Sie nannten ihn "Teufelskind"

Eltern töten sechsjährigen Sohn mit Salz

Beim dritten Prozesstag gegen die Eltern offenbarten sie weitere, grausame Details um den Tod ihres Sohnes.
Beim dritten Prozesstag gegen die Eltern offenbarten sie weitere, grausame Details um den Tod ihres Sohnes.
© deutsche presse agentur

25. November 2021 - 6:59 Uhr

Vor seinem Tod schlugen sie Arthurs Kopf gegen eine harte Oberfläche

In England stehen Vater und Stiefmutter des sechsjährigen Arthur H. vor Gericht. Sie sind angeklagt, den Jungen mit Salz vergiftet und ihn vorher monatelang misshandelt zu haben, indem sie seinen Kopf gegen eine harte Oberfläche schlugen.

Stiefmutter Emma Tustin: "Ich will dich, aber nicht ihn"

Emma T., 32 Jahre, ist die Stiefmutter des kleinen Arthur. Sie wird beschuldigt, den sechsjährigen Jungen ermordet zu haben, zusammen mit ihrem Freund, dem Vater des Kleinen, Thomas H.. Er soll seinen Sohn in den Wochen vor seinem Tod zu "physischen und psychischen" Misshandlungen gezwungen zu haben.

In Nachrichten an Thomas soll Emma den Jungen mehrfach beleidigt und als "Teufelskind" bezeichnet haben – nur Wochen vor dem Tod des Kleinen. Außerdem schickte sie ihrem Freund unzählige SMS, in denen sie behauptete, Arthur würde "schreien", sich weigern, sein Essen zu essen und verlangen, zu seiner Großmutter zu gehen und sie anzugreifen. In einer ihrer letzten Nachrichten schrieb sie: "Ich will dich, aber nicht ihn", wie die britische Zeitung "Mail Online" berichtet.

In der Woche, bevor Arthur zusammenbrach, sagte sie angeblich zu Thomas: "Es gibt ein Problem in diesem Haus. Eine Person verursacht Scheiße." Aus weiteren Textnachrichten der beiden geht auch hervor, dass Thomas Arthur geschlagen und ein Loch in die Tür getreten haben soll.

Offenbar hatten das Paar vor, sich zu trennen, sagten sie beim Prozess aus.

Arthur vor seinem Tod: „Niemand liebt mich“

Arthur hatte vor seinem Tod versucht, sich anderen Familienmitgliedern mitzuteilen: "Niemand liebt mich" und "Ich werde heute nicht gefüttert", sagte man den Geschworenen vor Gericht. Am 16. Juni vergangenen Jahres brach Arthur im Haus seiner Stiefmutter Emma T. in der Nähe von Birmingham zusammen. Er starb einen Tag später im Kinderkrankenhaus an einem Schädel-Hirn-Trauma.

Sein Vater, Thomas H. und seine Stiefmutter bestreiten, den kleinen Arthur ermordet zu haben. Laut Anklage sollen sie ihn mit Salz "vergiftet" haben und ihn zuvor monatelang misshandelt haben. Dabei sollen sie seinen Kopf immer wieder gegen eine harte Oberfläche geschlagen haben, wie die "Mail online" berichtet. Arthurs leibliche Mutter Olivia L. H. war zuvor 18 Jahre lang eingesperrt, nachdem sie zwölf Mal auf ihren Freund Gary C. in ihrem Haus eingestochen hatte.

Der Prozess geht weiter. (mlu)