Vor- und Nachteile der Ernährungsmethode

Fingerfood anstatt Brei: Baby-led weaning

Was gibt es wohl heute? Beim umstrittenen Baby led-weaning darf das Baby selbst entscheiden, welches Essen es zu sich nimmt.
Was gibt es wohl heute? Beim umstrittenen Baby led-weaning darf das Baby selbst entscheiden, welches Essen es zu sich nimmt.
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21. September 2020 - 16:31 Uhr

Baby-led weaning: Fingerfood vs. Babybrei

Baby-led weaning, kurz BLW, ist eine Methode zur Hinführung des Babys zur festen Nahrung. Anstelle des klassischen Breis und Lernlöffeln ist es dem Kind selbst überlassen, sich zu füttern. Dies bedeutet: Das Baby bestimmt selbst, was es wie essen möchte. Obgleich es in der Presse für heftige Diskussionen sorgt, ist diese Alternative zur Beikosteinführung streng genommen nichts Neues. Viele Eltern folgen dem Baby-led weaning automatisch, wenn beispielsweise das zweite Kind das Essen des ersten Kindes vom Teller mopst. Immerhin möchten die Kleinen dem älteren Geschwisterteil alles nachmachen.

Wann und wie können Eltern mit Baby-led weaning beginnen?

Obgleich beim Baby-led weaning der Beikost-Start selbstbestimmt ist, beginnt das selbstständige Essen zumeist ab dem sechsten oder siebten Lebensmonat. Dabei muss das Kind aufrecht sitzen, wobei Sie dies durch eine fest gestellte Wippe oder Ihren Schoß unterstützen können. Auch die Hand-Mund-Koordination sollte das Kleine beherrschen.

Doch nicht nur die Motorik des Babys ist wichtig, sondern auch die Art der Nahrung: Sie können Ihrem Baby nahrhaftes, altersgerechtes Fingerfood wie gekochte Möhren oder Kartoffeln auf den Teller legen. Am besten erfolgen die ersten Versuche im Baby-led weaning gleichzeitig mit Ihrer Mahlzeit. Da das Kind anfangs zumeist mit dem Essen spielt, können Sie mit den Milchmahlzeiten zwischen den regulären Mahlzeiten fortfahren oder Beikost nach Bedarf geben.

Vor- und Nachteile von Baby-led weaning und die Frage nach dem Erstickungsrisiko

Vorteile:

RTL NEWS empfiehlt

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  • besseres Verständnis für Nahrungsmittel
  • fördert die Teilnahme an gemeinsamen Mahlzeiten
  • Akzeptanz unterschiedlichster Lebensmittel
  • es muss kein Brei zubereitet werden

Nachteile:

  • verursacht viel Schmutz und viel Nahrung wird verschwendet
  • einige Nährstoffe lassen sich dem Kind besser in Breiform geben, welches noch ungern lange kaut (Hafer, Hirse, Fleisch, pflanzliche Fette)

Obgleich Eltern beim Baby-led weaning immer dabei sein sollten, ist die Erstickungsgefahr gering. Die Kinder können bereits aufrecht sitzen und suchen sich selbst eine Essensmenge aus, die sie schlucken können. Außerdem schieben sie erst die Nahrung in den Mund, wenn sie dazu bereit sind.

Eignet sich Baby-led weaning für Brust- und Flaschenbabys?

Viele Eltern sehen das Baby-led weaning als eine Verlängerung des Stillens an. Dies begründen sie damit, dass sowohl beim Stillen als auch beim Essen von Fingerfood eine gewisse Arbeit der Kiefermuskulatur sowie der Zunge erforderlich ist. Außerdem sei für Brustkinder das Baby-led weaning ideal, da sie an das Füttern nach Bedarf gewöhnt sind. Doch diese Alternative zur strikten Beikost eignet sich auch für Flaschenbabys, die zusätzlich zu den Mahlzeiten abgekochtes, kaltes Wasser bekommen sollten. So ist diese Form der Nahrungsaufnahme für jeden geeignet, der dies für sein Kind als gute Methode empfindet.

Was gibt es bei Baby-led weaning zu beachten?

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt einen Mix aus Beikost und Fingerfood, um das Kind von den reinen Milchmahlzeiten zu entwöhnen. Wenn Sie sich für das Baby-led weaning entscheiden, sollten sie dies unter bestimmten Umständen vorher mit Ihrer Hebamme oder Ihrem Arzt absprechen. Zu diesen Umständen gehört eine zu frühe Geburt Ihres Kindes.

Sollte Ihr Kind aus irgendwelchen Gründen nicht gut kauen können oder hat es Schwierigkeiten mit der Hand-Mund-Koordination, ist ebenfalls ein Gespräch mit einem Experten ratsam. Zudem kann sich das Baby-led weaning kompliziert gestalten, wenn es in Ihrer Familie eine Vorgeschichte von Verdauungsproblemen, Allergien und Nahrungsmittelunverträglichkeiten gibt.