Lindner will Finanzen hüten, Habeck aber auch

Zoff ums Amt: Wer wird neuer Finanzminister?

18. Oktober 2021 - 8:09 Uhr

Erster Posten-Streit bahnt sich an

Noch laufen nicht einmal die Koalitionsgespräche, da bahnt sich schon das erste große Gerangel an. Streitpunkt: das Finanzministerium. FDP-Chef Christian Lindner hat einen Anspruch darauf signalisiert, sieht sich selbst wohl als neuen Finanzminister und damit als Nachfolger von Olaf Scholz. Das passt Grünen-Co-Boss Robert Habeck aber gar nicht, seine Partei tritt auf die Bremse – die Hintergründe oben im Video.

Lindner sieht die entscheidenden Rollen klar verteilt

Eigentlich möchte Lindner ja nicht öffentlich über die mögliche Besetzung der Ministerien in einer Ampel-Koalition diskutieren. Eigentlich. Dass er aber sehr stark mit dem Finanzministerium liebäugelt, daraus macht der 42-Jährige kein Geheimnis.

"Wichtig ist mir nur eins, jeder der drei Partner muss wirken können, muss Einfluss nehmen können", sagte er am Sonntagabend in der ARD. "Es gibt das Bundeskanzleramt, es gibt das Finanzministerium, es gibt ein neues Klimaministerium. Und ich bin der Meinung, jeder der Partner muss eine Möglichkeit haben, auch gestalterisch zu wirken."

Übersetzt bedeutet das wohl in Lindners Augen: Das Kanzleramt geht an die SPD, das neue Klimaministerium an die Grünen. Und so bliebe das Finanzministerium für die FDP.

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Grüne wollen über Zukunftsinvestitionen entscheiden

Habeck selbst wollte dazu nicht viel sagen, empfindet Personalspekulationen aber als "nicht hilfreich". Weniger zurückhaltend zeigte sich seine Partei-Kollegin Ricarda Lang. Die stellvertretende Grünen-Vorsitzende sprach sich dafür aus, dass ihre Partei das Finanzministerium übernimmt – denn darüber habe man beispielsweise großen Einfluss auf Entscheidungen über Zukunftsinvestitionen.

Anders als die Grünen will die FDP erst am Montag darüber entscheiden, ob sie überhaupt Koalitionsgespräche führen will. Habeck und Co. haben ihr "Ja" schon gegeben. (ana)