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Arthur (†6) aus England zu Tode geprügelt - Laut seinem Opa haben "seine Eltern ihr Recht auf Leben verwirkt"

Vater und Freundin quälen Jungen zu Tode

Opa des kleinen Arthur (6) klagt an: "Seine Eltern haben ihr Recht auf Leben verwirkt"

Peter Halcrow
Peter Halcrow mit einem Bild seines Enkels Arthur.
ddp images

Arthur Labinjo-Hughes monatelang misshandelt

"Nie wieder das Tageslicht sehen" sollten die Menschen, die seinen Enkel zu Tode prügelten, findet Peter Halcrow (61). Der Vater und die Stiefmutter des sechsjährigen Arthur Labinjo-Hughes aus Birmingham sind zu langen Haftstrafen verurteilt worden, weil sie den Jungen monatelang physisch und psychisch misshandelten . Der Junge erlag im Juni 2020 den schweren Verletzungen.

England: Haftstrafen gegen Emma Tustin und Thomas Hughes

Arthur L. und sein Vater Thomas H.
Arthur L. mit seinem Vater Thomas H.
WMP / SWNS

Emma Tustin (32) wurde am Freitag von einem Gericht in Coventry wegen Mordes zu einer lebenslangen Haftstrafe von mindestens 29 Jahren verurteilt. Thomas Hughes. (29), Arthurs leiblicher Vater erhielt wegen Totschlags 21 Jahre. "Ich habe die Todesstrafe nie befürwortet, weil ich weiß, dass Gerichte Fehler machen können", sagt Opa Peter Halcrow der britischen "Sun". "Aber in meinen Augen haben sie ihr Recht auf Leben verwirkt." Sie dürften sie das Gefängnis nie wieder verlassen.

6-Jähriger starb nach Misshandlung an Schädel-Hirn-Trauma

Arthur Labinjo-Hughes von Vater und dessen Freundin totgeprügelt Labinjo-Hughes wurde der Staatsanwaltschaft zufolge von seinem Vater und dessen Freundin totgeprügelt
Arthur Labinjo-Hughes wurde von seinem Vater und dessen Freundin totgeprügelt.
dpa, deutsche presse agentur

Laut Gerichtsmedizin starb Arthur durch stumpfe Gewalt. Er wurde am 16. Juni 2020 mehrere Male mit dem Kopf gegen eine harte Oberfläche geschlagen. Nachdem Arthur kein Lebenszeichen mehr zeigte, wartete der Vater laut "Sun" 13 Minuten, bis er den Notruf alarmierte. Die Sanitäter fanden den Sechsjährigen "auf dem Rücken liegend, leblos, blass und mit blauen Lippen". Im Krankenhaus starb Arthur an einem Schädel-Hirn-Trauma.

Bis zu 14 Stunden am Tag wurde der Sechsjährige allein gelassen oder isoliert. Ohne Essen, ohne Kleidung, ohne ein Bett. Der Gerichtsmediziner stellte 130 blaue Flecken an seinem Körper fest. Arthur hatte 93 Verletzungen an Kopf, Armen, Bauch, Beinen und Füßen, 25 Blutergüsse am Kopf, im Gesicht und am Hals. Zudem wurde eine sehr hohe Konzentration Salz in seinem Körper nachgewiesen. Die Eltern hatten offenbar versucht, den Jungen auf diese Weise zu vergiften .

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Arthur war zu schwach, um ein Kissen hochzuheben

Video zeigt erschöpften und verzweifelten Arthur
Eine Videoaufnahme zeigt den erschöpften und verzweifelten Arthur.
WMP / SWNS

Ein Video zeigt, in welch kritischem Zustand der Sechsjährige vor seinem Tod war. "Niemand liebt mich, niemand gibt mir etwas zu essen", sagt er auf den Aufnahmen verzweifelt und erschöpft . Der kleine Junge ist in seinem Schlafzimmer zu sehen, wo er versucht, seine Decke und sein Kissen hochzuheben. Aber er schafft es nicht. Er ist zu schwach, weint und humpelt. Das Video wurde während des Prozesses gezeigt.

"Mir war klar, dass Arthur getötet wurde", erzählt Peter Halcrow der "Sun". "Aber bis zum Prozess wusste ich nicht, wie sehr er gelitten hat." Was er dann auch online über das schreckliche Verbrechen las, habe ihn "körperlich krank" gemacht. "Menschen, die Arthur nie kennengelernt haben, mussten weinen. Vielleicht können Sie sich vorstellen, wie es mir gegangen ist, als ich mich an den einst so lebensfrohen Jungen erinnert habe."

Tochter von Arthurs Opa tötete ihren Freund

Auch die Tochter des 61-Jährigen – Arthurs leibliche Mutter – sitzt im Gefängnis, weil sie 2019 ihren Freund getötet hat. "Ich kann das alles gar nicht verarbeiten, so eine Geschichte kann man sich doch nicht ausdenken", sagt Halcrow. "Meine Tochter ist wegen eines Tötungsdelikts im Knast, mein Enkel wurde zu Tode gefoltert. Ich kann mir nicht vorstellen, dass ich jemals darüber hinwegkomme."

Britische Staatsanwaltschaft lässt Urteile überprüfen

Die Staatsanwaltschaft hat inzwischen bestätigt, dass die Urteile gegen Emma Tustin und Thomas Hughes überprüft werden. Dem Paar könnte also nachträglich eine härtere Strafe auferlegt werden. Der britische Justizminister Dominic Raab erklärte, er unterstütze den Schritt "voll und ganz" – ebenso wie Premierminister Boris Johnson. (bst)