Hochwasser unterspült Wald- und Feldwege

Bergisch Gladbach: Pferd und Reiterin stürzen in riesiges Erdloch

29. Juli 2021 - 18:30 Uhr

Reiterin bricht mit Pferd in Zwei-Meter-Loch ein

Dieser Ausritt wird Chiara Infusino und ihrem treuen Begleiter "Quimbo" wohl noch lange in den Knochen stecken. Die beiden sind im Bergisch Gladbacher Stadtteil Herkenrath auf einem Feldweg unterwegs, als plötzlich der Boden unter ihnen einbricht. Beide fallen in ein knapp zwei Meter tiefes Loch. Wie die 28-Jährige den schrecklichen Moment erlebt hat, sehen Sie im Video.

Bagger schaufelt Rettungsgasse

Chiara hat Glück und kann sich gerade noch selbst aus dem Loch befreien. Ihr Pferd aber hat keine Chance. Erst die Feuerwehr kann die Grube mit einem Bagger aus einem benachbarten Hof freischaufeln. Nach rund einer Stunde können die Einsatzkräfte den Wallach mit vereinten Kräften aus dem Erdloch befreien. Die Reiterin und ihr Pferd kommen mit dem Schrecken davon.

Metertiefer Graben in einem Waldstück in NRW
Förster begutachten einen metertiefen Graben in einem Waldstück in Nordrhein-Westfalen.
© RTL

Hochwasser sorgt für Waldschäden in Millionenhöhe

Die Fluten haben nicht nur in den Städten massive Schäden angerichtet, auch Wälder und Wiesen wurden durch die Wassermassen teilweise verwüstet. Wander- und Radwege wurden unterspült oder komplett weggerissen. Strom- und Gasleitungen liegen frei. Der Verband Wald und Holz NRW schätzt die Schäden auf rund 30 Millionen Euro. "Für den Wald selbst ist es nicht schlimm, aber für die Bevölkerung, weil die Infrastruktur in Teilen komplett zerstört ist", sagt Jörven Hevendahl, Leiter des Regionalforstamtes märkisches Sauerland.

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Waldwege in NRW unterspült
Viele Waldwege in NRW sind unterspült und durch umgestürzte Bäume nicht mehr passierbar.
© RTL

Darauf sollten Spaziergänger und Radfahrer achten

Besondere Gefahr besteht laut Wald und Holz NRW in den südlichen und westlichen Landesteilen Nordrhein-Westfalens, der Eifel, dem Sieger- und Sauerland. Viele Rad- und Wanderwege sind hier unpassierbar. Besonders hoch ist die Gefahr für Radfahrer, die schnell im Wald unterwegs sind. Weggespülte Wege und Erdlöcher liegen häufig hinter Kurven und sind nur schwer einsehbar. Radfahrer und Spaziergänger sollten sich deshalb an markierte Wegeabsperrungen und Hinweise halten und sich nicht leichtsinnig und auf eigenes Risiko durch den Wald bewegen.

Die betroffenen Rad- und Wanderwege wiederherzustellen, bleibt für die Förster eine Mammutaufgabe. (dgu)