei Monaten Zeitabstand zur zweiten Impfung.

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Studienlage noch unklar - 3 Monate sollten es schon sein

Aber was ist nun der richtige Abstand für eine Booster-Impfung bei Kindern? „Wir haben noch keine richtig guten Studien zu dieser Fragestellung“, sagt Zinn. „Ich würde dringend empfehlen, es so etwa nach fünf bis sechs Monaten zu machen.“ Für Epidemiologe Prof. Timo Ulrichs ist aber durchaus auch ein kürzerer Abstand möglich. Er erklärt die Notwendigkeit des Impfabstands gegenüber RTL so: „Zu kurz sollten die Abstände nicht sein, denn dann wird dem Immunsystem kein weiterer Reiz geboten.“ Das Immunsystem nimmt die Impfung bei einem zu kurzen Abstand quasi nur einen einzigen Reiz wahr.

Drei Monate zwischen der zweiten und dritten Impfung seien gut – man könne aber auch noch länger warten. Auch Ulrichs befürwortet den Booster für die Kinder: „Wenn man schon mal losgelegt hat mit dem Impfen, dann wäre es sicherlich konsequent, dass man dann auch noch die dritte Impfung setzt.“ Dadurch werde wirklich ein lang anhaltender Immunschutz auch bei den Kindern erzeugt. „Das kann dann mit dazu beitragen, die epidemiologische Lage zu stabilisieren“, so Ulrichs. (ija)

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