Zugbegleiter stirbt nach Attacke – Freund und Cousin trauern bei RTL„Die zwei Kinder waren im Krankenhaus und sahen ihren eigenen Vater im Sterbebett”
„Er war ein glücklicher Mensch, der immer ein Lächeln im Gesicht hatte!”
Für Engin C. und Yunus S. bricht eine Welt zusammen. Ihr Cousin und Freund Serkan C. wird bei einer Fahrkartenkontrolle in einer Bahn brutal angegriffen und getötet. Der Zugbegleiter hinterlässt zwei Kinder – und ganz viel Trauer bei seinen Liebsten, die eine harte Bestrafung für den Täter fordern.
Serkan C. wird in Regionalbahn von Fahrgast attackiert
Seit 2011 arbeiten Yunus und Serkan gemeinsam bei der Deutschen Bahn im Regionalverkehr. Schnell entwickelt sich eine enge Freundschaft zwischen den beiden. „Als Mensch würde ich ihn als einzigartig beschreiben. Er war sehr sympathisch“, erklärt er im Gespräch mit RTL. „Wenn ich Probleme hatte, habe ich sie mit ihm geteilt. Wenn er Probleme hatte, hat er sie mit mir geteilt. Wir haben uns gegenseitig unterstützt bei der Bahn.“
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Nachdem Serkan C. von einem Fahrgast mit Schlägen gegen den Kopf lebensgefährlich verletzt wird, erreicht die Bahn seine Angehörigen nicht – und ruft stattdessen seinen besten Freund Yunus an. „Das war für mich schrecklich. Ich war im Schock. Ich wusste nicht, wie ich das weiterleiten soll.“ Trotzdem nimmt er seine Kraft zusammen und alarmiert die Familie über den so schrecklichen Vorfall, die sofort ans Krankenbett des Zugbegleiters eilt.
Kinder trauern um ihren Papa Serkan C.
Eltern, Cousin, Freunde – und auch Serkans Söhne Erdal (13) und Ali Ekber (11) hoffen in der Klinik, dass der Vater trotz der so schweren Verletzungen überlebt. Seit Montag bleiben sie an seiner Seite, am Mittwochmorgen herrscht dann traurige Gewissheit. Der 36-Jährige ist tot.
„Die zwei Kinder waren auch im Krankenhaus und sahen ihren eigenen Vater im Sterbebett. Noch schlimmer geht das nicht”, erzählt Engin. Gemeinsam würden sich die Familie jetzt gegenseitig und vor allem die Söhne in ihrem Schmerz stützen.

„Die Oma ist bei ihnen, die ganze Familie ist bei ihnen. Es ist schwer, weil wir den Vater nicht ersetzen können. Weil der Vater mit 36 Jahren gestorben ist. Wegen eines Tickets ist er gestorben. Wegen 60 Euro ist er gestorben. Das ist so sinnlos”, trauert der Cousin im RTL-Interview.
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Cousin und Freud fordern harte Bestrafung
Am Montagabend (2. Februar) kommt es zu dem brutalen Angriff, als der Zug den rheinland-pfälzischen Bahnhof Landstuhl nach Homberg ins Saarland verlässt. Der Mitarbeiter der Deutschen Bahn (DB) will einen Schwarzfahrer aus dem Zug verweisen – dann greift er unvermittelt an. Serkan C. wird durch Faustschläge gegen den Kopf lebensgefährlich verletzt. Zwei Tage nach der Attacke endet sein Leben.
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Die Polizei nimmt den Tatverdächtigen noch am Tattag fest: Gegen den 26-jährigen Griechen ohne Wohnsitz in Deutschland wird ein Haftbefehl erlassen. Er sitzt inzwischen in Untersuchungshaft. Für Engin und Yunus ist klar: Die Justiz muss hart durchgreifen! „Wir wünschen uns, dass er hart bestraft wird. Wir wollen Gerechtigkeit“, findet der Kollege von Serkan C.

Immer wieder bezeichnen die beiden Serkan C. als ihren „Bruder“, betonen, wie sinnlos dieses so grauenvolle Verbrechen sei. Ein „glücklicher”, „hilfsbereiter” Familienvater, der immer für seine Kinder gekämpft habe – getötet, wegen einer fehlenden Fahrkarte und einer möglichen 60-Euro-Strafe.
Verwendete Quellen: eigene RTL-Recherche


