Ein Piks, ein Bier und Rückflug

Medien: Hotel-Mitarbeiter aus Italien für Impfung nach München geflogen

Einmal hin, alles drin - das altbekannte Motto einer Supermarktkette buchte die Ferienanlage offenbar für ihre Mitarbeiter (Archivbild)
Einmal hin, alles drin - das altbekannte Motto einer Supermarktkette buchte die Ferienanlage offenbar für ihre Mitarbeiter (Archivbild)
© dpa, Armin Weigel

11. Juni 2021 - 16:46 Uhr

Ferienanlage wollte Personal auf Urlaubssaison vorbereiten

Mehr als 100 Mitarbeiter einer italienischen Ferienanlage sind nach Medienberichten für eine Corona-Impfung nach Bayern gereist. Wie die "Süddeutsche Zeitung" am Freitag berichtete, hatten sich die Teilnehmer der Reisegruppe im Mai während eines Tagestrips am Münchner Flughafen die Impfspritzen geben lassen. Die Kassenärztliche Vereinigung Bayerns (KVB) prüft ein mögliches Fehlverhalten.

Laut Hotelmanager noch keine Impfmöglichkeit für Mitarbeiter in Italien

Ein Manager des Hotels sagte Italiens öffentlich-rechtlichem TV-Sender Rai 3, es sei wichtig gewesen, dass die Ferienanlage bereit sei, damit Gäste dort sicher Urlaub machen könnten. Man habe die erste "Etappe" genommen, da in Italien Impfungen für Mitarbeiter in Firmen noch nicht möglich gewesen seien. Das Hotel habe für diesen Service auch bezahlt.

Der "Spiegel" zitiert die Beschreibung der Impfreise durch den Hotelmanager so: "Um 9 Uhr haben wir den Flieger in Cagliari genommen, um 11 Uhr waren wir in München, um 12.30 Uhr war alles schon vorbei. Pause mit bayerischem Bier. Um 17 Uhr sind wir mit unserem Impfnachweis nach Cagliari zurückgereist." Für die Impfungen habe sich die Gruppe in einem Hotel in unmittelbarer Nähe des Flughafens eingefunden.

Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns prüft - unklar, woher Impfstoff stammt

Der Vorgang wird mittlerweile von der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns (KVB) überprüft. Denn ein an der Aktion beteiligter Arzt soll eine Kassenzulassung haben. Es werde daher nun ein mögliches Fehlverhalten geprüft, sagte KVB-Sprecher Axel Heise. "Wir wissen auch nicht, was da gelaufen ist." Er bezeichnete das Geschehen als "eigenartig". Insbesondere ist bislang nicht geklärt, woher der bei der Aktion verwendete Impfstoff stammt. (dpa, swi)

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