Erstes Trendbarometer nach der Wahl

RTL/ntv-Trendbarometer: 80 Prozent wollen Laschets Rücktritt

06. Oktober 2021 - 9:25 Uhr

Schlimmer geht immer

Nach der krachenden Wahlniederlage könnte man meinen: Schlechter könnte es für Armin Laschet und die Union eigentlich gar nicht mehr kommen. Aber: kurzer Spoiler – es kann! Das zeigt das erste RTL/ntv-Trendbarometer nach der Bundestagswahl.

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Nicht mal die eigenen Leute wollen noch Laschet

Ganze 80 (!) Prozent aller Wahlberechtigten meinen, Armin Laschet sollte nach dem schlechten Abschneiden der Union bei der Bundestagswahl als CDU-Vorsitzender zurücktreten. Nicht einmal die eigenen Anhänger wollen ihn noch: Denn auch die große Mehrheit (70 Prozent) der CDU/CSU-Wähler findet: Laschet muss weg.

Könnten die Wahlberechtigten in Deutschland ihren Kanzler direkt wählen, würden sich unmittelbar nach der Bundestagswahl 52 Prozent für Olaf Scholz und nur 9 Prozent für Armin Laschet entscheiden. 39 Prozent würden sich für keinen der beiden entscheiden. Dieser Wert von Armin Laschet ist der niedrigste Wert, der jemals von forsa für einen Kanzlerkandidaten ermittelt wurde.

Nur 10 Prozent trauen Union zu, mit Deutschlands Problemen fertig zu werden

Aber es ist nicht nur eine Sache der Person: Auch die Union selbst lässt nach der Wahl NOCHMAL ordentlich Federn. Bei der Einschätzung der politischen Kompetenz trauen nach der Bundestagswahl nur noch 10 Prozent der Union zu, mit den Problemen in Deutschland am besten fertig werden zu können. Der SPD trauen das mit 18 Prozent nach der Wahl mehr Bürger zu als vor der Wahl. 11 Prozent trauen den Grünen, 9 Prozent der FDP und 5 Prozent einer der sonstigen Parteien politische Kompetenz zu. 47 Prozent trauen keiner Partei zu, mit den Problemen in Deutschland fertig werden zu können.

Und so würden jetzt, wenn am Sonntag Wahl wäre, auch nur noch 20 Prozent der Befragten die Union wählen.

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Wähler wollen am liebsten die Ampel

04.10.2021, Hessen, Frankfurt/Main: Eine Ampel leuchtet in allen Phasen Rot, Gelb und Grün. (Langzeitbelichtung) In Berlin haben am Sonntag die ersten Sondierungsgespräche nach der Bundestagswahl 2021 stattgefunden. Foto: Sebastian Gollnow/dpa +++ dp
Nach der Bundestagswahl will eine Mehrheit der Wähler "die Ampel", also eine Koalition aus SPD, Grünen und der FDP.
© dpa, Sebastian Gollnow, scg htf

Die Ampel ist bei den Wählern übrigens die beliebteste derzeit mögliche Koalition: 53 Prozent der Befragten wären für die Koalition aus SPD, Grünen und FDP. Eine "Jamaika"-Koalition würden 22 Prozent, eine Neuauflage der "Großen Koalition" 12 Prozent befürworten.

Eine "Ampel"-Koalition hätten am liebsten die Wähler der SPD, der Grünen und der Linke. Von den FDP-Wählern wünschen sich 38 Prozent eine "Ampel"-Koalition. Für eine "Jamaika"-Koalition sprechen sich mehrheitlich die Wähler der Union und 47 Prozent der FDP-Wähler aus.

Würde Markus Söder Kanzler in einer "Jamaika"-Koalition, würden die Präferenzen für ein solches Bündnis von 22 auf 31 Prozent ansteigen und die Vorliebe für eine "Ampel"-Koalition von 53 auf 37 Prozent zurückgehen. Von den FDP-Anhängern würden 58 Prozent eine "Jamaika"-Koalition mit einem Kanzler Söder bevorzugen. (forsa/eku)

Für die Befragung von Forsa im Auftrag von RTL/ntv wurden 3.004 Personen befragt, die statistische Fehlertoleranz liegt bei +/- 2,5 Prozentpunkt.