Aber in welchem Alter sollten Kinder eigentlich trocken werden?

Sarah Lombardi überglücklich: Alessio (4) braucht keine Windeln mehr

20. Juni 2019 - 7:42 Uhr

Alessio ist trocken - und Sarah super stolz

Sarah Lombardi hat wirklich allen Grund zum Feiern: Söhnchen Alessio hat seine erste Riesen-Geburtstagsparty hinter sich. Aber es gibt noch einen Grund zum Feiern: pünktlich zu seinem vierten Geburtstag ist er endlich trocken. Das verkündet Mama Sarah stolz auf Instagram. Außerdem reagiert die Sängerin mit deutlichen Worten auf mögliche Vorwürfe ihrer Fans. Was sie ihren Followern zum Thema Sauberkeitserziehung zu sagen hat, sehen Sie im Video.

Positive Bestärkung und eine Portion Gelassenheit helfen

Das Trockenwerden ist für viele Eltern ein großes Thema. Wann ist der richtige Zeitpunkt? Mache ich irgend etwas "falsch", wenn es bei meinem Kleinen länger dauert als bei den anderen Kindern?  Auch Sarah Lombardi hat sich schon seit längerem Gedanken darüber gemacht. Denn bei Söhnchen Alessio dauerte die Windel-Abgewöhungsphase länger als ursprünglich angenommen. Trotzdem wollte Sarah ihrem Kleinen aber keinen Druck machen. Vielmehr setz sie auf positive Bestärkung: "Er weiß, Mama findet es super, wenn's klappt und dann freut er sich auch."

Wie lange dauert es, bis Kinder sauber und trocken sind?

Damit macht Sarah Lombardi alles richtig. Denn das Wichtigste, was Eltern beim Thema Trockenwerden mitbringen müssen ist: Geduld. Denn wann Blase und Stuhlgang kontrolliert werden können, ist von Kind zu Kind ganz verschieden und braucht auf jeden Fall seine Zeit. 

Die meisten Kinder lernen das Trockenwerden zwischen ihrem 3. und 5. Lebensjahr. Manche Kinder sind schon mit drei Jahren tagsüber und auch nachts sauber und trocken, andere machen noch mit sechs und mehr Jahren nachts in das Bett. "85 Prozent der Kinder sind mit fünf Jahren nachts trocken", so Kinderarzt Dr. Alfred Wiater. 

Denn Kinder gewinnen die vollständige Kontrolle über ihre Harnblase durch die Reifung des Nervensystems. Erst diese Reifung führt dazu, dass Kinder später ihre Harnblase beziehungsweise den Schließmuskel zuverlässig kontrollieren können. Wann dieser Reifungsprozess abgeschlossen ist, ist von Kind zu Kind unterschiedlich.

Ab wann muss ich mir Sorgen machen?

Die meisten Kinder lernen das Trockenwerden zwischen ihrem 3. und 5. Lebensjahr. "Aber einige Untersuchungen haben ergeben, dass einige Kinder auch mit neun Jahren noch einnässen", so der Experte. Abweichungen von der Regelzeit sind nicht grundsätzlich besorgniserregend.Trotzdem sollte man, wenn die Kinder zwischen fünf und sechs Jahre alt sind und immer noch nachts einnässen, das Weitere abklären, so Dr. Wiater. Ein Gang zum Kinderarzt schafft Sicherheit, ob es sich beim Einnässen lediglich um einen Reifeprozess handelt, der noch nicht abgeschlossen ist, oder ob eventuell körperliche Erkrankungen oder psychchische Gründe die Ursache sind.

Töpfchentraining? Keine gute Idee!

Fest steht: die Reifungsschritte, die nötig sind, damit das Kind seine Blase und seinen Darm kontrollieren kann, lassen sich nicht durch Sauberkeitserziehung und Töpfchentraining beschleunigen. Das heißt, ein frühes Sauberkeitstraining – zum Beispiel das Kind ständig aufs Töpfchen zu setzen – beschleunigt das Trockenwerden Ihres Kindes nicht. Im Gegenteil  - im schlimmsten Fall fühlt sich Ihr Kind durch dieses Töpfchentraining unter Druck gesetzt und zu entwickelt Angst vor dem Toilettengang. Geben Sie Ihrem Kind stattdessen die Zeit, die es braucht, um sich zu entwicklen.

Eltern können ganz beruhigt sein: in der Regel kommt das Trocken- und Sauberwerden ganz von selbst. Ihr Kind zeigt Ihnen von allein, wann es so weit ist. Wenn Ihr Kind Interesse zeigt und versucht, Größere bei ihrem Gang zur Toilette zu imitieren, ist das der richtige Moment, es an Töpfchen oder Toilette zu gewöhnen.

  • Ein erster Hinweis, dass ihr Kind langsam bereit ist, sauber zu werden, sind Worte wie "Windel voll oder  "Kacka machen" oder auch Gesten, um auf eine volle Windel aufmerksam zu machen.

  • Kinder lernen oft zuerst, Stuhlgang auf dem Topf oder der Toilette zu haben, weil sie das in der Regel nur ein- oder zweimal am Tag erledigen müssen. Das macht es einfacher, es zu kontrollieren als das Urinieren. 

  • Üben Sie mit ihrem Kind den Toilettengang spielerisch ein. Zeigen Sie ihm Schritt für Schritt, was es tun muss: wie man die Hose aufmacht und herunterzieht, sich richtig auf die Toilette setzt und dann erst Wasser lässt. Ein kleiner Tritthocker erleichtert es Ihrem Kind, selbständig die Toilette zu "erklimmen". Ein Toilettensitz ermöglicht es ihm, wie die Großen "richtig" auf der Toilette zu sitzen. 

  • Ganz wichtig: Loben Sie Ihr Kind. Immer wieder und für jeden Schritt auf dem Weg, trocken und sauber zu werden.

  • Und: Bleiben Sie möglichst gelassen und schimpfen Sie nicht, wenn einmal etwas schief geht. Das gehört dazu.


Auf jeden Fall sollten Sie sich nicht von anderen Eltern unter Druck setzen lassen, die stolz über ihre trockenen Wunderkinder berichten. Auch Ihr Kind wird trocken werden – wenn es soweit ist. Insofern hat Sarah Lombardi alles richtig gemacht und ihren Alessio auf dem Weg zum Trockenwerden liebevoll, gelassen und motivierend begleitet. Und jetzt ist alles in trockenen Tüchern. Gut gemacht, Alessio!