Dreistündige Not-OP!

Junge (8) im Bahamas-Urlaub von drei Haien attackiert: "Papa, ich will nicht sterben!"

Junge (8) im Bahamas-Urlaub von drei Haien attackiert
Junge (8) im Bahamas-Urlaub von drei Haien attackiert
The Sun // ddp

Elf Nächte in der Karibik – für Michael Downer und seine Kinder sollte es eine Traumreise ins Paradies werden. Doch am siebten Tag auf den Bahamas passierte das Schlimmste, was die Familie sich vorstellen konnte: Drei Haie griffen seinen jüngsten Sohn Finley an und verletzten ihn so schwer, dass er notoperiert werden musste. Die Heldin der Geschichte ist seine Schwester Emily, die den Achtjährigen aus dem Wasser rettete.

Einheimische lockten die Haie mit Essensresten - dann griffen sie plötzlich an

Der 44-Jährige aus England hatte für umgerechnet rund 230 Euro pro Person einen Tagesausflug in den geschützten Hafen der Insel Compass Cay gebucht. Dort wollten er, Finley, Lily (9) und Emily (12) Leguane am perlweißen Strand bestaunen, und mit Schweinen und Ammenhaien schwimmen. "Der Reiseleiter scherzte mit uns, dass jeder, der sich nicht mit den Haien im Wasser fotografieren lässt, nicht mehr ins Boot zurückkehren darf“, sagte er der britischen „DailyMail“. Der Mann habe ihm versichert, dass er sich keine Sorgen machen müsse. „Sie würden nicht beißen, ihre Zähne seien so klein, und ich solle mehr Angst vor den Schweinen haben.“

Später habe ihr Ausflugsboot dann einen Defekt gehabt und die Urlauber seien mit einem anderen Boot zum Mittagessen zur Insel Staniel Cay gebracht worden. Während sie noch am Strand darauf gewartet hätten, eine Mahlzeit bestellen zu können, seien seine Kinder zu anderen Touristen ins Wasser gegangen. Was Michael nicht wusste: An der Stelle schwammen Dutzende Haie! Einheimische warfen ihnen Essensreste zu, um die Raubtiere in die Nähe zu locken, damit die Badegäste sie besser beobachten können. "Ich stand an der Seite und hörte plötzlich entsetzte Schreie. Die Haie waren in einem Fressrausch und umkreisten Finlay und Lilly, wobei sie mit dem Schwanz zuckten.“ Dann sei der Achtjährige von drei Ammenhaien angegriffen worden, die bis zu drei Meter lang werden können.

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Ammenhai im Meer
Ammenhaie sind eher gesellige Raubtiere und werden erst gefährlich, wenn sie sich bedroht fühlen.
Michael Geyer, Copyright 2016, Michael Geyer Photography

Schwester Emily (12) rettete Finley vor den Haien

In Panik habe sich Finlay in die Arme seiner zwölf Jahre alten Schwester Emily geflüchtet, der es gelang, ihren verletzten Bruder zu packen und in Sicherheit zu bringen. „Da war so viel Blut“, erinnert sich Michael Downer in der „DailyMail“. „Es war absolut schrecklich, nachdem er in beide Beine gebissen worden war und riesige Fleischstücke herab hingen, umklammerte er meine Hand und flehte: ‘Lass mich nicht sterben, Papa, ich will nicht sterben!’ Und ich versuchte, ihn zu beruhigen: ‘Du wirst wieder gesund, mein Sohn!’“

Doch ganz so optimistisch, wie er sich vor Finlay gegeben hat, war Michael Downer nicht, wie er im Gespräch mit der „Dailymail“ verriet. „Die Rückseite seiner Unterschenkel hing herab, und man konnte das ganze Fett und die Muskeln sehen. Es war ekelhaft, ich wurde fast ohnmächtig und mir war übel. Finlay war so tapfer. Wir hätten ihn verlieren können.“

Er sei überzeugt, dass sein Kind den Angriff nur aus zwei Gründen überlebt hat: Erstens, weil eine Ärztin, die zufällig vor Ort war, das Blut mit Handtüchern stoppte. Und zweitens, weil der 44-Jährige für ein Privatflugzeug aufkommen konnte, das den angeschlagenen Jungen zur lebensrettenden Operation ins Krankenhaus nach Nassau, die Hauptstadt der Bahamas, brachte. Drei Stunden wurde der Junge operiert. „Seine Beine werden wieder heilen, aber er wird sehr starke Narben haben und möglicherweise Hauttransplantationen benötigen.“

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Mutter sitzt in England, als sie die Nachricht vom Unfall erreicht

Finlays Mutter Kerry Downer lebt von Michael getrennt und war tausende Kilometer entfernt zur Hilflosigkeit verbannt. "Als mich mein Ex-Mann anrief, um mir zu sagen, dass es einen Unfall gegeben hat, ich aber nicht in Panik geraten solle, brach es mir das Herz, dass ich nicht bei ihm sein konnte“, so die 40-Jährige zu der Nachrichtenseite. "Ich habe Fin immer wieder per FaceTime kontaktiert und er sagte 'Mami, ich habe Angst', als er operiert wurde.“ Auf ihren Ex sei sie nicht böse, im Gegenteil. „Michael würde ihn nie in Gefahr bringen, er ist ein großartiger Vater und er hat die Tortur sehr gut gemeistert.“

Seit Samstag sei die Familie der „DailyMail“ zufolge wieder zu Hause in Weldon (Northamptonshire, England), wo sich der Achtjährige von seinen Verletzungen und dem Schock erhole. "Finlay wird hoffentlich in ein paar Monaten wieder auf den Beinen sein und seinen Freunden eine gute Geschichte erzählen können, wenn er wieder in die Schule geht: Dass er einen dreifachen Haiangriff überlebt hat!“, sagte sein Vater. „Sie werden ihm wahrscheinlich nicht glauben.“ (cwa)

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