Das sagen die Mütter des Opfers und des mutmaßlichen Täters

"Mama, ich habe Probleme": Alisha (†14) gemobbt, geschlagen und in Seine gestürzt?

12. März 2021 - 10:03 Uhr

Alisha sagte zur Mutter: "Ich werde mit dem Tode bedroht"

Am Montagabend ist in der Seine die Leiche der 14-jährigen Alisha K. gefunden worden. Tatverdächtig sind ein Junge und ein Mädchen, beide 15 Jahre alt. Die Polizei nahm sie in Argenteuil bei Paris fest. Die Hintergründe sind noch unklar. Die Mutter des Opfers spricht von massivem Mobbing und Todesdrohungen. Die Mutter des mutmaßlichen Täters vermutet, das verletzte Gefühle im Spiel gewesen sein könnten.

14-Jährige wurde angeblich gemobbt - in der Schule und im Netz

Dem Sender "Franceinfo" zufolge werden die Teenager verdächtigt, etwas mit dem Tod der 14-Jährigen zu tun zu haben. Ersten Erkenntnissen zufolge sollen sie Alisha nach einem Streit geschlagen und in den Fluss geworfen haben. Eine offizielle Bestätigung der Staatsanwaltschaft gab es dafür zunächst nicht. Die beiden Tatverdächtigen waren Berichten zufolge gegen zwei Uhr morgens im Haus eines Freundes festgenommen worden. Sie sollen nicht vorbestraft sein und gemeinsam mit dem Opfer die Berufsschule Cognacq-Jay in Argenteuil besucht haben.

Laut der Mutter des verstorbenen Mädchens sei ihre Tochter dort gemobbt worden. "Sie sagte mir, 'Mama, ich habe Probleme, große Probleme. Ich wurde mit dem Tode bedroht von dem Jungen und auch von dem Mädchen'", so Jenny K. im "BFMTV"-Interview. "Sie hatte eine Woche zuvor einen Streit mit diesem Mädchen." Nach Informationen von "Franceinfo", sei Alisha auch in den sozialen Medien gemobbt worden. Der nun verdächtigte Jugendliche soll ihren Snapchat-Account geknackt haben, um an intime Inhalte zu gelangen. Die Mutter habe der Schulleitung die Vorfälle bereits vor einem Monat gemeldet, berichtet die französische Nachrichtenseite. Am Dienstag sei ein Gespräch wegen einer Auseinandersetzung angesetzt gewesen, die sich eine Woche vor Alishas Tod zwischen ihr und dem nun festgenommenen Mädchen ereignet hatte.

14-Jährige stirbt in der Seine
Hier soll die 14-Jährige von ihren Mitschülern in die Seine gestoßen worden sein.
© RTL

Mutter des mutmaßlichen Täters alarmierte die Polizei

Der Mutter des verdächtigten Jungen zufolge habe ihr Sohn am Tattag zusammen mit seiner Freundin zwischen 13 und 13:30 Uhr das Haus verlassen. Als er am Nachmittag zurückgekehrt sei, habe er sich in seinem Zimmer eingeschlossen, sei unruhig gewesen, seine Kleider mit Blut befleckt, berichtet "Franceinfo". Er habe schließlich von einem "großen Fehler" gesprochen, davon, dass sie gerade "ein junges Mädchen geschlagen" hätten und dass es "in die Seine gefallen" sei. Nathalie sei daraufhin zu der Stelle gegangen, habe einen "Handschuh mit einer Haarsträhne" gefunden. Am frühen Abend alarmierte sie die Polizei, die die 14-Jährige gegen 21 Uhr aus dem Fluss bargen. "Die Untersuchung des Körpers durch einen Gerichtsmediziner vor Ort ergab Spuren von Schlägen auf Kopf und Gesicht", so die Staatsanwaltschaft von Pontoise. Bei einer Autopsie solle nun die genaue Todesursache festgestellt werden.

Ein französischer Reporter hat mit der Mutter des festgenommenen Teenagers gesprochen. Nathalie wirkt im Gespräch völlig aufgelöst, weint. Sie vermutet, dass verletzte Gefühle, vielleicht Eifersucht im Spiel gewesen sein könnten. Ihr Sohn sei "ein großer Teddybär, hängt die ganze Zeit am Computer. Seit September, seit er seine Freundin kennengelernt hat, ist das anders", sagt Nathalie. "Offenbar hatte er was mit ihr (dem Opfer; Anm. d. Redaktion), bevor er die Neue kennengelernt hat. Ich denke, vielleicht war es eine Dreiecksgeschichte. Ich weiß es nicht."

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Auch der Bürgermeister von Argenteuil im nordfranzösischen Departement Val d'Oise äußerte sich via Twitter zu dem Fall. Georges Mothron sei schockiert und sprach den Angehörigen und Freunden von Alisha sein Mitgefühl aus. Er wünsche sich, dass die Ermittlungen Licht ins Dunkel bringen und aufdecken, weshalb die 14-Jährige sterben musste.