17 Verhaftete in Port-au-Prince vorgeführt

Ausländische Söldner sollen Haitis Präsidenten getötet haben

Präsidentenmord in Haiti
Polizisten mit gezogenen Waffen suchen nach Verdächtigen im Mordfall des haitianischen Präsidenten Jovenel Moise, in Port-au-Prince. Foto: Joseph Odelyn/AP/dpa
deutsche presse agentur

Söldner gaben sich als US-Agenten aus

Den Mord an Haitis Präsident Jovenel Moïse sollen 26 kolumbianische Söldner und zwei US-Amerikaner haitianischer Herkunft begangen haben. Haitis Nationalpolizei führte am in ihrem Hauptgebäude in der Hauptstadt Port-au-Prince 15 festgenommene Kolumbianer und die zwei US-Bürger vor.

Acht Männer werden noch gesucht

Interims-Polizeichef Léon Charles teilte mit, acht weitere Kolumbianer seien noch auf freiem Fuß. Drei seien getötet worden. Der kolumbianische Verteidigungsminister Diego Molano bestätigte kurz darauf, dass es sich um Staatsbürger seines südamerikanischen Landes handle. Die Hintergründe des Attentats blieben unklar.

Die mutmaßlichen Verantwortlichen für die Ermordung von Moïse seien nach ersten Informationen ehemalige Angehörige der kolumbianischen Armee, sagte Molano in einem Video, das er auf Twitter veröffentlichte. Die Regierung in Bogotá habe Polizei und Armee angewiesen, sich an den Ermittlungen zu beteiligen.

Bevölkerung hilft bei Festnahmen

Die Festgenommenen waren bei der haitianischen Polizei mit angelegten Handfesseln auf dem Boden sitzend zu sehen. Manche von ihnen waren sichtbar verletzt. Auf einem Tisch lagen Gegenstände, die beschlagnahmt worden seien: mehrere automatische Waffen, Macheten, Vorschlaghammer, kolumbianische Reisepässe und Handys.

Mindestens zwei der Festgenommenen waren anscheinend von aufgebrachten Menschenmengen gefangengenommen worden, wie auf Videos in sozialen Medien zu sehen war. Zivilisten hatten laut Charles auch Fahrzeuge angezündet, die mutmaßlich bei dem Attentat zum Einsatz kamen.

Der 53 Jahre alte Staatschef Moïse war in der Nacht zum Mittwoch in seiner Residenz erschossen worden. Seine Ehefrau Martine wurde schwer verletzt und zur Behandlung in die gut 1.000 Kilometer entfernte US-Stadt Miami gebracht. Die Zeitung "Le Nouvelliste" berichtete, Moïses Leichnam habe zwölf Einschusslöcher, zum Teil von großkalibrigen Waffen. (dpa / rtl.de)