Ampel-Koalitionsverhandlungen können beginnen

Bisher war es Vorgeplänkel - jetzt geht's ans Eingemachte!

SPD, Grüne und die FDP gehen nun in Koalitionsverhandlungen. Bis Weihnachten soll möglichst eine Regierung stehen...
SPD, Grüne und die FDP gehen nun in Koalitionsverhandlungen. Bis Weihnachten soll möglichst eine Regierung stehen...
© imago images/Chris Emil Janßen, Chris Emil Janssen via www.imago-images.de, www.imago-images.de

19. Oktober 2021 - 8:32 Uhr

Große Herausforderung

Bisher war alles Vorgeplänkel. Jetzt geht es ans Eingemachte. Noch nie haben SPD, Grüne und FDP Koalitionsgespräche über die Bildung einer Bundesregierung geführt. Umso größer ist die Herausforderung, vor der sie stehen.

+++ Alle Themen rund um die Bundestagswahl finden Sie hier +++

Regierung soll bis Weihnachten stehen!

Jetzt geht es also los! Die Gespräche könnten noch in dieser Woche starten. Zunächst wollen sich erneut die Generalsekretäre zusammenschließen, um die Gespräche zu strukturieren. Welche Arbeitsgruppen gebildet werden, kann ein Vorzeichen für mögliche spätere Ministerien sein. Erklärtes Ziel ist eine Regierungsbildung vor Weihnachten.

SPD-Chef Norbert Walter-Borjans räumte ein, dass Vorhaben und Pläne der möglichen Ampel-Koalition noch nicht durchfinanziert sind. "Die Finanzen müssen hinterlegt werden, ganz klar", sagte er den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Bei Investitionen in die Zukunft sei auch eine teilweise Finanzierung mit Krediten gerechtfertigt, "die Schuldenbremse enthält dafür durchaus Spielräume". Dazu kämen die Möglichkeiten staatlicher Institutionen wie der Förderbanken.

Lindner: "Führen keine Debatten über Ressorts - es geht um Inhalte"

Am Freitag hatten die Parteien die Sondierungen beendet und ein Ergebnispapier vorgestellt. Danach soll es keine Steuererhöhungen geben und die Schuldenbremse eingehalten werden. Der gesetzliche Mindestlohn soll auf 12 Euro pro Stunde steigen. Beim Klimaschutz sind unter anderem ein beschleunigter Ausbau der erneuerbaren Energien und ein Kohleausstieg im Idealfall schon bis 2030 geplant.

Als letzte der drei Parteien hatte am Montag die FDP dem Sondierungsergebnis zugestimmt und für die Aufnahme von Koalitionsverhandlungen votiert. Dabei wird es in den kommenden Wochen auch um den Zuschnitt und die Besetzung der Ministerien gehen. Sehen Sie dazu ein Interview mit Christian Lindner im Video. Er betont, dass es zunächst um Inhalte gehen soll – und nicht um Posten oder Ressorts.

Vor allem um das Finanzministerium bahnt sich eine Auseinandersetzung zwischen Grünen und FDP an. FDP-Chef Christian Lindner hat bereits sein Interesse signalisiert, Grünen-Co-Chef Robert Habeck reagierte verärgert. Allerdings sollen zunächst die inhaltlichen Vorhaben des Koalitionsvertrags festgelegt werden.

LESE-TIPP: Wen hätten Sie den gerne als Minister/in? Stimmen Sie hier bei uns im Kabinett-Voting ab!

RTL NEWS empfiehlt

Anzeigen:

Claudia Roth erwartet harte inhaltliche Auseinandersetzungen

 BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN - Kleiner Parteitag - Außerordentlicher Länderrat in Berlin zur Entscheidung über die Aufnahme von Koalitionsverhandlungen im Rahmen einer geplanten Ampelkoaltion bestehend aus SPD, FDP und Grüne - Claudia RothBÜNDNIS 90/DIE GR
Claudia Roth (Die Grünen)
© imago images/Chris Emil Janßen, Chris Emil Janssen via www.imago-images.de, www.imago-images.de

Die Grünen-Politikerin Claudia Roth erwartet harte inhaltliche Auseinandersetzungen. "Natürlich werden die nächsten Wochen in dem Ringen um eine zukunftsverantwortliche Politik intensiv, anstrengend und auch schwierig sein", sagte Roth, die dem Verhandlungsteam ihrer Partei angehört, der "Augsburger Allgemeinen". "Erst einmal verhandeln wir jetzt über die Inhalte, die Ressortaufteilung folgt zum Schluss."

Roth betonte, bisher hätten die potenziellen Regierungspartner weder über die Besetzung von Ministerien noch über den Zuschnitt von Ressorts geredet. Forderungen der FDP-Politiker Marco Buschmann und Wolfgang Kubicki, das Finanzministerium an Lindner zu vergeben, wies sie als unpassend zurück. "Das ist eine Dissonanz, die den Sound, der bisher wirklich gut war, stört", sagte Roth. "Solche Töne braucht es eigentlich nicht und sie machen es auch nicht einfacher." (dpa/eku)