Das sagt eine Schwimmlehrerin dazu

Baby lernt mit acht Monaten schwimmen - gefährlich oder sinnvoll?

11. Juni 2019 - 19:01 Uhr

Babys sollen mit der umstrittenen "ISR"-Methode schwimmen lernen

Es ist eine kleine Sensation: Bode Millers Söhnchen lernt mit gerade einmal acht Monaten schwimmen. Das Programm, mit dem der kleine Easton schwimmen lernt, nennt sich ISR. Bei der "Infant Swimming Resource's Self-Rescue"-Methode lernen Babys schon mit sechs Monaten, sich auf den Rücken zu drehen und sich treiben zu lassen - so sollen sie sich angeblich vor dem Ertrinken retten. Doch funktioniert die umstrittene Methode wirklich?

Im Video sehen Sie, was Schwimmlehrerin Andrea Billard davon hält.

Die tragische Vorgeschichte - Bode Millers erstes Kind ertrank

Es ist der Alptraum von allen Eltern: Das Kind ertrinkt im Schwimmbad oder in offenen Gewässern, weil es nicht schwimmen kann. Genau das ist dem US-amerikanischen Ex-Skistar Bode Miller und seiner Frau Morgan passiert. Im Juni 2018 ertrank die damals 19 Monate alte Tochter Emmy im Pool eines Nachbarn. Aus dieser traumatischen Erfahrung heraus soll mit dem kleinen Easton alles anders werden und so lernt er schon mit wenigen Monaten schwimmen.

Ab wann sollten Kinder schwimmen lernen?

Die Methode ist umstritten. Kinder können sich erst mit knapp vier Jahren dank Paddelbewegungen relative sicher im Wasser halten. Doch richtig schwimmen können sie erst im Alter von fünf bis sechs Jahren. Schwimmlehrer nehmen als Faustregel: Kann ein Kind ohne Stützräder Fahrrad fahren, kann es auch ohne fremde Hilfe oder Schwimmflügel schwimmen lernen. Erst dann ist Motorik genügend ausgereift.

So finden Sie einen sicheren Schwimmkurs für Ihr Kind

Bei der Wahl eines Schwimmkurses für ihr Kind sollten Eltern besser genau hinschauen und nach folgenden Kriterien entscheiden:

  • Die Schwimmlehrer müssen von der DLRG ausgebildet sein
  • Die Gruppen dürfen nicht zu groß sein
  • Es sollten ausreichend viele Betreuer zur Verfügung stehen (am besten im Verhältnis 1:3 bis 1:5)